Mobbing, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mobbings · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungMob-bing
Wortbildung mit ›Mobbing‹ als Letztglied: ↗Cybermobbing
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutung

das dauerhafte Schikanieren, Quälen, Ausgrenzen einer einzelnen Person, meist durch eine Gruppe anderer Personen, typischerweise im schulischen oder beruflichen Umfeld
Beispiele:
Digitales Mobbing ist ein großes Thema, betroffene Jugendliche erzählen ihren Eltern aber nicht freiwillig davon. [Bild am Sonntag, 17.06.2012, Nr. 25]
Mobbing ist ein aggressiver Akt und bedeutet, dass ein Schüler […] über einen längeren Zeitraum von Mitschülern belästigt, schikaniert oder ausgegrenzt wird. [Die Zeit, 07.06.2010, Nr. 23]
Sie hat immer wieder mit Opfern sexuellen Mobbings zu tun. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2003]
Mobbing – Psychoterror am Arbeitsplatz: Mobbing ist ein ernstes Problem von zunehmend mehr Menschen, es vergiftet das Betriebsklima, beeinträchtigt die Zufriedenheit, Gesundheit und nicht zuletzt die Arbeitsleistung der Arbeitnehmer. [Süddeutsche Zeitung, 28.05.2001]
Was würden Sie tun, wenn es in Ihrem Team zu Konflikten, Mobbing und anderen Problemen käme? [Kellner, Hedwig, Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a.M.: Eichborn 1998, S. 65]
»Mobbing«, definiert der Stockholmer Psychiater und Arbeitspsychologe Heinz Leymann, »ist eine feindliche und unethische Kommunikation, die systematisch gegen ein Individuum gerichtet wird.« [Der Spiegel, 27.07.1992, Nr. 31]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: gezieltes, systematisches, regelrechtes, monatelanges Mobbing; fieses, übles, physisches Mobbing
als Akkusativobjekt: Mobbing betreiben, erleben, aushalten
in Koordination: Mobbing und Belästigungen, Bossing, Burnout, Schikanen, Stress
in Präpositionalgruppe/-objekt: Opfer, Folgen, Formen, Fälle von, Nährboden für Mobbing
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mobbing · mobben
Mobbing n. ‘ungerechtfertigtes, belästigendes Gruppenverhalten gegenüber einem Mitglied, vorsätzliche Verletzung der Persönlichkeit, Psychoterror’, gelehrte Bildung (20. Jh.) im Anschluß an die Partizipialform engl. mobbed ‘bedrängt, belästigt’ (zu einem nur wenig bezeugten engl. to mob ‘sich zusammenrotten, anpöbeln’; zu dessen Herkuft s. ↗Mob). Mit dem Ausdruck Hassen bezeichnete der Verhaltensforscher K. Lorenz die erfolgreichen Angriffe einer Gruppe von Gänsen auf den dem Einzelindividuum überlegenen Fuchs. Vom schwedischen Arzt P. P. Heinemann wird der Begriff mit engl. mobbing wiedergegeben (im Engl. dafür bullying), auf das Gruppenverhalten von Menschen übertragen und in diesem Sinne von dem deutsch-schwedischen Arzt H. Leymann mit Bezug auf den Arbeitsplatz verbreitet (um 1990). Im Dt. davon abgeleitet mobben Vb. ‘jmdn. ungerechtfertigt belästigen und erniedrigen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Mobbing · Psychoterror am Arbeitsplatz · ↗Schikane
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Mobbing‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Arbeitsplatz Ausgrenzung Begünstigung Belästigung Betriebsvereinbarung Bossing Bundesarbeitsgemeinschaft Dienstvereinbarung Diskriminierung Disziplinierungsversuch Erpressung Euro-Land Filz Intrige Mitschüler Mobbing Nährboden Parteibuchwirtschaft Psychoterror Schikane Schlägerei Schulhof Stress Vorgesetzter fies gezielt grenzen monatelang regelrecht systematisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mobbing‹.

Zitationshilfe
„Mobbing“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mobbing>, abgerufen am 29.02.2020.

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