Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Moder, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Moders · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Mo-der (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Moder‹ als Erstglied: Moderduft · Moderfleck · Modergeruch · Modergestank · Moderkäfer · moderig · modrig
eWDG

Bedeutungen

1.
etw., das in Fäulnis, Verwesung übergeht oder übergegangen ist
Beispiele:
in feuchtkalten Räumen herrscht meist ein Geruch von Moder und Fäulnis
der Erdboden roch nach Moder
sie hatten gelebt, nichts war davon geblieben, nur Moder und Knochen [ NollHolt2,87]
2.
landschaftlich Morast, Schlamm
Beispiele:
erhaben über Humus und Moder der Dorfstraße [ StrittmatterBienkopp392]
verärgert durch den Moder, in dem er … watete [ A. ZweigEinsetzung264]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moder · Modder · modderig · modern · modrig
Moder m. ‘in Verwesung, Fäulnis Übergegangenes, Morast’, spätmhd. (md.) moder ‘in Verwesung übergegangener Körper, Sumpfland, Moor’ stammt aus dem Nd. Mnd. modder, modde, mudde, mōde ‘Schlamm’, mnl. modder, mudder, mōder ‘Schlamm, Kot’, nl. modder, (mundartlich) modde ‘faules Weib’, engl. mud ‘weiche Erde’, schwed. modd ‘Schneeschmutz’ führen mit aind. mū́tram ‘Harn’, awest. mū́θra- ‘Kot’, mir. mothar ‘Dickicht, dichte Masse’, ir. ‘Sumpf’ auf die Wurzel ie. *meu-, *mū̌- ‘feucht, modrig, unreine Flüssigkeit, beschmutzen’ bzw. die Dentalerweiterung ie. *meut-; zur gleichen Wurzel gehören Moos1 und (mit s-Anlaut der Wurzel) Schmutz (s. d.). Im 19. Jh. gelangt auch nd. Modder m. ‘Schlamm’ ins Hd. und tritt neben das in seiner Bedeutung umfassendere Moder; dazu modderig Adj. ‘schlammig’. – modern Vb. ‘faulen, in dumpfer Luft zerfallen’ (17. Jh.), älter gleichbed. vermodern (15. Jh.). modrig Adj. ‘in Verwesung, Fäulnis übergehend, feucht, nach Fäulnis riechend’ (18. Jh.), älter modericht (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fäule · Moder · Schimmel  ●  Gammel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Biologie, Medizin
Synonymgruppe
Fäule · Fäulnis · Gärung · Moder · Verfall · Verwesung · Zerfall  ●  Putrefaktion  lat. · Putreszenz  lat.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Moder‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moder‹.

Verwendungsbeispiele für ›Moder‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Moder sei ein ganz besonderer, selbstloser Mann, mit dem sie »zu gegebener Zeit« auch Kinder haben wolle. [Süddeutsche Zeitung, 24.07.2002]
Der dumpfe Moder mengte sich mit dem Geruch der Krankheit. [Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 1067]
Ich höre mich atmen, der Moder dringt pfeifend in mich ein, Vittoria läßt sich Zeit. [Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 68]
Wo sie jedoch überhand nimmt, bilden sich Schimmel und Moder auf kalten Oberflächen. [o. A.: Abschied vom Ohrensessel. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1999 [1998]]
Der Putz roch feucht am Abend, nach Moder und nach Gips. [Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 164]
Zitationshilfe
„Moder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moder>.

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