Moder, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Moders · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungMo-der (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Moder‹ als Erstglied: ↗Moderduft · ↗Modergeruch · ↗moderig · ↗modrig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw., das in Fäulnis, Verwesung übergeht oder übergegangen ist
Beispiele:
in feuchtkalten Räumen herrscht meist ein Geruch von Moder und Fäulnis
der Erdboden roch nach Moder
sie hatten gelebt, nichts war davon geblieben, nur Moder und Knochen [NollHolt2,87]
2.
landschaftlich Morast, Schlamm
Beispiele:
erhaben über Humus und Moder der Dorfstraße [StrittmatterBienkopp392]
verärgert durch den Moder, in dem er ... watete [A. ZweigEinsetzung264]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moder · Modder · modderig · modern · modrig
Moder m. ‘in Verwesung, Fäulnis Übergegangenes, Morast’, spätmhd. (md.) moder ‘in Verwesung übergegangener Körper, Sumpfland, Moor’ stammt aus dem Nd. Mnd. modder, modde, mudde, mōde ‘Schlamm’, mnl. modder, mudder, mōder ‘Schlamm, Kot’, nl. modder, (mundartlich) modde ‘faules Weib’, engl. mud ‘weiche Erde’, schwed. modd ‘Schneeschmutz’ führen mit aind. mū́tram ‘Harn’, awest. mū́θra- ‘Kot’, mir. mothar ‘Dickicht, dichte Masse’, ir. ‘Sumpf’ auf die Wurzel ie. *meu-, *mū̌- ‘feucht, modrig, unreine Flüssigkeit, beschmutzen’ bzw. die Dentalerweiterung ie. *meut-; zur gleichen Wurzel gehören ↗Moos und (mit s-Anlaut der Wurzel) ↗Schmutz (s. d.). Im 19. Jh. gelangt auch nd. Modder m. ‘Schlamm’ ins Hd. und tritt neben das in seiner Bedeutung umfassendere Moder; dazu modderig Adj. ‘schlammig’. modern Vb. ‘faulen, in dumpfer Luft zerfallen’ (17. Jh.), älter gleichbed. vermodern (15. Jh.). modrig Adj. ‘in Verwesung, Fäulnis übergehend, feucht, nach Fäulnis riechend’ (18. Jh.), älter modericht (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fäule · Moder · ↗Schimmel  ●  Gammel  ugs.
Oberbegriffe
Biologie, Medizin
Synonymgruppe
Fäulnis · Moder · ↗Verfall · ↗Verwesung  ●  ↗Putrefaktion  lat. · ↗Putreszenz  lat.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Chaos Feuchtigkeit Fäulnis Geruch Hauch Muff Rost Schimmel Staub Urin Verfall feucht riechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Moder sei ein ganz besonderer, selbstloser Mann, mit dem sie "zu gegebener Zeit" auch Kinder haben wolle.
Süddeutsche Zeitung, 24.07.2002
Ich höre mich atmen, der Moder dringt pfeifend in mich ein, Vittoria läßt sich Zeit.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 68
Der dumpfe Moder mengte sich mit dem Geruch der Krankheit.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 1067
Sie hörten, wie er unten wühlte, in Schutt und Moder.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 315
Wir steigen gemeinsam die Treppen hinunter, es riecht nach Moder und Feuchtigkeit.
Die Zeit, 18.02.1946, Nr. 07
Zitationshilfe
„Moder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moder>, abgerufen am 12.12.2019.

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