Missionar, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Missionars · Nominativ Plural: Missionare
Nebenform österreichisch, schweizerisch Missionär · Substantiv (Maskulinum)
WorttrennungMis-si-onar · Mis-sio-nar ● Mis-si-onär · Mis-sio-när (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Missionar‹ als Erstglied: ↗Missionarsstellung · ↗missionarisch
eWDG, 1974

Bedeutung

Religion Beauftragter, der zur Verbreitung einer religiösen Lehre zu Andersgläubigen gesandt wird
Beispiel:
er ist lange Missionar in Afrika gewesen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mission · Missionar · missionieren
Mission f. ‘Sendung, Botschaft, Aufgabe, Auftrag’ wird im 16. Jh. aus lat. missio (Genitiv missiōnis) ‘das Absenden, Entlassung’ entlehnt, einem Verbalsubstantiv zu lat. mittere (missum) ‘schicken, senden’. Der zunächst dem lat. Wortinhalt folgende Gebrauch nimmt zusätzlich im 17. Jh., kirchensprachlichem mlat. missio entsprechend, die Bedeutung ‘Aussendung im Namen Christi, Bekehrung der Heiden’ an. Den besondere zwischenstaatliche Beziehungen bezeichnenden Sinn ‘diplomatischer Auftrag, zu bestimmten Aufgaben entsandte Personengruppe, Gesandtschaft (eines Staates)’ vermittelt im 18. und 19. Jh. frz. mission. Aus den genannten Verwendungsweisen entwickelt der allgemeine Sprachgebrauch die Bedeutung ‘gottgewollter bzw. ernster, bedeutsamer Auftrag, Sendung, Bestimmung’. Missionar m. ‘beauftragter Verkünder der christlichen Religion bei Ungläubigen’ (17. Jh.), nlat. missionarius. missionieren Vb. ‘zur christlichen Religion bekehren’ (19. Jh.).

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Bekehrer · Missionar
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abenteurer Afrikaforscher Entdecker Entwicklungshelfer Ermordung Ethnologe Forschungsreisende Kaufmann Kolonialbeamter Kolonialherr Kolonisator Kolonist Missionsgesellschaft Märtyrer Nonne Prediger Priester Seefahrer angelsächsisch anglikanisch australisch baptistisch bekehren christlich irisch jesuitisch katholisch portugiesisch protestantisch schottisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Missionar‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Besitzer, erfährt man von ihm, sei Sohn eines deutschen Missionars.
Der Tagesspiegel, 11.12.1998
Der von ihnen besetzte Landesteil wurde für die Missionare unzugänglich.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 19698
Vor allem hat der Missionar seine eigene Situation nicht gründlich genug bedacht.
Die Zeit, 06.03.1964, Nr. 10
Die Missionare sollten für andere Arbeiten frei werden, sobald die einheimische Kirche gegründet sei.
Beaver, R. P.: Vereinigte Staaten von Amerika (USA). In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 30801
Auch bei größerem Takt der Missionare wäre sie unvermeidlich eingetreten.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 624
Zitationshilfe
„Missionar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Missionar>, abgerufen am 16.12.2019.

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