Misshelligkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungMiss-hel-lig-keit
Wortzerlegungmisshellig-keit
Ungültige SchreibungMißhelligkeit
Rechtschreibregeln§ 2
eWDG, 1974

Bedeutung

Uneinigkeit, leichtes Zerwürfnis
Beispiele:
es kam zu kleinen, schweren, ehelichen Misshelligkeiten
alte Misshelligkeiten aus der Welt schaffen, beilegen
Unterdessen führten die häuslichen Mißhelligkeiten zu immer unerfreulicheren Szenen St. [St. ZweigNovellen1,266]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

miß- · mißachten · mißbehagen · Mißbehagen · mißbilligen · Mißerfolg · Mißernte · Mißgeburt · mißhellig · Mißhelligkeit · mißliebig · mißmutig · Mißmut · Mißstand · Mißstimmung · Missetat · Mißtrauen · mißtrauen · mißtrauisch
miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (pejorativ) Üblen, Schlechten in adjektivischen, substantivischen und verbalen Bildungen. Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, mhd. mnd. misse-, mis-, nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten), asächs. mis(si)-, mnl. nl. aengl. engl. anord. aschwed. mis-, schwed. miss-, got. missa- entwickeln sich wie die unter ↗missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform ie. *mitsto-, die (ablautend) zu ie. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mei- ‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. ↗gemein, ↗Meineid, ↗meiden, ↗missen. mißachten Vb. ‘nicht (be)achten’, mhd. misseahten. mißbehagen Vb. ‘nicht behagen, nicht gefallen’ (15. Jh.), vgl. mhd. missehagen; substantiviert Mißbehagen n. (17. Jh.). mißbilligen Vb. ‘tadeln, ablehnen’ (17. Jh.). Mißerfolg m. ‘Fehlschlag’ (19. Jh.). Mißernte f. ‘schlechte Ernte’ (19. Jh.). Mißgeburt f. ‘mißgebildetes Neugeborenes’ (16. Jh.). Mißgunst f., s. ↗Gunst. mißhellig Adj. ‘voneinander abweichend, uneins’, mhd. missehellec; vgl. ahd. missihel, missahel ‘uneinig’ (um 1000), mhd. missehel (zu ahd. missihellan ‘im Mißklang stehen, nicht zusammenstimmen’, 9. Jh., vgl. ahd. hellan ‘ertönen’, s. ↗Hall); s. auch ↗einhellig; Mißhelligkeit f. ‘Unstimmigkeit’ (15. Jh.). mißliebig Adj. ‘unbeliebt’ (19. Jh.), älter mißbeliebig (18. Jh.). mißmutig Adj. ‘verdrießlich’ (17. Jh.), älter mißmütig (16. Jh.); vgl. ahd. missimuoti ‘kleinlich’ (11. Jh.), mhd. missemüete ‘uneinig, übel gesinnt’; Mißmut m. ‘Unmut, Ärger’ (17. Jh.); im Anschluß an das Adjektiv neu gebildet nach voraufgegangenem ahd. missimuotī ‘Verstimmung, Feindseligkeit’ (um 900), missimuot ‘Kleinmut’ (10. Jh.). Mißstand m. ‘schlechter, ärgerlicher Zustand, Übelstand’ (16. Jh.). Mißstimmung f. ‘gereizte Stimmung, schlechte Laune’ (18. Jh.). Missetat f. ‘Verbrechen, Sünde’, ahd. missatāt, missitāt, mistāt (8. Jh.), mhd. missetāt, got. missadēþs ‘Sünde’. Mißtrauen n. ‘Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit (einer Person), an der Richtigkeit (einer Sache)’, spätmhd. missetrūwen, substantivierter Infinitiv von mißtrauen Vb. ‘nicht trauen, Argwohn hegen’, ahd. missatrūēn (9. Jh.), mhd. missetrūwen, -triuwen; mißtrauisch Adj. ‘nicht vertrauend, argwöhnisch’, mhd. missetrūwic.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abweichung · ↗Diskrepanz · Misshelligkeit · ↗Missverhältnis · Nichtübereinstimmen · ↗Nichtübereinstimmung · ↗Uneinigkeit · ↗Ungereimtheit(en) · ↗Unstimmigkeit(en) · ↗Unterschied · ↗Verschiedenheit · ↗Widerspruch · ↗Widersprüchlichkeit(en)  ●  ↗Inkonsistenz  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mißverständnis ausräumen beseitigen intern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Misshelligkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von solchen Misshelligkeiten lassen sich die Befürworter des frühen Lernens jedoch nicht schrecken.
Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 16
Das Treffen sei in guter Atmosphäre und ohne jede Misshelligkeit verlaufen, hieß es.
Süddeutsche Zeitung, 26.10.2001
Die Folge dieser Mißhelligkeit war eine Verspätung von zehn Stunden.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 429
Dies ergab einige Mißhelligkeiten, da sich verschiedene Delegierte unter fremdem Namen eingeschrieben hatten.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1286
Als das Hilfskorps jedoch an Ort und Stelle eingetroffen war, entstanden zwischen ihm und den Spartanern Mißhelligkeiten.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3727
Zitationshilfe
„Misshelligkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Misshelligkeit>, abgerufen am 17.11.2019.

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