Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Missstimmung

Alternative Schreibung Miss-Stimmung
Grammatik Substantiv
Worttrennung Miss-stim-mung ● Miss-Stim-mung
Wortzerlegung miss- Stimmung
Ungültige Schreibung Mißstimmung
Rechtschreibregeln § 2, § 45 (4)
eWDG

Bedeutung

schlechte, gereizte Stimmung, Verstimmung
Beispiele:
in einem Gespräch, einer Gesellschaft keine Missstimmung/Miss-Stimmung aufkommen lassen
der Abend endete mit einer Missstimmung/Miss-Stimmung
es breitete sich (berechtigte, leise) Missstimmung/Miss-Stimmung aus
Inzwischen wuchs die Mißstimmung über die Nachlässigkeit … des Assistenzarztes [ JohoWendemarke66]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

miß- · mißachten · mißbehagen · Mißbehagen · mißbilligen · Mißerfolg · Mißernte · Mißgeburt · mißhellig · Mißhelligkeit · mißliebig · mißmutig · Mißmut · Mißstand · Mißstimmung · Missetat · Mißtrauen · mißtrauen · mißtrauisch
miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (pejorativ) Üblen, Schlechten in adjektivischen, substantivischen und verbalen Bildungen. Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, mhd. mnd. misse-, mis-, nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten), asächs. mis(si)-, mnl. nl. aengl. engl. anord. aschwed. mis-, schwed. miss-, got. missa- entwickeln sich wie die unter missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform ie. *mitsto-, die (ablautend) zu ie. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mei- ‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. gemein, Meineid, meiden, missen. – mißachten Vb. ‘nicht (be)achten’, mhd. misseahten. mißbehagen Vb. ‘nicht behagen, nicht gefallen’ (15. Jh.), vgl. mhd. missehagen; substantiviert Mißbehagen n. (17. Jh.). mißbilligen Vb. ‘tadeln, ablehnen’ (17. Jh.). Mißerfolg m. ‘Fehlschlag’ (19. Jh.). Mißernte f. ‘schlechte Ernte’ (19. Jh.). Mißgeburt f. ‘mißgebildetes Neugeborenes’ (16. Jh.). Mißgunst f., s. Gunst. mißhellig Adj. ‘voneinander abweichend, uneins’, mhd. missehellec; vgl. ahd. missihel, missahel ‘uneinig’ (um 1000), mhd. missehel (zu ahd. missihellan ‘im Mißklang stehen, nicht zusammenstimmen’, 9. Jh., vgl. ahd. hellan ‘ertönen’, s. Hall); s. auch einhellig; Mißhelligkeit f. ‘Unstimmigkeit’ (15. Jh.). mißliebig Adj. ‘unbeliebt’ (19. Jh.), älter mißbeliebig (18. Jh.). mißmutig Adj. ‘verdrießlich’ (17. Jh.), älter mißmütig (16. Jh.); vgl. ahd. missimuoti ‘kleinlich’ (11. Jh.), mhd. missemüete ‘uneinig, übel gesinnt’; Mißmut m. ‘Unmut, Ärger’ (17. Jh.); im Anschluß an das Adjektiv neu gebildet nach voraufgegangenem ahd. missimuotī ‘Verstimmung, Feindseligkeit’ (um 900), missimuot ‘Kleinmut’ (10. Jh.). Mißstand m. ‘schlechter, ärgerlicher Zustand, Übelstand’ (16. Jh.). Mißstimmung f. ‘gereizte Stimmung, schlechte Laune’ (18. Jh.). Missetat f. ‘Verbrechen, Sünde’, ahd. missatāt, missitāt, mistāt (8. Jh.), mhd. missetāt, got. missadēþs ‘Sünde’. Mißtrauen n. ‘Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit (einer Person), an der Richtigkeit (einer Sache)’, spätmhd. missetrūwen, substantivierter Infinitiv von mißtrauen Vb. ‘nicht trauen, Argwohn hegen’, ahd. missatrūēn (9. Jh.), mhd. missetrūwen, -triuwen; mißtrauisch Adj. ‘nicht vertrauend, argwöhnisch’, mhd. missetrūwic.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Gedrücktheit · Missstimmung · Übellaunigkeit  ●  Dysphorie  fachspr.
Oberbegriffe
Psychologie
Synonymgruppe
Missstimmung · Spannungen · Unfrieden · Unruhe · Verstimmtheit · Verstimmung  ●  Dysharmonie  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Hader · Nichtübereinstimmung · Uneinigkeit · Zwietracht  ●  Dissens  geh. · Missstimmung  geh.
Assoziationen
Medizin
Synonymgruppe
Befindlichkeitsstörung · Unbehagen · Unwohlsein · Verstimmung  ●  Malaise  franz. · Unpässlichkeit  Hauptform · Missstimmung  geh.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Missstimmung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Missstimmung‹, ›Miss-Stimmung‹ und ›Mißstimmung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Missstimmung‹, ›Miss-Stimmung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Mißstimmung gegen die schwedische Regierung gibt sich überall deutlich zu erkennen. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1918]
So stark überall die Mißstimmung war, nirgends wagte die Opposition sich zu regen. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 11845]
Die weitverbreitete Mißstimmung kommt allerdings nicht der bürgerlichen Opposition zugute. [Die Zeit, 08.03.1996, Nr. 11]
Das Management kann derartige Mißstimmungen nur bedauern, zurückgenommen werden die Entscheidungen aber auf keinen Fall. [Die Zeit, 01.11.1985, Nr. 45]
Und der Grad der Mißstimmung stieg von Mal zu Mal. [Die Zeit, 06.12.1968, Nr. 49]
Zitationshilfe
„Missstimmung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Missstimmung>.

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