Missbehagen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Miss-be-ha-gen
Grundform missbehagen
Ungültige Schreibung Mißbehagen
Rechtschreibregeln § 2
Wortbildung  mit ›Missbehagen‹ als Erstglied: ↗missbehaglich
eWDG

Bedeutung

ungutes Gefühl, Unbehagen
Beispiele:
ein allgemeines, leichtes, gewisses, starkes, tiefes, lebhaftes Missbehagen (über etw.) empfinden
bei diesen Worten verstärkte sich sein Missbehagen noch
[er] überlas noch einmal die Worte, die ihm ein geradezu körperliches Mißbehagen verursachten [ UhsePatrioten1,55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

miß- · mißachten · mißbehagen · Mißbehagen · mißbilligen · Mißerfolg · Mißernte · Mißgeburt · mißhellig · Mißhelligkeit · mißliebig · mißmutig · Mißmut · Mißstand · Mißstimmung · Missetat · Mißtrauen · mißtrauen · mißtrauisch
miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (pejorativ) Üblen, Schlechten in adjektivischen, substantivischen und verbalen Bildungen. Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, mhd. mnd. misse-, mis-, nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten), asächs. mis(si)-, mnl. nl. aengl. engl. anord. aschwed. mis-, schwed. miss-, got. missa- entwickeln sich wie die unter ↗missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform ie. *mitsto-, die (ablautend) zu ie. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mei- ‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. ↗gemein, ↗Meineid, ↗meiden, ↗missen. mißachten Vb. ‘nicht (be)achten’, mhd. misseahten. mißbehagen Vb. ‘nicht behagen, nicht gefallen’ (15. Jh.), vgl. mhd. missehagen; substantiviert Mißbehagen n. (17. Jh.). mißbilligen Vb. ‘tadeln, ablehnen’ (17. Jh.). Mißerfolg m. ‘Fehlschlag’ (19. Jh.). Mißernte f. ‘schlechte Ernte’ (19. Jh.). Mißgeburt f. ‘mißgebildetes Neugeborenes’ (16. Jh.). Mißgunst f., s. ↗Gunst. mißhellig Adj. ‘voneinander abweichend, uneins’, mhd. missehellec; vgl. ahd. missihel, missahel ‘uneinig’ (um 1000), mhd. missehel (zu ahd. missihellan ‘im Mißklang stehen, nicht zusammenstimmen’, 9. Jh., vgl. ahd. hellan ‘ertönen’, s. ↗Hall); s. auch ↗einhellig; Mißhelligkeit f. ‘Unstimmigkeit’ (15. Jh.). mißliebig Adj. ‘unbeliebt’ (19. Jh.), älter mißbeliebig (18. Jh.). mißmutig Adj. ‘verdrießlich’ (17. Jh.), älter mißmütig (16. Jh.); vgl. ahd. missimuoti ‘kleinlich’ (11. Jh.), mhd. missemüete ‘uneinig, übel gesinnt’; Mißmut m. ‘Unmut, Ärger’ (17. Jh.); im Anschluß an das Adjektiv neu gebildet nach voraufgegangenem ahd. missimuotī ‘Verstimmung, Feindseligkeit’ (um 900), missimuot ‘Kleinmut’ (10. Jh.). Mißstand m. ‘schlechter, ärgerlicher Zustand, Übelstand’ (16. Jh.). Mißstimmung f. ‘gereizte Stimmung, schlechte Laune’ (18. Jh.). Missetat f. ‘Verbrechen, Sünde’, ahd. missatāt, missitāt, mistāt (8. Jh.), mhd. missetāt, got. missadēþs ‘Sünde’. Mißtrauen n. ‘Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit (einer Person), an der Richtigkeit (einer Sache)’, spätmhd. missetrūwen, substantivierter Infinitiv von mißtrauen Vb. ‘nicht trauen, Argwohn hegen’, ahd. missatrūēn (9. Jh.), mhd. missetrūwen, -triuwen; mißtrauisch Adj. ‘nicht vertrauend, argwöhnisch’, mhd. missetrūwic.

Thesaurus

Synonymgruppe
Besorgnis · Gedanken · Missbehagen · ↗Sorge (wegen, um) · ↗Unausgeglichenheit · ↗Unbehagen · ↗Unruhe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Missbehagen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Missbehagen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Missbehagen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem ist ein gewisses Mißbehagen in der Öffentlichkeit nicht zu verkennen.
Die Zeit, 06.05.1960, Nr. 19
Die Männer des formalen Rechts sahen den Erfolg des indischen Experiments mit Mißbehagen.
Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 318
Gewöhnlich äußert das Kind sein Mißbehagen jedesmal nach solchen kleinen Ereignissen.
Waegner, Martin u. Thomasius, Erich: Zeugung, Entwicklung und Geburt des Menschen. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1933], S. 436
Im Rausch soll die Leere, die nicht mehr ertragen werden kann, aufgehoben, ein anderweitig nicht unterdrückbares Mißbehagen beseitigt oder vermieden werden.
Schulte, W.: Sucht und Suchtgefahren. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 29576
Präludiert wurde dieses Missbehagen am großen Wort in einer Zeitschrift namens Pardon.
Süddeutsche Zeitung, 11.01.2003
Zitationshilfe
„Missbehagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Missbehagen>, abgerufen am 13.04.2021.

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