Moment, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Moment(e)s · Nominativ Plural: Momente
Aussprache
WorttrennungMo-ment
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Moment‹ als Erstglied: ↗Momentaufnahme · ↗momentweise  ·  mit ›Moment‹ als Letztglied: ↗Glücksmoment · ↗Schicksalsmoment · ↗Schockmoment
eWDG, 1974

Bedeutung

sehr kurze Zeitspanne, Augenblick
Beispiele:
ein kurzer, kritischer, großer, erhebender, feierlicher, historischer Moment
der Geisteskranke hat zuweilen lichte Momente (= denkt manchmal klar)
die entscheidenden Momente unseres Lebens
ein (kurzer) Moment des Schweigens, der Stille
einen Moment (lang) zögern, nachdenken
sich einen Moment (lang) hinsetzen, gedulden
für, auf einen Moment hinausgehen
es dauert nur (noch) einen Moment!
einen Moment, bitte!
umgangssprachlich Moment mal!Einwurf zur Unterbrechung einer Rede oder eines Vorgangs   halt
Beispiele:
Moment mal! Das stimmt doch nicht!
Moment mal, da fällt mir etwas ein
zur Bezeichnung eines Zeitpunktes
Beispiele:
im Moment (= augenblicklich) habe ich keine Zeit
im ersten, gleichen, selben, nächsten, letzten Moment
jetzt ist der Moment gekommen, wo wir uns trennen müssen
den richtigen, geeigneten Moment abwarten, abpassen, verpassen (= die beste, günstigste Gelegenheit abwarten, abpassen, verpassen)
umgangssprachlich den richtigen, geeigneten Moment erwischen (= die beste, günstigste Gelegenheit erwischen)
sie kann jeden Moment (= sogleich) kommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moment1 · momentan
Moment1 m. ‘Augenblick’, gleicher Herkunft wie ↗Moment n. (s. d.). Ein vereinzelt bezeugtes mhd. mōmente f. ‘Augenblick’ ist entweder direkt aus lat. mōmentum in seiner Bedeutung ‘(kritischer) Augenblick’ oder aus darauf beruhendem afrz. moment m. ‘kurze Zeitspanne’ entlehnt. Gelegentlichem Gebrauch von lat. mōmentum im dt. Text oder eingedeutschtem moment während des 15. und 16. Jhs. folgt im 17. Jh. Entlehnung von frz. moment m. ‘Zeit(punkt)’ und damit auch die Übernahme des mask. Genus. Frz. Aussprache hält sich vielfach bis ins späte 19. Jh. momentan Adj. ‘augenblicklich, vorübergehend’ (18. Jh.), frz. momentané (16. Jh., mfrz. momientené, 14. Jh.), spätlat. mōmentāneus ‘nur augenblicklich, zeitlich’.

Moment2 n. ‘Beweggrund, Gesichtspunkt, Merkmal, Umstand’, Entlehnung der Rechts- und philosophischen Wissenschaftssprache (17. Jh.) aus lat. mōmentum n. ‘Bewegungskraft, -dauer, Beweggrund, Gewicht, Bedeutung’, auch ‘(kritischer) Augenblick’ (s. ↗Moment m.), eigentlich ‘das Übergewicht, das bei gleichschwebenden Waagebalken den Ausschlag gibt’. Das lat. Substantiv ist (über *movimentum) zu lat. movēre ‘bewegen’ gebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Augenblick · Moment · ↗Zeitpunkt
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Augenblick  ●  Moment  ugs. · ↗Sekunde  ugs.
Synonymgruppe
(es) dauert einen Moment · (es) kann einen Moment dauern · (es) kann sich nur um (ein paar) Minuten handeln · Augenblick bitte! · Moment(chen) · ↗gleich · in ein paar Minuten · in einigen Minuten · in wenigen Minuten · ↗nachher · warte (mal) einen Augenblick! · warte (mal) kurz!  ●  nur eine Sekunde  fig. · (es) kann sich nur noch um Stunden handeln  ugs., Spruch, ironisch, variabel · Momentchen  ugs. · ↗Sekunde  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
Anhaltspunkt · ↗Anzeichen · ↗Hinweis · ↗Indiz · ↗Indizienbeweis · Moment · ↗Verdachtsgrund · ↗Verdachtsmoment

Typische Verbindungen
computergeneriert

Glück auslösend aussehen bewegend denken emotional entscheidend erleben gewarten glücklich historisch innehalten kritisch kurz letzt licht magisch magnetisch nah retardierend richtig scheinen schön selb selten solch unbeobachtet vergessen warten zögern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moment‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So was braucht man nicht vorher zu besprechen, das fällt einem in dem Moment ein, in dem es gebraucht wird.
konkret, 1997
Wenn das nicht zerebral bleibt, kommt der Moment, wo es peinlich wird.
Die Zeit, 23.02.1996, Nr. 9
In den verschiedenen Dingen überwiegt bald das eine, bald das andere Moment.
Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe - G. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1904], S. 9939
Mit dem Momente des Sieges aber schlug die Lage um.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 12037
Ich hoffe, daß es mir gelungen ist, die für die Geschichte wesentlichen Momente jetzt klarer herauszuheben.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 18867
Zitationshilfe
„Moment“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moment#1>, abgerufen am 12.11.2019.

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Moment, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Moment(e)s · Nominativ Plural: Momente
Aussprache
WorttrennungMo-ment
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Moment‹ als Letztglied: ↗Drehmoment · ↗Gefahrenmoment · ↗Gefühlsmoment · ↗Handlungsmoment · ↗Hauptmoment · ↗Spannungsmoment · ↗Strukturmoment · ↗Trägheitsmoment · ↗Verdachtsmoment · ↗Vergleichsmoment · ↗Zeitmoment · ↗Überraschungsmoment
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
wichtiger, entscheidender Umstand, Faktor
Beispiele:
das auslösende, treibende, entscheidende, ausschlaggebende, bestimmende Moment
ein historisches Moment
subjektive, objektive Momente
die Bedeutung des retardierenden Moments im Epos, Roman
die verschiedenen Momente der Entwicklung analysieren
sich [Dativ] das (psychologische) Moment der Überraschung zunutze machen
das wichtigste Moment (= Beweisstück) für die Verurteilung des Verbrechers waren die Fingerabdrücke
Element
Beispiele:
ein Moment der Spannung, Unversöhnlichkeit, Unduldsamkeit in die Auseinandersetzung tragen
Erotische Momente oder auch nur Andeutungen fehlen in den Tänzen völlig [UhseTagebuch66]
Gesichtspunkt
Beispiele:
bei einer Beurteilung der Sache sind verschiedene Momente zu berücksichtigen
wir lassen uns bei unseren Entscheidungen von folgenden Momenten leiten
die Verhandlung gegen den Angeklagten erbrachte keine (wesentlich) neuen Momente
Es gibt immer entlastende Momente [NollHolt2,428]
2.
Physik Produktbetrag, der aus Kraft und senkrechtem Abstand zwischen Kraftrichtung und Drehachse besteht, Drehmoment
Beispiel:
das magnetische Moment (= Produkt aus Polstärke und Abstand der Pole eines Magneten)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moment1 · momentan
Moment1 m. ‘Augenblick’, gleicher Herkunft wie ↗Moment n. (s. d.). Ein vereinzelt bezeugtes mhd. mōmente f. ‘Augenblick’ ist entweder direkt aus lat. mōmentum in seiner Bedeutung ‘(kritischer) Augenblick’ oder aus darauf beruhendem afrz. moment m. ‘kurze Zeitspanne’ entlehnt. Gelegentlichem Gebrauch von lat. mōmentum im dt. Text oder eingedeutschtem moment während des 15. und 16. Jhs. folgt im 17. Jh. Entlehnung von frz. moment m. ‘Zeit(punkt)’ und damit auch die Übernahme des mask. Genus. Frz. Aussprache hält sich vielfach bis ins späte 19. Jh. momentan Adj. ‘augenblicklich, vorübergehend’ (18. Jh.), frz. momentané (16. Jh., mfrz. momientené, 14. Jh.), spätlat. mōmentāneus ‘nur augenblicklich, zeitlich’.

Moment2 n. ‘Beweggrund, Gesichtspunkt, Merkmal, Umstand’, Entlehnung der Rechts- und philosophischen Wissenschaftssprache (17. Jh.) aus lat. mōmentum n. ‘Bewegungskraft, -dauer, Beweggrund, Gewicht, Bedeutung’, auch ‘(kritischer) Augenblick’ (s. ↗Moment m.), eigentlich ‘das Übergewicht, das bei gleichschwebenden Waagebalken den Ausschlag gibt’. Das lat. Substantiv ist (über *movimentum) zu lat. movēre ‘bewegen’ gebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Augenblick · Moment · ↗Zeitpunkt
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Augenblick  ●  Moment  ugs. · ↗Sekunde  ugs.
Synonymgruppe
(es) dauert einen Moment · (es) kann einen Moment dauern · (es) kann sich nur um (ein paar) Minuten handeln · Augenblick bitte! · Moment(chen) · ↗gleich · in ein paar Minuten · in einigen Minuten · in wenigen Minuten · ↗nachher · warte (mal) einen Augenblick! · warte (mal) kurz!  ●  nur eine Sekunde  fig. · (es) kann sich nur noch um Stunden handeln  ugs., Spruch, ironisch, variabel · Momentchen  ugs. · ↗Sekunde  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
Anhaltspunkt · ↗Anzeichen · ↗Hinweis · ↗Indiz · ↗Indizienbeweis · Moment · ↗Verdachtsgrund · ↗Verdachtsmoment

Typische Verbindungen
computergeneriert

Glück auslösend aussehen bewegend denken emotional entscheidend erleben gewarten glücklich historisch innehalten kritisch kurz letzt licht magisch magnetisch nah retardierend richtig scheinen schön selb selten solch unbeobachtet vergessen warten zögern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moment‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So was braucht man nicht vorher zu besprechen, das fällt einem in dem Moment ein, in dem es gebraucht wird.
konkret, 1997
Wenn das nicht zerebral bleibt, kommt der Moment, wo es peinlich wird.
Die Zeit, 23.02.1996, Nr. 9
In den verschiedenen Dingen überwiegt bald das eine, bald das andere Moment.
Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe - G. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1904], S. 9939
Mit dem Momente des Sieges aber schlug die Lage um.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 12037
Ich hoffe, daß es mir gelungen ist, die für die Geschichte wesentlichen Momente jetzt klarer herauszuheben.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 18867
Zitationshilfe
„Moment“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moment#2>, abgerufen am 12.11.2019.

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