Molle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Molle · Nominativ Plural: Mollen
Aussprache
WorttrennungMol-le
Wortbildung mit ›Molle‹ als Erstglied: ↗Mollenfriedhof
eWDG, 1974

Bedeutung

berlinisch, umgangssprachlich ein Glas Bier
Beispiele:
eine kleine, kühle Molle
eine Molle trinken
salopp eine Molle zischen (= eine M. trinken)
Hier sang man von der blühenden Linde / Und goß eine Molle hinter die Binde [WeinertZwischensp.375]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mulde · Molle
Mulde f. ‘längliches, abgerundetes Gefäß’, ahd. muolt(e)ra, muolter, multer (10. Jh.), mulda, molda (mfrk., nfrk. 11. Jh.), mhd. multer, muolter, mulde ‘halbrundes, ausgehöhltes Gefäß zum Reinigen des Getreides, Mehl-, Backtrog’, mnd. molde, molle, mnl. moude, mouwe, molde ‘Milch- und Butterkübel, Backtrog’ sind entlehnt aus lat. mulctra ‘Melkfaß, Melkkübel’ (zu lat. mulgēre ‘melken’). Die Herkunft läßt sich am deutlichsten an einer Form wie ahd. mulhtra (Hs. 12. Jh.) erkennen, die die auf der Lautverschiebung beruhende Entwicklung des lat. k-(c-)Lauts zu h zeigt. Seit dem 18. Jh. gilt Mulde auch für ‘Vertiefung des Erdreichs, wellenförmige Senkung eines Flözes’, vgl. Talmulde. In Berlin übliches Molle f. ‘Glas Bier, Bierglas’ setzt mnd. molle (s. oben) fort.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Geld allein macht nicht glücklich, und ’ ne Molle passt immer noch rein.
Der Tagesspiegel, 09.09.2003
Die Kneipen heißen Locus und Freßco, aber durchaus auch Kreuzberger Molle.
Süddeutsche Zeitung, 31.10.2001
Zitationshilfe
„Molle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Molle>, abgerufen am 16.09.2019.

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