Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Mode, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mode · Nominativ Plural: Moden
Aussprache 
Worttrennung Mo-de
eWDG

Bedeutungen

1.
in einer bestimmten Zeit als vorbildlich geltende, bevorzugte Art, sich zu kleiden oder zu frisieren
Beispiele:
die Mode wechselt ständig
kurze Röcke sind gerade Mode (geworden), sind sehr in Mode
diese Schuhe waren schon seit Jahren (ganz) aus der Mode
Hemdblusen werden nicht aus der Mode kommen, bleiben in Mode
umgangssprachlichsie macht jede Mode mit
sie geht mit der Mode, gehorcht, folgt der Mode
die neuesten Schöpfungen der Mode
die Mode der damaligen Zeit
die Pariser Mode
ihr Kleid war der Mode entsprechend geschnitten
eine vergessene, neue, herrschende, praktische, kniefreie Mode
ein Schlips, Mantel neuester Mode
den Anzug, den ich trage, weil er Mode ist [ NossackSpirale97]
Trachtenkittel und bäuerliche Wämse vergangener Moden [ KasackStadt206]
2.
als vorbildlich geltende, elegante und moderne Kleidungsstücke, Modelle
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
internationale Moden
in dieser Veranstaltung werden die neuesten Moden vorgeführt
bei den Pferderennen konnte man die schönsten Moden sehen
3.
in einer bestimmten Zeit als vorbildlich geltender, bevorzugter Geschmack, Zeitgeschmack
Beispiele:
dieses Spiel ist jetzt (große) Mode
es wurde gerade (wieder) Mode, Gedichte zu lesen
dieser Tanz ist nicht mehr in Mode, ist aus der Mode (gekommen)
fremdländische Vornamen sind (sehr) in Mode gekommen
[er] ist noch einer von der alten Mode. Er läßt einen Walzer nach dem anderen erklingen [ Hausm.Lampioon45]
Brauch, Sitte, Gepflogenheit
Beispiele:
in der Schule herrschte die Mode, mit Papierkügelchen zu schießen
wir wollen keine neuen Moden einführen (= es soll alles beim alten bleiben)
umgangssprachlichdas sind ja ganz neue Moden!
umgangssprachlichwas sind denn das für neue Moden?
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mode · modisch
Mode f. ‘Brauch, Gepflogenheit, zeitbedingter Geschmack in Kleidung, Frisur, Umgangsformen, Literatur, Kunst u. dgl.’, Entlehnung im 17. Jh. unter dem Einfluß französischer Lebensart und Kultur von frz. mode f. ‘Art und Weise, Brauch, Sitte, zeitgemäße Kleidertracht’, das mit Genuswechsel auf lat. modus m. ‘Maß, Ziel, Vorschrift, Art und Weise’ (s. Modus) zurückgeht. Anfangs daneben Alamode (ebenfalls 17. Jh.), aus der Fügung frz. à la mode ‘dem Zeitgeschmack entsprechend, beliebt, modern’ (vgl. die Zusammensetzungen Alamodekleider, -literatur, -zeit). modisch Adj. ‘der Mode entsprechend’, im 17. Jh. alamodisch ablösend; dazu altmodisch und neumodisch (beide 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kleidermode · Mode
Synonymgruppe
Bekleidung · Garderobe · Gewand · Kleider · Kleidung · Kluft · Mode · Outfit · Textilie(n)  ●  Anziehsachen  ugs. · Gewandung  geh. · Klamotten  ugs. · Kledage  ugs., salopp, regional · Konfektion  geh. · Plünnen  ugs., norddeutsch · Sachen  ugs. · Zeug  ugs.
Oberbegriffe
  • Textilien · Textilware  ●  Wirkwaren  geh., veraltet
Assoziationen
  • Kleidermode · Mode
  • in vollem Ornat · in voller Montur · in voller Rüstung
  • in Festtagsgala · in Galakleidung · in Galauniform · in vollem Ornat · in voller Kluft  ●  in Festkleidung  Hauptform · in vollem Wichs  auch figurativ · ausstaffiert wie Graf Koks von der Gasanstalt  ugs. · geschmückt wie ein Pfingstochse  ugs. · in großer Toilette  geh., veraltend · schwer in Schale  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Mode‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mode‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mode‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Schnitt halten sich die Moden drei bis sechs Jahre. [Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 103]
Wenn das Piesacken mal angefangen hat, dann wird es Mode. [Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 131]
Sie war die große Mode, wenn auch nicht nur Mode. [Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 2137]
Freilich war es ein wenig Mode geworden, sich um die Bauern zu kümmern. [Blättner, Fritz: Geschichte der Pädagogik, Heidelberg: Quelle & Meyer 1961 [1951], S. 70]
In der Mode gibt es immer den richtigen Zeitpunkt für bestimmte Dinge. [Die Zeit, 13.04.2000, Nr. 16]
Zitationshilfe
„Mode“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mode>.

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