Moll, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Moll · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›Moll‹ als Erstglied: ↗Mollakkord · ↗Molldreiklang · ↗Molltonart · ↗Molltonleiter
 ·  mit ›Moll‹ als Letztglied: ↗a-Moll · ↗as-Moll · ↗b-Moll · ↗c-Moll · ↗ces-Moll · ↗cis-Moll · ↗d-Moll · ↗des-Moll · ↗dis-Moll · ↗e-Moll · ↗es-Moll · ↗f-Moll · ↗fis-Moll · ↗g-Moll · ↗ges-Moll · ↗gis-Moll · ↗h-Moll
eWDG, 1974

Bedeutung

Musik Tongeschlecht derjenigen Tonarten, deren Tonleiter von der zweiten zur dritten und von der fünften zur sechsten Stufe einen Halbtonschritt aufweist
Gegenwort zu Dur
Beispiele:
das reine Moll
eine Symphonie in Moll
bildlich
Beispiel:
jmd., etw. ist auf Moll gestimmt (= ist wehmütig)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dur · Moll
Dur n. Moll n. Ausdrücke der Musik zur Bezeichnung diatonischer Tonarten, die als charakteristischstes Kennzeichen die große bzw. die kleine Terz enthalten. In der Grundskala der frühmittelalterlichen Musik wird der zweite Ganzton B (dafür heute h) mit einem dem Buchstaben b ähnlichen eckigen Zeichen, dem B quadratum oder durum (beides neutrale Formen von lat. quadrātus ‘viereckig’, dūrus ‘hart’), dessen Erniedrigung um einen Halbton (heute b) mit einem dem Buchstaben b ähnlichen gerundeten Zeichen, dem B rotundum oder molle (beides neutrale Formen von lat. rotundus ‘rund’, mollis ‘weich’) angegeben. Im späteren, aus sieben diatonischen Reihen von je 6 stufenweise aufeinanderfolgenden Tönen bestehenden Hexachordsystem (11. Jh.) wird die B durum (mhd. bēdūre) enthaltende Reihe Hexachordum durum, die B molle (mhd. bēmolle) enthaltende Reihe Hexachordum molle genannt. Innerhalb der Ausprägung der Chromatik (etwa 16. bis 18. Jh.) gehen die Ausdrücke Dur und Moll auf die beiden sich herausbildenden Tongeschlechter über.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Maulwurf · Moll · ↗Mull

Typische Verbindungen zu ›Moll‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moll‹.

Verwendungsbeispiele für ›Moll‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Musik bleibt insgesamt nicht bei der Stange, gewiß nicht im Dur, aber auch nicht im Moll.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 406
Für Moll ist schon sehr früh die Welt nicht mehr in Ordnung.
Die Zeit, 10.12.1982, Nr. 50
Form; der zweite Satz ist zweitl. in Moll, am Schluß steht ein Allegro im imitierenden Stil.
Briquet, Marie: Guignon. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 38881
Präsentiert werden die "Szenen einer Ehe in Dur und Moll" am 13.
Der Tagesspiegel, 10.11.2000
Da war ein Wechsel von Dur und Moll, unvergeßlich - den mußte es geben.
Tucholsky, Kurt: An Mary Gerold-Tucholsky, 14.03.1918. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 15865
Zitationshilfe
„Moll“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moll>, abgerufen am 07.06.2020.

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