Mitgift, die
GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungMit-gift
Wortzerlegungmit2Gift2
Wortbildung mit ›Mitgift‹ als Erstglied: ↗Mitgiftjäger
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

veraltend Vermögen, Aussteuer in Form von Geld u. Gut, das einem Mädchen bei der Heirat von den Eltern mitgegeben wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gift · Mitgift · giften · vergiften · giftig · Giftmischer
Gift n. ‘Stoff, der an oder in einem lebenden Organismus schädliche Wirkungen, Krankheiten oder Tod hervorruft’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. gift f. ‘das Geben, Gabe, Geschenk, Gift’, mnl. ghifte, ghichte, nl. gift f. ‘Gabe, Gift’, aengl. gift, gyft f. n. ‘Gabe, Belohnung, Brautpreis’, Plur. ‘Hochzeit’, anord. gipt, gift f. ‘Gabe, Glück, Vermählung (der Frau)’, got. fragifts f. ‘Verleihung’, Plur. ‘Verlobung’, ist eine germ. Abstraktbildung (*gefti-) mit t-Suffix (und dadurch bedingtem Wandel von b zu f) zu dem unter ↗geben (s. d.) behandelten Verb. Die ursprüngliche Bedeutung ‘Gabe, Geschenk, Schenkung’ (die Gift noch bei Goethe) ist heute geschwunden und hat sich nur in der Zusammensetzung Mitgift f. ‘Heiratsgut der Braut, Aussteuer’, spätmhd. mitegift, eigentlich ‘das Mitgegebene’, erhalten. Der Bedeutungswandel von ‘Gabe’ zu ‘tödliche Gabe, Gift’, euphemistisch zuerst im Ahd. bei Notker, steht später unter dem Einfluß von griech.-spätlat. dosis, das ‘Geschenk, Gabe, bestimmte Menge Arznei’ bedeutet (s. ↗Dosis), aber auch als verhüllender Ausdruck für ‘Gift’ verwendet wird. Gift behält das ursprünglich fem. Genus in beiden Bedeutungen vorerst bei, wird dann als ‘schädlicher Stoff’ zuerst Mask. (Anfang 15. Jh.), später Neutr. (Mitte 16. Jh.), das sich im 18. Jh. durchsetzt und Gift f. ‘Gabe’ verdrängt. giften Vb. (auch reflexiv) ‘ärgern, erzürnen’ (15. Jh.), an den bildlichen Gebrauch von Gift ‘Arglist, Bosheit, Ärger, Wut, Zorn’ anknüpfend; vgl. mhd. giften ‘geben, schenken, vergiften’, ahd. giften ‘ausliefern, aussetzen’ (10. Jh.). vergiften Vb. ‘mit Gift durchsetzen, durch Gift schädigen, mit Gift töten’, ahd. firgiften ‘verkaufen, übergeben, zuerkennen’ (10. Jh.), mhd. vergiften, vergiftigen ‘schenken, vermachen, vergiften’. giftig Adj. ‘Gift enthaltend, boshaft, gehässig’, mhd. giftec. Giftmischer m. ‘wer in verbrecherischer Absicht Gift bereitet’ (1. Hälfte 16. Jh.), scherzhaft ‘wer beruflich mit Gift zu tun hat’, vor allem für den ‘Apotheker’, zuweilen auch den ‘Arzt’ (2. Hälfte 18. Jh.), neuerdings auch für den ‘Barmixer’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aussteuer · Brautaussteuer · Heiratsausstattung · ↗Heiratsgut · Mitgift  ●  Heimsteuer  veraltet · ↗Dotation  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussteuer Braut Ehe Erbe Erbschaft Heirat Natur Prinzessin Schwester Tochter Zarentochter ansehnliche attraktive aufbringen ausgestattet beachtliche beisteuert einbringt fällig genetische großzügigen heiraten mitbringt mitgeben natürliche ordentliche reiche stattliche wertvolle üppigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mitgift‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Überall gibt es Goldschmuck zu kaufen, die traditionelle Mitgift für indische Frauen.
Bild, 05.03.2001
Allein der Begriff Mitgift sagt doch schon alles - die vorhandenen Mittel wurden gemehrt, man heiratete möglichst einen reichen Bauern.
Der Tagesspiegel, 25.02.2000
Mit geringer kultureller Mitgift ausgestattet, tut er sich beim Lernen schwer.
Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 252
Warum sollten gerade wir eine besonders große »Mitgift« in die europäische »Ehe« einbringen.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1993, Nr. 10
Auch das ganze liebe, lachende Dorf hat beigesteuert zu dieser hellen Mitgift meines Lebens.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 14531
Zitationshilfe
„Mitgift“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mitgift>, abgerufen am 26.02.2018.

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