Mobilisierung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
WorttrennungMo-bi-li-sie-rung
Wortzerlegungmobilisieren-ung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mobil · Mobilmachung · mobilisieren · Mobilisierung
mobil Adj. ‘beweglich, einsatzbereit’, umgangssprachlich (mit Bezug auf Lebewesen) ‘munter, lebhaft, wohlauf’, im militärischen Bereich ‘bereit für den Kriegseinsatz’. Lat. mōbilis ‘beweglich’ (aus *movibilis, zum Verb lat. movēre ‘bewegen’) wird im 14. Jh. als mobile ins Frz. entlehnt, wo es das ältere, regulär entwickelte frz. meuble Adj. (s. ↗Möbel) teilweise verdrängt. In der die frz. Aussprache bewahrenden Form mobil gelangt das Adjektiv Mitte des 18. Jhs. ins Dt. Hier lebt es zunächst in der an die Ausgangsbedeutung ‘beweglich’ anknüpfenden militärischen Verwendung ‘marschbereit, einsatzbereit’ (im Frz. erst 1835 nachweisbar), seit der 1. Hälfte des 19. Jhs. auch in der dem Frz. fehlenden Bedeutung ‘munter, lebhaft’. Zu der bereits um 1800 üblichen Fügung mobil machen ‘die Truppen für den Kriegseinsatz bereitmachen, das Land auf die Anforderungen des Krieges umstellen’ (im 20. Jh. meist mobilmachen geschrieben) bildet die Heeressprache das Substantiv Mobilmachung f. ‘Umstellung eines Landes auf den Kriegszustand’ (Anfang 19. Jh.). Im gleichen Sinne werden daneben mobilisieren Vb. und Mobilisierung f. gebraucht (beide so seit 1814 belegt und bis in die 1. Hälfte des 20. Jhs. geläufig; heute, auf andere Gebiete übertragen, allgemein ein Aktivieren, In-Gang-Setzen ausdrückend). Frz. mobiliser, von der 2. Hälfte des 18. Jhs. an als Rechtsterminus (‘Immobilien in Mobilien umwandeln’) vorkommend, steht dagegen erst 1834 für ‘mobilmachen’; jünger sind auch frz. mobilisation ‘Mobilmachung’ (1834) sowie die dem Frz. entlehnten Entsprechungen engl. to mobilize (1853), mobilization (1866); vgl. aber vereinzeltes engl. mobilification (1794, nach dt. Vorbild?).

Thesaurus

Militär, Politik
Synonymgruppe
Aufbietung · Mobilisierung · ↗Mobilmachung
Assoziationen
Antonyme
  • Mobilisierung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anhänger Anhängerschaft Arbeitskraft Bauland Bildungsreserve CDU-Wähler Heimatfront Hilfsquelle Häftlingsarbeitskraft Leistungsreserve Masse Motivierung Nichtwähler Privatkapital Reserve Reservist Ressentiment Ressource Risikokapital SPD-Wähler Stammwähler Stammwählerschaft Volksmaß Wagniskapital Wähler Wählerschaft permanent restlos teilweise total

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mobilisierung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In diesem Jahr ist die Mobilisierung ähnlich breit gefächert, aber das Echo scheint schwächer zu sein.
Der Tagesspiegel, 07.11.2000
Sie hat geglaubt, man müsse individuelle Interessen überall mobilisieren und die Mobilisierung individueller Interessen öffne den Weg nach vorne.
Die Zeit, 27.08.1993, Nr. 35
Wenn es nötig ist, werden wir die allgemeine Mobilisierung anordnen.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 163
Es war die Mobilisierung des ganzen Volks zur Erkenntnis seines unerkannten, aber im Führer zum Bewußtsein gelangten Willens.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 279
In einem großenteils noch nicht kapitalistisch formierten gesellschaftlichen Milieu mußte die staatskapitalistische Version der fordistischen Mobilisierung entsprechend schlimmere Formen annehmen.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 605
Zitationshilfe
„Mobilisierung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mobilisierung>, abgerufen am 23.10.2019.

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