Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Mobiliar, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mobiliars · Nominativ Plural: Mobiliare · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Mo-bi-li-ar
Häufige Falschschreibung Mobilliar
Wortbildung  mit ›Mobiliar‹ als Erstglied: Mobiliarkredit  ·  mit ›Mobiliar‹ als Letztglied: Büromobiliar
Herkunft vgl. gleichbedeutend mobilierfrz
eWDG

Bedeutung

bewegliche Habe, Gesamtheit der Möbel
Beispiel:
das alte, moderne, kärgliche, bescheidene Mobiliar der Wohnung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mobilien · Immobilien · Mobiliar
Mobilien Plur. ‘bewegliche Habe’. Der juristische Terminus spätlat. rēs mōbilēs ‘bewegliche Dinge’ (zu lat. mōbilis, s. mobil) erscheint in mittelalterlichen Rechtstexten in den auf Substantivierung des Adjektivs beruhenden Formen mlat. mobilia (wohl aus mlat. bona mobilia ‘bewegliche Güter’) und mobile (Sing. mit kollektivem Sinn). Im Juristenlatein bleibt mobilia üblich, das im 2. Drittel des 17. Jhs. ein eingedeutschtes Mobilien ergibt. Dieses wird bis ins 18. Jh. allgemeinsprachlich auch auf ‘Hausrat, Einrichtungsgegenstände’ eingeengt gebraucht und konkurriert daher zunächst mit Möbeln, Meubles (s. Möbel), bis sich um 1800 eine begriffliche Trennung durchsetzt, die Mobilien wieder in die fachliche Gebrauchssphäre verweist. Zur Bezeichnung einer anderen Art von Eigentum dient das Gegenwort Immobilien Plur. ‘unbewegliche Habe, Liegenschaften, Haus- und Grundbesitz’ (um 1700), aus gleichbed. mlat. immobilia, immobile für spätlat. rēs immōbilēs ‘unbewegliche Dinge’. Zu Mobilien stellt sich auch die (wohl in Analogie zu Kanzleiausdrücken wie Inventar, Formular u. ä. entstandene) junge latinisierende Bildung Mobiliar n. ‘bewegliche Habe’, heute vor allem ‘Gesamtheit der Möbel, Einrichtung’ (Ende 18. Jh.), deren Vorbild vermutlich in gleichbed. frz. mobilier, Substantivierung von frz. mobilier ‘beweglich, die Mobilien betreffend’, zu sehen ist. Vgl. ferner terminologische Zusammensetzungen wie Mobiliarvermögen (frz. effets mobiliers), Mobiliarerbschaft (frz. succession mobilière).

Thesaurus

Synonymgruppe
(Gesamtheit der) Einrichtungsgegenstände · Ausstattung mit Möbeln · Hausrat · Inventar · Mobiliar · Wohnungseinrichtung  ●  (die) Möbel  Plural, Hauptform · Ameublement  geh., franz., veraltet · Meublement  geh., veraltend, franz.

Typische Verbindungen zu ›Mobiliar‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mobiliar‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mobiliar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Noch heute ist das dreistöckige Gebäude mit Teilen des alten Mobiliars bestückt. [Die Zeit, 20.05.2002, Nr. 20]
Die bürgerliche Ordnung ist hergestellt, im Mobiliar; in den Köpfen wird sie nun vollends zerbrechen. [Die Zeit, 24.12.1993, Nr. 52]
Das so nostalgische wie abgeschabte Mobiliar ist seit Jahrzehnten unverändert. [Süddeutsche Zeitung, 20.11.2004]
Festgelegt werden soll dabei auch das Mobiliar, das die Wirte aufstellen dürfen. [Süddeutsche Zeitung, 05.04.2000]
Der Wirt wollte sein Mobiliar retten und rettete mich (Ali) damit. [Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 13]
Zitationshilfe
„Mobiliar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mobiliar>.

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