Moderne, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Moderne · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungMo-der-ne (computergeneriert)
HerkunftLatein
Grundformmodern1
Wortbildung mit ›Moderne‹ als Letztglied: ↗Industriemoderne · ↗Nachmoderne · ↗Popmode · ↗Postmoderne · ↗Spätmoderne · ↗Vormoderne
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
die moderne Richtung in der Literatur und Kunst um die Jahrhundertwende
2.
die gegenwärtige, neue Zeit, der moderne Zeitgeist, der sich oft in (teilweisem) Gegensatz zum Alten stehend empfindet
Beispiel:
aber sonst, rein äußerlich wenigstens, hält er allen Versuchungen der Moderne stand [H. KantAula278]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

modern · Moderne · modernisieren
modern Adj. ‘neu, zeitgemäß, dem neuesten Entwicklungsstand, der neuesten Mode entsprechend’, Übernahme (18. Jh.) von frz. moderne, das auf spätlat. modernus ‘neu’, eine Ableitung von lat. modo Adv. ‘nur, soeben, gerade, jetzt eben, erst’, eigentlich ‘mit Maß’, Ablativ von lat. modus ‘Maß, Ziel, Vorschrift, Art und Weise’ (s. ↗Modus), zurückgeht. Wie das lat. und frz. Vorbild bedeutet auch im Dt. modern anfangs nur ‘neu, neuzeitlich’ und wird im 18. Jh. häufig als Gegensatz zu alt, antik (besonders in bezug auf Architektur, Kunst, Literatur) verwendet. Unter dem Einfluß von ↗Mode (s. d.) nimmt modern auch die Bedeutung ‘dem Zeitgeschmack entsprechend’ an und steht bald für ‘modisch, elegant, vornehm’. Dazu die Steigerung hochmodern (19. Jh.). Moderne f. ‘neueste Zeit, Kunst der Gegenwart’ (1887), von H. Bahr („Kritik der Moderne” 1890) als Gegenwort zu ↗Antike (s. d.) verbreitet. modernisieren Vb. ‘dem neuesten Entwicklungsstand, dem neuesten Geschmack anpassen’ (18. Jh.), frz. moderniser.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschluß Antike Architektur Aufbruch Avantgarde Barock Errungenschaft Ikone Impressionismus Impressionist Islam Klassik Klassiker Kunst Meisterwerk Mittelalter Mythos Pinakothek Postmoderne Romantik Schwelle Tradition Wegbereiter architektonisch gemäßigt klassisch literarisch musikalisch westlich ästhetisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moderne‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit Hilfe der alten Werte soll die besinnungslose Moderne endlich zur Ruhe kommen.
Die Zeit, 07.09.2006, Nr. 37
Er markiert das Ende der Neunziger, des wachstumsstärksten Jahrzehnts der Moderne.
Der Tagesspiegel, 01.03.2004
Aber die russische Revolution ist zugleich eine Revolution gegen diese Revolution der Moderne.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 3
Die "Antike" läßt sich ebenso stilrein beschwören wie die "Moderne".
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 33
Eben weil sie es nicht wußte, noch wissen konnte, hat die europäische Moderne alles das geleistet und angerichtet.
Mann, Golo: Die europäische Moderne. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 9476
Zitationshilfe
„Moderne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moderne>, abgerufen am 19.11.2018.

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