Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Mitbestimmung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mitbestimmung · Nominativ Plural: Mitbestimmungen · wird selten im Plural verwendet
Aussprache  [ˈmɪtbəˌʃtɪmʊŋ]
Worttrennung Mit-be-stim-mung
Wortzerlegung mitbestimmen -ung
Wortbildung  mit ›Mitbestimmung‹ als Erstglied: Mitbestimmungsgesetz · Mitbestimmungsrecht · mitbestimmungspflichtig
 ·  mit ›Mitbestimmung‹ als Letztglied: Elternmitbestimmung · Montanmitbestimmung · Schülermitbestimmung
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Teilhabe an Regelungs- und Entscheidungsprozessen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die studentische Mitbestimmung
mit Genitivattribut: die Mitbestimmung der Schulpartner, Laien, Assistenten, Studierenden
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Mitbestimmung bei der Kandidatenaufstellung
als Akkusativobjekt: die Mitbestimmung praktizieren, einführen, einschränken, beschneiden, abschaffen, ausweiten, ausbauen, verteidigen
als Dativobjekt: der Mitbestimmung unterliegen
in Koordination: Mitbestimmung und Mitsprache, Mitverantwortung, Mitgestaltung
in Präpositionalgruppe/-objekt: das Recht auf Mitbestimmung; die Forderung, der Ruf nach Mitbestimmung
Beispiele:
Wurzel dieser Angst [vor mangelnder Kontrolle des Universitätspräsidenten] ist eine Passage im Eckpunktepapier, wonach die Gremienstrukturen nicht mehr vorgegeben wären. Skeptiker lesen darin das Ende der demokratischen Mitbestimmung von Professoren, Studenten und wissenschaftlichem Personal durch den Senat. [Süddeutsche Zeitung, 13.10.2020]
Ulrike M[…], CDU‑Stadtratsmitglied und Luisenthalerin, erinnert sich in der Rückschau […] vor allem daran, dass Bürgerinnen und Bürger sowie die Politik von den Energiepark‑Plänen überrascht wurden und es keinerlei Mitbestimmung gegeben habe. [Saarbrücker Zeitung, 16.10.2021]
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat sich für Mitbestimmung und Teilhabe für Laien in allen Bereichen der Kirche ausgesprochen. [Aachener Zeitung, 01.10.2021]
Der 42‑Jährige Sozialkundelehrer ist vom Konzept der Juniorwahl überzeugt. […] »Das tolle [sic!] daran ist der aktive Prozess. Die Schüler lernen so, dass Mitbestimmung nicht nur diskutieren heißt. Sie werden direkt mit einer demokratischen Handlung konfrontiert. […]« [Schweriner Volkszeitung, 10.09.2021]
Die studentische Mitbestimmung ist in einem Rätesystem organisiert. Alle Studierenden sind einmal im Jahr wahlberechtigt, um die Mitglieder der 32 Fachschaftsräte zu bestimmen. Von dort werden Vertreterinnen und Vertreter ins StuRa‑Plenum entsandt und wählen ihrerseits die Geschäftsführung sowie die Referentinnen und Referenten in 15 Ressorts von Sport und Kultur über Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Antirassismus und Gleichstellung. [Leipziger Volkszeitung, 13.07.2021]
Man hat das Zentrum und die Bayerische Volkspartei absichtlich ausgeschaltet, weil man in ihnen, obwohl sie immer für den konfessionellen Frieden und die Zusammenarbeit der christlichen Konfessionen in Deutschland wirkten, nur die »katholischen politischen Parteien« sieht und weil man die politische Mitbestimmung der deutschen Katholiken und ihren politischen Einfluss im Vaterlande nicht will. [Berliner Tageblatt (Sonntags-Ausgabe), 05.02.1933]
In der interessanten Runde [einer Diskussionsveranstaltung des Jugendforums der Stadt Homburg] ging es […] unter anderen um die Zunahme von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Deutschland[…]. Auch allgemeine Fragen über Politik und die Möglichkeiten der Mitbestimmungen von Jugendlichen in der Stadt wurden aufgegriffen. [Saarbrücker Zeitung, 22.05.2017] ungewöhnl. Pl.
Arbeitsrecht gesetzlich geregelte Teilhabe der Arbeitnehmervertreter an Entscheidungsprozessen in bestimmten Unternehmen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die paritätische, überparitätische, betriebliche, überbetriebliche, innerbetriebliche, gewerkschaftliche Mitbestimmung
mit Genitivattribut: die Mitbestimmung der Arbeitnehmer, des Personalrats, Betriebsrats, der Arbeitnehmervertretung
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Mitbestimmung in Großunternehmen, der Montanindustrie; die Mitbestimmung bei Leiharbeit, Zeitarbeit; die Mitbestimmung auf Unternehmensebene
als Genitivattribut: die Ausdehnung, Ausweitung, Erweiterung, Reform Neuregelung der [betrieblichen] Mitbestimmung
in Koordination: Mitbestimmung und Tarifautonomie, Betriebsverfassung
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Gesetzentwurf über [betriebliche] Mitbestimmung
Beispiele:
SPD und FDP haben 1976 in der sozialliberalen Koalition gemeinsam die paritätische Mitbestimmung von Arbeitnehmern in großen Betrieben beschlossen. [Mittelbayerische, 15.10.2021]
Arbeitnehmer sollen auf eine verlässliche Mitbestimmung setzen können und möglichst viele Beschäftigte durch Betriebs‑ und Personalräte vertreten werden. [Badische Zeitung, 28.08.2021]
[…]Wir setzen uns aktiv für die Gründung eines Betriebsrats ein und sind davon überzeugt, dass die Beschäftigten ein Interesse an betrieblicher Mitbestimmung bei ihrer Airline haben[…]. [Allgemeine Zeitung, 09.10.2021]
Für die Arbeitnehmer wäre es gut, gerade im Wahljahr Druck auf die Politik auszuüben, den Durchmarsch der Kapitaleigner zu stoppen und Lücken in der Mitbestimmung zu schließen. [Süddeutsche Zeitung, 16.06.2021]
Bei den Beratungen über das Mitbestimmungsrecht sei es dann schließlich zum Bruche gekommen. Es habe sich hierbei um drei Gruppen gehandelt, nämlich um die Mitbestimmung bei Einstellungen, bei Beförderungen und bei Entlassungen. [Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 11.04.1919]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Mitbestimmung · Partizipation

Typische Verbindungen zu ›Mitbestimmung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mitbestimmung‹.

Zitationshilfe
„Mitbestimmung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mitbestimmung>.

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