Misanthrop, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Misanthropen · Nominativ Plural: Misanthropen
Aussprache  [mizanˈtʀoːp]
Worttrennung Mi-san-throp · Mi-santh-rop · Mis-an-throp · Mis-anth-rop
Wortbildung  mit ›Misanthrop‹ als Erstglied: Misanthropin
Herkunft aus gleichbedeutend misanthropefrz < misánthrōposgriech (μισάνθρωπος) ‘Menschen hassend’, zu miseĩngriech (μισεῖν) ‘hassen’ + ánthrōposgriech (ἄνθρωπος) ‘Mensch’
Wahrig und ZDL

Bedeutung

gehoben jmd., der Menschen verachtet, die Menschheit hasst und häufig den Umgang mit anderen Personen meidet
Beispiele:
Nichts war diesem gebildeten Misanthropen Recht, und an allem fand er etwas auszusetzen. [Süddeutsche Zeitung, 19.01.2001]
Herbert Feuersteins Lächeln war ein sardonisches – bösartiges. Und daraus machte der 1,65 Meter kleine, als Österreicher geborene Mann auch keinen Hehl: »Wo immer ich bin, bin ich dagegen« – Lebensmotto eines autistischen Misanthropen? [Badische Zeitung, 08.10.2020]
Kunersdorf 1763. Friedrich II. steht auf jenem Schlachtfeld, auf dem seiner Armee wenige Jahre zuvor der Untergang drohte. Aus dem Schöngeist und strahlenden Preußenherrscher ist durch die Kriegsjahre ein mürrischer, lebensmüder Misanthrop geworden. [Leipziger Volkszeitung, 07.01.2012]
Ich setzte mich […] ins Auto und kutschierte nach Oberösterreich, gegen jede Wahrscheinlichkeit, denn [der Autor Thomas] Bernhard galt […] bereits als Misanthrop, der keine Menschen empfing. [Der Standard, 28.03.2001]
Nun überdecken die griechischen Wörter phileín und miseín – wir kennen sie vom »Philanthropen« und vom »Misanthropen« her – ein weites Bedeutungsfeld, das vom engagierten »Lieben« und »Hassen« bis zu einem distanzierten »Annehmen« und »Ablehnen«, »Wertschätzen« und »Geringschätzen« reicht[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 03.04.1993]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Misanthrop · Philanthrop · Misanthropie · Philanthropie
Misanthrop m. ‘Menschenfeind, -hasser, -verächter’, Übernahme (17. Jh.) von gleichbed. frz. misanthrope (daher zunächst in frz. Schreibweise), das durch Molières Komödie (1666) bekannt wird. Dies ist eine Entlehnung (Rabelais, 1552) aus griech. misánthrōpos (μισάνθρωπος), zu griech. misé͞in (μισεῖν) ‘hassen’ und ánthrōpos (ἄνθρωπος) ‘Mensch’, gebildet als Gegenwort zu griech. philánthrōpos (φιλάνθρωπος) ‘menschenfreundlich, gütig, Menschenfreund’ (s. phil-), woraus Philanthrop m. ‘Menschenfreund, Wohltäter’ (18. Jh.), frz. philanthrope (14. Jh.). Die griech.-lat. Form Misanthropus ist vereinzelt bereits im 16. Jh. im Dt. belegt. In der Übersetzung dafür Menschenfeind (s. d.) und Menschenhasser (18. Jh.). Die dt. Übersetzung von Philanthrop ist ‘Menschenfreund’ (18. Jh.). Misanthropie f. ‘Menschenhaß, Menschenfeindlichkeit’ (18. Jh.), frz. misanthropie (16. Jh.), aus griech. mīsanthrōpía (μισανθρωπία). Philanthropie f. ‘Menschenliebe, Menschenfreundlichkeit’ (17. Jh.), frz. philanthropie (16. Jh.), aus griech. philanthrōpía (φιλανθρωπία).

Thesaurus

Synonymgruppe
Menschenfeind · Menschenhasser · Misanthrop
Oberbegriffe
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›Misanthrop‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Misanthrop‹.

Zitationshilfe
„Misanthrop“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Misanthrop>, abgerufen am 21.01.2022.

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