Mitleidenschaft, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mitleidenschaft · wird nur im Singular verwendet
WorttrennungMit-lei-den-schaft
Grundformmitleiden
eWDG, 1974

Bedeutung

etw., jmdn. in Mitleidenschaft ziehenetw., jmdn. zusammen mit anderem beschädigen, beeinträchtigen
Beispiele:
durch den Einsturz des Turmes wurden auch die Nachbarhäuser in Mitleidenschaft gezogen
diese Katastrophe zog auch uns in Mitleidenschaft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mitleid · mitleidig · Mitleidenschaft
Mitleid n. ‘Anteilnahme am Leid anderer’ (17. Jh., zuerst omd.), nach älteren Mitleiden n. und Mitleidung f., mhd. mitelīden, mitelīdunge ‘Mitgefühl, gemeinschaftliches Leiden, Teilnahme an öffentlichen Lasten’, gebildet zum Verb mitleiden ‘gemeinschaftlich leiden, mitfühlen’, mhd. mitelīden (s. ↗leiden). In frühen Zeugnissen Übersetzungen von kirchenlat. compassio ‘das Mitdulden, Mitempfindung’ bzw. compatī ‘zugleich leiden, Mitgefühl haben’, die ihrerseits griech. sympátheia (συμπαθεῖν) ‘gleiche Empfindung, Stimmung oder Leidenschaft, Mitleiden, Teilnahme’, sympathé͞in (συμπαθεῖν) ‘mit oder zugleich empfinden oder leiden’ wiedergeben (s. ↗Sympathie). mitleidig Adj. ‘mitfühlend, teilnahmsvoll’, mhd. (md.) mitlīdic, frühnhd. mitleidig (Luther). Mitleidenschaft f. ‘gemeinsames Leiden, Mitgefühl’ (17. Jh.), noch in der Wendung in Mitleidenschaft ziehen ‘etw. mit anderem zugleich beeinträchtigen, beschädigen’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktienmarkt Brand Bürgerkrieg Erdbeben Finanzsystem Flamme Gehirn Gewebe Hochwasser Industriezweig Knorpel Konjunktur Lunge Löschwasser Nachbargebäude Niere Organ Organismus Region Rezession Ruß Sektor Unbeteiligter Unschuldiger Weltwirtschaft Zivilbevölkerung Zivilist Ziviliste zeihen ziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mitleidenschaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese zog alle elektronischen Einrichtungen der Umgebung stark in Mitleidenschaft.
C't, 2001, Nr. 3
Nicht zuletzt private Unternehmen sind in Mitleidenschaft gezogen, die dringend auf öffentliche Aufträge angewiesen sind.
Süddeutsche Zeitung, 05.01.1996
Durch einen Brand wurde H. 1854 schwer in Mitleidenschaft gezogen.
o. A.: Lexikon der Kunst - H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 4544
Wenn jedoch konkurrierende Ziele stärker in Mitleidenschaft gezogen werden, muß man abwägen.
Giersch, Herbert: Allgemeine Wirtschaftspolitik, Wiesbaden: Gabler 1960, S. 264
Ich kniete auf den schmierigen Knüppeln hin, ergriff seine schlammüberzogenen Hände und zerrte und wurde dabei nicht wenig in Mitleidenschaft gezogen.
Haase, Lene: Abenteuer einer weißen Frau in Afrika. In: Exotische Jagdabenteuer, Reutlingen: Enßlin & Laiblin 1927 [1926], S. 6
Zitationshilfe
„Mitleidenschaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mitleidenschaft>, abgerufen am 20.07.2019.

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