Misstrauensantrag, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Misstrauensantrag(e)s · Nominativ Plural: Misstrauensanträge
Aussprache
WorttrennungMiss-trau-ens-an-trag
WortzerlegungMisstrauenAntrag
Ungültige SchreibungMißtrauensantrag
Rechtschreibregeln§ 2
DWDS-Vollartikel, 2015

Bedeutung

parlamentarische Initiative (von Abgeordneten) mit dem Ziel, eine Regierung oder einzelne Regierungsmitglieder zu stürzen, sie zum Rücktritt vom Amt zu zwingen
Beispiele:
Mit überwältigender Mehrheit wurde am Mittwoch im europäischen Parlament in Straßburg der Misstrauensantrag gegen EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso abgelehnt. [Der Standard, 13.06.2005]
Das Parlament kann den Ministerpräsidenten aber nur dann mit einem konstruktiven Misstrauensantrag aus dem Amt drängen, wenn es sich per Mehrheitsentscheid gleichzeitig auf einen neuen Kandidaten für den Posten des Regierungschefs zu einigen vermag. [Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2013]
Mit einem Misstrauensantrag will die Opposition in Rom heute den italienischen Regierungschef stürzen. [Die Zeit, 13.12.2010 (online)]
[…] Mißtrauensantrag gegen den Bundeskanzler [Überschrift] Der Bundestag kann auf Antrag gemäß Artikel 67 Abs. 1 des Grundgesetzes dem Bundeskanzler das Mißtrauen aussprechen. Der Antrag ist von einem Viertel der Mitglieder des Bundestages oder einer Fraktion, die mindestens ein Viertel der Mitglieder des Bundestages umfaßt, zu unterzeichnen und in der Weise zu stellen, daß dem Bundestag ein namentlich benannter Kandidat als Nachfolger zur Wahl vorgeschlagen wird. […] [o. A.: Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages. In: Sartorius 1: Verfassungs- und Verwaltungsgesetze der Bundesrepublik Deutschland, München: Beck 1998]
Die Bundestagsfraktion der CDU/CSU beschloß […] am 24. April fast einstimmig, gegen Bundeskanzler Willy Brandt […] einen konstruktiven Mißtrauensantrag einzubringen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1972]]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein erfolgreicher, gescheiterter, konstruktiver, parlamentarischer Misstrauensantrag
als Akkusativobjekt: einen Misstrauensantrag erwägen, ankündigen, einreichen, einbringen, abwehren, überstehen, zurückziehen
als Dativobjekt: einem Misstrauensantrag zuvorkommen
in Präpositionalgruppe/-objekt: eine Abstimmung, Debatte über einen Misstrauensantrag, für, gegen einen Misstrauensantrag stimmen, jmdn. per Misstrauensantrag abwählen, stürzen, über einen Misstrauensantrag abstimmen, debattieren
mit Genitivattribut: ein Misstrauensantrag des Parlaments, einer Fraktion, der Opposition
als Aktivsubjekt: ein Misstrauensantrag liegt vor, scheitert
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Misstrauensantrag gegen jmdn. [den Kanzler usw.]
als Genitivattribut: die Ablehnung, Annahme, Begründung, der Erfolg, das Scheitern eines Misstrauensantrags

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgeordnetenkammer Abstimmung CDU-Opposition CDU-Senator Einbringung Finanzsenator Heckelmann Innensenator Justizsenatorin Knesset Koalitionsregierung Nürburgring-Pleite Opposition Oppositionspartei Parlamentsdebatte Regierungschefin Tagesordnungspunkt Umweltsenator abschmettern abstimmen abwählen einbringen eingebracht eingereicht gescheitert gestellt konstruktiv scheitern zuvorkommen überstehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Misstrauensantrag‹.

Zitationshilfe
„Misstrauensantrag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Misstrauensantrag>, abgerufen am 23.11.2019.

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