Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Mitleid, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mitleid(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Mit-leid
Wortbildung  mit ›Mitleid‹ als Erstglied: Mitleid erregend · mitleiderregend · mitleidig · mitleidlos · mitleidserregend · mitleidslos · mitleidsvoll · mitleidvoll
 ·  mit ›Mitleid‹ als Letztglied: Selbstmitleid
eWDG

Bedeutung

starke, innere Anteilnahme am Leid des anderen, starkes Mitgefühl
Beispiele:
ein großes, tiefes Mitleid
ein Blick des Mitleids
voll echten Mitleids
Mitleid erfasst, überkommt jmdn.
Mitleid regt sich, kommt in jmdm. auf
Mitleid spricht aus ihren Augen, Worten
Mitleid mit jmdm. fühlen, empfinden, haben
jmds. Mitleid erregen, erwecken
Mitleid finden
gehoben, veraltend Mitleid heischen
kein Mitleid (= Erbarmen) kennen, übrig haben
jmdn. mit Mitleid betrachten
von Mitleid erfüllt, ergriffen sein
man hatte von solchen Kranken [Nervenleidenden] immer … mit einem verächtlichen Mitleid wie von Irrenhäuslern gesprochen [ HesseUnterm Rad1,489]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mitleid · mitleidig · Mitleidenschaft
Mitleid n. ‘Anteilnahme am Leid anderer’ (17. Jh., zuerst omd.), nach älteren Mitleiden n. und Mitleidung f., mhd. mitelīden, mitelīdunge ‘Mitgefühl, gemeinschaftliches Leiden, Teilnahme an öffentlichen Lasten’, gebildet zum Verb mitleiden ‘gemeinschaftlich leiden, mitfühlen’, mhd. mitelīden (s. leiden). In frühen Zeugnissen Übersetzungen von kirchenlat. compassio ‘das Mitdulden, Mitempfindung’ bzw. compatī ‘zugleich leiden, Mitgefühl haben’, die ihrerseits griech. sympátheia (συμπαθεῖν) ‘gleiche Empfindung, Stimmung oder Leidenschaft, Mitleiden, Teilnahme’, sympathé͞in (συμπαθεῖν) ‘mit oder zugleich empfinden oder leiden’ wiedergeben (s. Sympathie). – mitleidig Adj. ‘mitfühlend, teilnahmsvoll’, mhd. (md.) mitlīdic, frühnhd. mitleidig (Luther). Mitleidenschaft f. ‘gemeinsames Leiden, Mitgefühl’ (17. Jh.), noch in der Wendung in Mitleidenschaft ziehen ‘etw. mit anderem zugleich beeinträchtigen, beschädigen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bedauern · Beileid · Mitgefühl · Mitleid (mit, für)
Synonymgruppe
Erbarmen · Gnade · Gunst · Mitleid

Typische Verbindungen zu ›Mitleid‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mitleid‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mitleid‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hatten echtes Mitleid mit der Magd, die sich mit dieser furchtbaren Kuh abplagen musste. [Der Tagesspiegel, 02.11.2002]
Ich bekam ungeheures Mitleid mit mir selbst, das Elend überwältigte mich. [Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 303]
Und wer auf dieser Welt hat noch Mitleid mit unschuldigen Bäumen? [konkret, 1997]
Hör mal, ist das mit dem Gedächtnisverlust vielleicht auch nur ein Trick, um von deinem Kräftemangel abzulenken und mein Mitleid zu erregen? [Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 187]
Wer hat da Mitleid und revidiert das Urteil, frage ich Sie? [Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 979]
Zitationshilfe
„Mitleid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mitleid>.

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