Missstimmung

Alternative SchreibungMiss-Stimmung
GrammatikSubstantiv
WorttrennungMiss-stim-mung ● Miss-Stim-mung (computergeneriert)
Wortzerlegungmiss-Stimmung
Ungültige SchreibungMißstimmung
Rechtschreibregeln§ 2, § 45 (4)
eWDG, 1974

Bedeutung

schlechte, gereizte Stimmung, Verstimmung
Beispiele:
in einem Gespräch, einer Gesellschaft keine Missstimmung/Miss-Stimmung aufkommen lassen
der Abend endete mit einer Missstimmung/Miss-Stimmung
es breitete sich (berechtigte, leise) Missstimmung/Miss-Stimmung aus
Inzwischen wuchs die Mißstimmung über die Nachlässigkeit ... des Assistenzarztes [JohoWendemarke66]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

miß- · mißachten · mißbehagen · Mißbehagen · mißbilligen · Mißerfolg · Mißernte · Mißgeburt · mißhellig · Mißhelligkeit · mißliebig · mißmutig · Mißmut · Mißstand · Mißstimmung · Missetat · Mißtrauen · mißtrauen · mißtrauisch
miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (pejorativ) Üblen, Schlechten in adjektivischen, substantivischen und verbalen Bildungen. Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, mhd. mnd. misse-, mis-, nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten), asächs. mis(si)-, mnl. nl. aengl. engl. anord. aschwed. mis-, schwed. miss-, got. missa- entwickeln sich wie die unter ↗missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform ie. *mitsto-, die (ablautend) zu ie. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mei- ‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. ↗gemein, ↗Meineid, ↗meiden, ↗missen. mißachten Vb. ‘nicht (be)achten’, mhd. misseahten. mißbehagen Vb. ‘nicht behagen, nicht gefallen’ (15. Jh.), vgl. mhd. missehagen; substantiviert Mißbehagen n. (17. Jh.). mißbilligen Vb. ‘tadeln, ablehnen’ (17. Jh.). Mißerfolg m. ‘Fehlschlag’ (19. Jh.). Mißernte f. ‘schlechte Ernte’ (19. Jh.). Mißgeburt f. ‘mißgebildetes Neugeborenes’ (16. Jh.). Mißgunst f., s. ↗Gunst. mißhellig Adj. ‘voneinander abweichend, uneins’, mhd. missehellec; vgl. ahd. missihel, missahel ‘uneinig’ (um 1000), mhd. missehel (zu ahd. missihellan ‘im Mißklang stehen, nicht zusammenstimmen’, 9. Jh., vgl. ahd. hellan ‘ertönen’, s. ↗Hall); s. auch ↗einhellig; Mißhelligkeit f. ‘Unstimmigkeit’ (15. Jh.). mißliebig Adj. ‘unbeliebt’ (19. Jh.), älter mißbeliebig (18. Jh.). mißmutig Adj. ‘verdrießlich’ (17. Jh.), älter mißmütig (16. Jh.); vgl. ahd. missimuoti ‘kleinlich’ (11. Jh.), mhd. missemüete ‘uneinig, übel gesinnt’; Mißmut m. ‘Unmut, Ärger’ (17. Jh.); im Anschluß an das Adjektiv neu gebildet nach voraufgegangenem ahd. missimuotī ‘Verstimmung, Feindseligkeit’ (um 900), missimuot ‘Kleinmut’ (10. Jh.). Mißstand m. ‘schlechter, ärgerlicher Zustand, Übelstand’ (16. Jh.). Mißstimmung f. ‘gereizte Stimmung, schlechte Laune’ (18. Jh.). Missetat f. ‘Verbrechen, Sünde’, ahd. missatāt, missitāt, mistāt (8. Jh.), mhd. missetāt, got. missadēþs ‘Sünde’. Mißtrauen n. ‘Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit (einer Person), an der Richtigkeit (einer Sache)’, spätmhd. missetrūwen, substantivierter Infinitiv von mißtrauen Vb. ‘nicht trauen, Argwohn hegen’, ahd. missatrūēn (9. Jh.), mhd. missetrūwen, -triuwen; mißtrauisch Adj. ‘nicht vertrauend, argwöhnisch’, mhd. missetrūwic.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Gedrücktheit · Missstimmung · Übellaunigkeit  ●  ↗Dysphorie  fachspr.
Oberbegriffe
Psychologie
Synonymgruppe
Missstimmung · Spannungen · ↗Unfrieden · ↗Unruhe · Verstimmtheit · ↗Verstimmung  ●  Dysharmonie  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Hader · ↗Nichtübereinstimmung · ↗Uneinigkeit · ↗Zwietracht  ●  ↗Dissens  geh. · Missstimmung  geh.
Assoziationen
Medizin
Synonymgruppe
Befindlichkeitsstörung · ↗Unbehagen · ↗Unwohlsein · ↗Verstimmung  ●  ↗Malaise  franz. · ↗Unpässlichkeit  Hauptform · Missstimmung  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (sich) unwohl fühlen · ↗Befindlichkeitsstörung · ↗Unwohlsein · diffuse Beschwerde · leichte(re) Beschwerde  ●  (einen) Furz quer sitzen (haben)  derb · ↗Wehwehchen  ugs. · nichts Ernstes  ugs.
  • (kleiner) Schmerz  ●  ↗Wehwehchen  ugs. · ↗Zipperlein  ugs.
  • (sich) den Magen verderben · Magenbeschwerden haben  ●  (jemandem) auf den Magen schlagen  auch figurativ · (sich) den Magen verkorksen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anlaß Bevölkerung Unzufriedenheit Ursache allgemein anhaltend aufkommen aufkommend ausnutzen ausräumen bereinigen beseitigen breitmachen erheblich erregen erzeugen gewiss herrschen herrschend hervorrufen lenken schüren sorgen tief transatlantisch verbreiten verbreitet vermeiden verursachen wachsend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Missstimmung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann werden solche Missstimmungen wie bei Universal nicht mehr vorkommen.
Die Welt, 14.05.2001
Deutlicher konnte die Mißstimmung im Lager der konservativen Opposition über den Verlust der Macht nicht zum Ausdruck kommen.
Süddeutsche Zeitung, 23.04.1998
Aber der Nachmittag war zu schön und die Mißstimmung verflog schnell.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 134
So stark überall die Mißstimmung war, nirgends wagte die Opposition sich zu regen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 11845
Der Divisionskommandeur begrüßte mich freundlich und verscheuchte bald meine Mißstimmung.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 188
Zitationshilfe
„Missstimmung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Missstimmung>, abgerufen am 25.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Missstand
missraten
Missourisynode
mißmutig
Mißmut
Misstag
misstätig
Misston
mißtönend
mißtönig