Misere, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Misere · Nominativ Plural: Miseren
Aussprache
WorttrennungMi-se-re
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Misere‹ als Letztglied: ↗Bildungsmisere · ↗Finanzmisere · ↗Verkehrsmisere · ↗Wirtschaftsmisere · ↗Wohnungsmisere
eWDG, 1974

Bedeutung

Notlage, Elend
Beispiele:
eine wirtschaftliche, geschäftliche, finanzielle, politische Misere
an der eigenen, häuslichen Misere leiden
die Misere seines Lebens, des Alltags
in einer Misere leben
für kurze Zeit seine Misere vergessen
eine Misere überwinden
Der deutsche Naturalismus ... unternimmt den Versuch, die deutsche Literatur aus ihrer Misere herauszuführen [Urania1960]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Misere · miserabel
Misere f. ‘Not, Elend, ausweglose Lage’, Entlehnung (18. Jh.) von gleichbed. frz. misère, das auf lat. miseria ‘Not, Elend, unglücklicher Zustand’ zurückgeht (zu lat. miser ‘elend, unglücklich’). Bereits im 17. Jh. begegnet als direkte Übernahme aus dem Lat. Miseria in dt. Texten. miserabel Adj. ‘erbärmlich, schlecht’ (17. Jh.), frz. misérable, lat. miserābilis.

Thesaurus

Synonymgruppe
Misere · ↗Pech · ↗Unbill · ↗Unglück · dummer Zufall  ●  (den) schwarzen Peter haben  ugs. · ↗(die) Arschkarte (gezogen) haben  ugs., variabel · ↗Ungemach  geh., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
Krise · Misere · ↗Missstand · ↗Tragik · ↗Verhängnis · kritische Situation · missliche Lage · schlimmer Zustand  ●  ↗Kalamität  geh., lat. · ↗Krisis  geh., veraltend · ↗Malaise  fachspr. · ↗Schlamassel  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Misere · ↗Missstand · katastrophale Situation

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitsmarkt Ausmaß Ausweg Hauptgrund Hauptschuld Hauptschuldige Hauptursache Mitschuld Schuld Schuldige Sündenbock Ursache Verursacher ablenken anhaltend anlasten augenblicklich beheben derzeitig finanziell gegenwärtig hausgemacht herausführen herauskommen lindern sportlich verschlimmern wirtschaftlich zuschieben ökonomisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Misere‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Währenddessen rutscht das südostafrikanische Land unablässig tiefer in eine von dem Regime selbst verursachte Misere.
Die Welt, 28.10.2003
Dort trifft man das Alter plötzlich ohne jeden Glamour an, dafür mit all seinen kleinen körperlichen Miseren, seinen alltäglichen Erniedrigungen.
Der Tagesspiegel, 23.08.2003
Die Qual der Entscheidung spülte ihm die Misere seines siebenundzwanzigjährigen Bewußtseins plötzlich hoch.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 61
Aber die Misere verstärkt sich von Tag zu Tag heilloser.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1937. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1937], S. 0
Er hat gelitten unter der Misere mit den Bauern, dem Land und den Wäldern.
Rode, Axel: Das Erbe der Guldenburgs, Bergisch-Gladbach: Lübbe 1986, S. 222
Zitationshilfe
„Misere“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Misere>, abgerufen am 20.03.2019.

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