Ministerium, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ministeriums · Nominativ Plural: Ministerien
WorttrennungMi-nis-te-ri-um (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

zentrales Staatsorgan zur Leitung eines bestimmten Bereichs
Beispiele:
das Ministerium für Wirtschaft und Technologie, des Innern, der Justiz, der Finanzen, für Verteidigung
ein Ministerium auflösen
ein Sprecher des Ministeriums gab eine Erklärung ab
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Minister · Ministerium · ministeriell · ministrieren · Ministrant
Minister m. ‘hoher staatlicher Verwaltungsangestellter, Mitglied einer Regierung und Staatsmann, Leiter eines Ministeriums’, entlehnt (17. Jh.) aus gleichbed. frz. ministre (afrz. menistre, ministre ‘Diener, Gottesdiener, Verwalter, Leiter’). Dieses ist seinerseits Übernahme von lat. minister ‘Untergebener, Diener’, ursprünglich *minusteros, einer Bildung mit dem Komparativsuffix ie. -tero- zur neutralen Komparativform minus von lat. minor ‘kleiner, geringer’, Komparativ zu lat. parvus ‘klein, gering’ (s. ↗minus). Diese Formwird umgestaltet zu *ministeros, später minister, nach dem Vorbild des gleichfalls einen doppelten Komparativ aufweisenden lat. magister, älter *magisteros (s. ↗Magister). Bereits im 14. Jh. erfolgt direkte Übernahme von lat. minister in der Bedeutung ‘Diener, Gehilfe’ ins Dt. Ministerium n. ‘Dienst, Auftrag, Amt’, Entlehnung (16. Jh.) von gleichbed. lat. ministerium; ‘hohe staatliche Verwaltungsbehörde mit einem bestimmten Aufgabenbereich’ (18. Jh.), aus gleichbed. frz. ministère, afrz. menistere, ministere ‘Dienst, Verwaltung, Amt’, doch relatinisiert nach dem auch dem afrz. Substantiv zugrundeliegenden gleichbed. lat. ministerium. ministeriell Adj. ‘von einem Ministerium, einem Minister ausgehend’ (18. Jh.), frz. ministériel, nach spätlat. ministeriālis ‘zu einem Dienst beauftragt, verpflichtet’, substantiviert ‘(kaiserlicher) Beamter’. ministrieren Vb. ‘am Altar, bei der Messe dienen, das Amt eines Meßdieners versehen’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. ministrāre ‘zur Hand gehen, bedienen’, abgeleitet von lat. minister (s. oben). Aus dem Part Präs. lat. ministrāns (Genitiv ministrantis) Ministrant m. ‘Meßdiener’ (17. Jh.); zuvor vereinzelt ‘Dienst-, Abgabenpflichtiger’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ministerium [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angabe Angelegenheit Außenhandel Beamter Behörde Bildung Finanz Gesundheit Handel Industrie Katastrophenschutz Kultur Landwirtschaft Ministerium Mitarbeiter Mitteilung Sprecher Sprecherin Staatssekretär Staatssicherheit Umwelt Verbraucherschutz Verkehr Verteidigung Wissenschaft beteiligt einzeln innerdeutsch mitteilen zuständig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ministerium‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings räumte das Ministerium ein, dass sich die Aufträge nunmehr seit drei Monaten abgeschwächt haben.
Die Zeit, 04.11.2011 (online)
In der Regierung erhielten die Liberalen drei von zehn Ministerien.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1990]
Sie gehen lieber auf die Straße als ins Parlament und in die Ministerien.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 757
Er wandte inmitten der Arbeit am Aufbau des Ministeriums dem Film stets sein besonderes Interesse zu.
Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 178
Das war doch wohl aber auch dem späteren Ministerium bekannt.
Friedländer, Hugo: Die Oldenburgischen Spielerprozeße. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22389
Zitationshilfe
„Ministerium“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ministerium>, abgerufen am 21.03.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Ministerin
ministeriell
Ministerialverwaltung
Ministerialrat
Ministerialität
Ministerkollege
Ministerkomitee
Ministerkonferenz
Ministerposten
Ministerpräsident