Mobilien

WorttrennungMo-bi-li-en
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
veraltet Mobiliar
2.
Rechtssprache, Wirtschaft bewegliche Sachen, beweglicher Besitz (im Unterschied zu den Immobilien)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mobilien · Immobilien · Mobiliar
Mobilien Plur. ‘bewegliche Habe’. Der juristische Terminus spätlat. rēs mōbilēs ‘bewegliche Dinge’ (zu lat. mōbilis, s. ↗mobil) erscheint in mittelalterlichen Rechtstexten in den auf Substantivierung des Adjektivs beruhenden Formen mlat. mobilia (wohl aus mlat. bona mobilia ‘bewegliche Güter’) und mobile (Sing. mit kollektivem Sinn). Im Juristenlatein bleibt mobilia üblich, das im 2. Drittel des 17. Jhs. ein eingedeutschtes Mobilien ergibt. Dieses wird bis ins 18. Jh. allgemeinsprachlich auch auf ‘Hausrat, Einrichtungsgegenstände’ eingeengt gebraucht und konkurriert daher zunächst mit Möbeln, Meubles (s. ↗Möbel), bis sich um 1800 eine begriffliche Trennung durchsetzt, die Mobilien wieder in die fachliche Gebrauchssphäre verweist. Zur Bezeichnung einer anderen Art von Eigentum dient das Gegenwort Immobilien Plur. ‘unbewegliche Habe, Liegenschaften, Haus- und Grundbesitz’ (um 1700), aus gleichbed. mlat. immobilia, immobile für spätlat. rēs immōbilēs ‘unbewegliche Dinge’. Zu Mobilien stellt sich auch die (wohl in Analogie zu Kanzleiausdrücken wie Inventar, Formular u. ä. entstandene) junge latinisierende Bildung Mobiliar n. ‘bewegliche Habe’, heute vor allem ‘Gesamtheit der Möbel, Einrichtung’ (Ende 18. Jh.), deren Vorbild vermutlich in gleichbed. frz. mobilier, Substantivierung von frz. mobilier ‘beweglich, die Mobilien betreffend’, zu sehen ist. Vgl. ferner terminologische Zusammensetzungen wie Mobiliarvermögen (frz. effets mobiliers), Mobiliarerbschaft (frz. succession mobilière).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Flugzeug Immobilie Leasinggesellschaft Vermietung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mobilien‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei den genannten Netzen handelt es sich im steuerrechtlichen Sinn um Mobilien.
Süddeutsche Zeitung, 28.03.2001
Die durch diese Fonds finanzierten Mobilien finden grundsätzlich ebenfalls Verwendung im Leasinggeschäft.
Süddeutsche Zeitung, 26.03.2003
Die hohen Anfangsverluste errechnen sich zum einen aus den regulären Abschreibungen, die Windmühlen können als Mobilien in 16 Jahren abgeschrieben werden.
Die Welt, 06.12.2002
Das gegen Feuer versicherte Privatvermögen in Immobilien und Mobilien berechnete er damals auf 200 bis 220 Milliarden Mark.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 13.03.1919
Ähnlich innig verbinden sich höfische Mobilien und Immobilien heute nur noch in den Berliner und Potsdamer Häusern der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.
Der Tagesspiegel, 28.05.2004
Zitationshilfe
„Mobilien“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mobilien>, abgerufen am 23.05.2019.

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