Moloch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Molochs · Nominativ Plural: Moloche
Aussprache 
Worttrennung Mo-loch
Herkunft aus gleichbedeutend Molochspätlat < molekhebr (מלך), eigentlich ‘Schande’ < melekhebr (מלך), dem Namen eines semitischen Gottkönigs, eigentlich ‘König’
eWDG

Bedeutung

Inbegriff für etw., das ständig und unersättlich Opfer fordert
Beispiele:
der Moloch des Krieges, Straßenverkehrs, Genusses
Sie werde […] zunächst einen schlimmen Götzen zertrümmern: nämlich den Moloch des Kapitals [ G. Hauptm.Quint1,83]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moloch m. ‘unersättliche Macht’, als bildlicher Begriff hervorgegangen (16. Jh.) aus biblischem spätlat. Moloch (Vulgata, Luther, bibl.-griech. Μολόχ), entsprechend hebr. molek (eigentlich ‘Schande’). Dies ist eine absichtliche Entstellung von hebr. melek, dem Namen (eigentlich ‘König’) eines semitischen Gottkönigs, da die diesem dargebrachten Menschenopfer, zumal der Erstgeborenen, von den Propheten mißbilligt wurden.

Thesaurus

Synonymgruppe
Moloch · alles verschlingende Macht

Typische Verbindungen zu ›Moloch‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moloch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Moloch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dem großstädtischen Moloch können sie nur durch lebenslanges Leiden entkommen.
Der Tagesspiegel, 05.05.1998
Als bloßes monetäres Wesen werden es seine Völker ebensowenig in ihre Herzen schließen wie als bürokratischen Moloch.
Die Zeit, 08.04.1998, Nr. 16
Die Ofenhölle, das war das rotglühende Herz inmitten der Moloch.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 1006
Es war merkwürdig, wie leicht zu allen Zeiten der Geschichte die Ältesten bereit waren, die Jugend dem Moloch zu opfern.
Koeppen, Wolfgang: Das Treibhaus. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1953], S. 352
Der Moloch der bürgerlichen Zeitungs-Industrie verschlang ihn in seinen besten Jahren.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1351
Zitationshilfe
„Moloch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moloch>, abgerufen am 27.01.2022.

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