Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Missingsch, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Missingsch(s) · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ˈmɪsɪŋʃ]
Worttrennung Mis-singsch
Wortbildung  mit ›Missingsch‹ als Grundform: missingsch
eWDG

Bedeutung

Sprachwissenschaft mit niederdeutschen Sprachbestandteilen durchsetztes Hochdeutsch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Missingsch · missingsch
Missingsch n. mit Plattdeutsch vermischtes Hochdeutsch (in Norddeutschland), entsprechend missingsch Adj. aus nd. mysensch (Mitte 15. Jh.), misnisch ‘meißnisch’, d. i. die (Schrift)sprache der kursächsischen Kanzlei zu Meißen (nlat. Misnia), die als das Hochdeutsche angesehen wurde. Volksetymologischer Einfluß von Messing im Sinne von ‘Mischmetall’ ist oft erkennbar. Vgl. Teuchert in: Festschr. Karg-Gasterstädt (1961) 245 ff.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Dialekt · Kulturdialekt · Mundart · Regionalsprache · Stadtmundart · regionale Sprachvariante · regionale Umgangssprache  ●  Missingsch  fachspr. · Regiolekt  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Missingsch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings lässt Tucholsky seine altklug‑kesse Lydia im Roman immer wieder in "Missingsch" verfallen, eine humorige Form des Plattdeutschen. [Die Welt, 16.11.2000]
Worauf trank doch Martje Flor in feinstem Missingsch in der letzten Sommergeschichten‑Zeile? [Die Zeit, 02.10.1997, Nr. 41]
Zitationshilfe
„Missingsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Missingsch>.

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