Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ministrant, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ministranten · Nominativ Plural: Ministranten
Aussprache 
Worttrennung Mi-nis-trant · Mi-nist-rant
Wortbildung  mit ›Ministrant‹ als Erstglied: Ministrantengewand · Ministrantin
Herkunft Latein
eWDG

Bedeutung

Religion Messdiener
Beispiel:
Eine Unzahl von Ministranten bewegte sich lautlos beim Altar [ Kellerm.Totentanz103]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Minister · Ministerium · ministeriell · ministrieren · Ministrant
Minister m. ‘hoher staatlicher Verwaltungsangestellter, Mitglied einer Regierung und Staatsmann, Leiter eines Ministeriums’, entlehnt (17. Jh.) aus gleichbed. frz. ministre (afrz. menistre, ministre ‘Diener, Gottesdiener, Verwalter, Leiter’). Dieses ist seinerseits Übernahme von lat. minister ‘Untergebener, Diener’, ursprünglich *minusteros, einer Bildung mit dem Komparativsuffix ie. -tero- zur neutralen Komparativform minus von lat. minor ‘kleiner, geringer’, Komparativ zu lat. parvus ‘klein, gering’ (s. minus). Diese Formwird umgestaltet zu *ministeros, später minister, nach dem Vorbild des gleichfalls einen doppelten Komparativ aufweisenden lat. magister, älter *magisteros (s. Magister). Bereits im 14. Jh. erfolgt direkte Übernahme von lat. minister in der Bedeutung ‘Diener, Gehilfe’ ins Dt. Ministerium n. ‘Dienst, Auftrag, Amt’, Entlehnung (16. Jh.) von gleichbed. lat. ministerium; ‘hohe staatliche Verwaltungsbehörde mit einem bestimmten Aufgabenbereich’ (18. Jh.), aus gleichbed. frz. ministère, afrz. menistere, ministere ‘Dienst, Verwaltung, Amt’, doch relatinisiert nach dem auch dem afrz. Substantiv zugrundeliegenden gleichbed. lat. ministerium. ministeriell Adj. ‘von einem Ministerium, einem Minister ausgehend’ (18. Jh.), frz. ministériel, nach spätlat. ministeriālis ‘zu einem Dienst beauftragt, verpflichtet’, substantiviert ‘(kaiserlicher) Beamter’. ministrieren Vb. ‘am Altar, bei der Messe dienen, das Amt eines Meßdieners versehen’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. ministrāre ‘zur Hand gehen, bedienen’, abgeleitet von lat. minister (s. oben). Aus dem Part Präs. lat. ministrāns (Genitiv ministrantis) Ministrant m. ‘Meßdiener’ (17. Jh.); zuvor vereinzelt ‘Dienst-, Abgabenpflichtiger’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kirchdiener · Messdiener · Messgehilfe · Ministrant  ●  Akoluth  fachspr., griechisch · Akolyth  fachspr., griechisch · Mini  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Ministrant‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ministrant‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ministrant‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zu einem Ministranten eignet er sich in seinem vorgerückten Alter nicht mehr. [Der Tagesspiegel, 21.03.2004]
Der Ministrant brachte das schwere Buch und legte es geschlossen auf den Ambo. [Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 159]
Er ist katholisch aufgewachsen, er war Ministrant und ging als Bub dreimal wöchentlich in die Kirche. [Die Zeit, 28.06.2010, Nr. 26]
Ich habe ihn durch meine Mutter gefunden und war dann lange Ministrant. [Die Zeit, 26.02.2007, Nr. 09]
Damals war ich Ministrant, aber Vater und Mutter gingen nicht in die Kirche. [Süddeutsche Zeitung, 21.06.1997]
Zitationshilfe
„Ministrant“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ministrant>.

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