Mischmasch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungMisch-masch (computergeneriert)
formal verwandt mitmischen
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend Mischung aus verschiedenartigen, meist gegensätzlichen Bestandteilen
Beispiele:
das Stadtzentrum von A ist ein architektonischer, stilistischer Mischmasch
Die Entartung des Dialektes zum schweizerdeutsch-hochdeutschen Mischmasch [Sprachspiegel1960]
Zu Zeiten übrigens 'n recht unverdaulicher Patron, 'n Mischmasch von Härte und Sentimentalität [G. Hauptm.SonnenaufgangI]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mischen · Mischung · Mischling · Mischmasch
mischen Vb. ‘durcheinandermengen’, ahd. misgen, misken (9. Jh.), mhd. mischen, aengl. miscian sind als Entlehnungen aus lat. miscēre ‘(ver)mischen’ anzusehen und dürften mit dem römischen Weinhandel ins Westgerm. gelangt sein, dabei aus dem Germ. überkommenes ↗mengen (s. d.), zumal im Obd. und im Rheingebiet, verdrängend; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 324 ff. Mischung f. ahd. miskunga (9. Jh.), spätmhd. mischunge. Mischling m. ‘Produkt des Vermischens’ (17. Jh.), in der Biologie ein Nachkomme verschiedener Tierarten bzw. Menschenrassen (um 1800). Mischmasch m. ‘ungeordnetes Durcheinander’ (17. Jh.), älter Mischmesche (16. Jh.), wortspielerisch ablautende Bildung zum Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Mix (an) · ↗(wilde) Mischung · ↗Chaos · Gemeng(e) · ↗Gemisch · ↗Gewirr · ↗Sammelsurium · ↗Unordnung · ↗Verhau · ↗Wirrnis · ↗Wirrwarr · ↗Wust  ●  ↗(wüstes / regelloses / wildes) Durcheinander  Hauptform · ↗Dschungel  fig. · ↗Pelemele  franz. · ↗Tohuwabohu  hebräisch · ↗Kuddelmuddel  ugs. · Mischmasch  ugs. · ↗Salat  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Deutsch Französisch bunt heillos herauskommen stilistisch wild

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mischmasch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit internationaler «Fusion», Mischmasch in der Küche, darf man den Chefs nicht kommen.
Die Zeit, 19.07.2012 (online)
Mehr und mehr bieten die Stationen ein Bild stillosen Mischmaschs.
Der Tagesspiegel, 03.07.1998
Die Schrift ist ein Mischmasch von Straßenweisheit und feinster Kritik.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 5251
Dieser Mischmasch bereitete dann den Bischöfen während der ersten Generation naturgemäß große Schwierigkeiten.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 1770
Ich habe Ihren augenblicklichen seelischen Mischmasch von Triumph und Katzenjammer ebenfalls in meinen Daseinsnotizen.
Raabe, Wilhelm: Altershausen, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1968 [1911], S. 287
Zitationshilfe
„Mischmasch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mischmasch>, abgerufen am 23.03.2019.

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