Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Moment, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Moment(e)s · Nominativ Plural: Momente
Aussprache  [moˈmɛnt]
Worttrennung Mo-ment
Wortbildung  mit ›Moment‹ als Erstglied: Momentaufnahme · momentweise  ·  mit ›Moment‹ als Letztglied: Glücksmoment · Schicksalsmoment · Schockmoment
Mehrwortausdrücke  Moment mal · jeden Moment · lichter Moment
Herkunft aus momentfrz ‘Zeit(punkt)’
eWDG

Bedeutung

sehr kurze Zeitspanne, Augenblick
Beispiele:
ein kurzer, kritischer, großer, erhebender, feierlicher, historischer Moment
der Geisteskranke hat zuweilen lichte Momente (= denkt manchmal klar)
die entscheidenden Momente unseres Lebens
ein (kurzer) Moment des Schweigens, der Stille
einen Moment (lang) zögern, nachdenken
sich einen Moment (lang) hinsetzen, gedulden
für, auf einen Moment hinausgehen
es dauert nur (noch) einen Moment!
einen Moment, bitte!
umgangssprachlich Moment mal!Einwurf zur Unterbrechung einer Rede oder eines Vorgangs   halt
Beispiele:
Moment mal! Das stimmt doch nicht!
Moment mal, da fällt mir etwas ein
zur Bezeichnung eines Zeitpunktes
Beispiele:
im Moment (= augenblicklich) habe ich keine Zeit
im ersten, gleichen, selben, nächsten, letzten Moment
jetzt ist der Moment gekommen, wo wir uns trennen müssen
den richtigen, geeigneten Moment abwarten, abpassen, verpassen (= die beste, günstigste Gelegenheit abwarten, abpassen, verpassen)
umgangssprachlichden richtigen, geeigneten Moment erwischen (= die beste, günstigste Gelegenheit erwischen)
sie kann jeden Moment (= sogleich) kommen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moment1 · momentan
Moment1 m. ‘Augenblick’, gleicher Herkunft wie Moment2 n. (s. d.). Ein vereinzelt bezeugtes mhd. mōmente f. ‘Augenblick’ ist entweder direkt aus lat. mōmentum in seiner Bedeutung ‘(kritischer) Augenblick’ oder aus darauf beruhendem afrz. moment m. ‘kurze Zeitspanne’ entlehnt. Gelegentlichem Gebrauch von lat. mōmentum im dt. Text oder eingedeutschtem moment während des 15. und 16. Jhs. folgt im 17. Jh. Entlehnung von frz. moment m. ‘Zeit(punkt)’ und damit auch die Übernahme des mask. Genus. Frz. Aussprache hält sich vielfach bis ins späte 19. Jh. – momentan Adj. ‘augenblicklich, vorübergehend’ (18. Jh.), frz. momentané (16. Jh., mfrz. momientené, 14. Jh.), spätlat. mōmentāneus ‘nur augenblicklich, zeitlich’.

Typische Verbindungen zu ›Moment‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moment‹.

Verwendungsbeispiele für ›Moment‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Moment müßte ich noch über 800 Mark von ihm kriegen. [Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 143]
Insgesamt tragen die Ausführungen den Charakter einer Überzeugungsrede mit wenigen Informationen, affektive Momente überwiegen. [Barthel, Henner (Hg.), Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig 1998, S. 115]
Es ist tragisch, dass man automatisch beim Geld landet, wenn man über Filme reden will, aber im Moment dreht sich alles darum. [Der Spiegel, 19.03.2001]
Obgleich er am frühen Abend darauf gedrängt hatte, möglichst bald loszugehen, bat er mich jetzt, noch einen Moment hereinzukommen. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zitationshilfe
„Moment“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moment#1>.

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Moment, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Moment(e)s · Nominativ Plural: Momente
Aussprache  [moˈmɛnt]
Worttrennung Mo-ment
Wortbildung  mit ›Moment‹ als Letztglied: Drehmoment · Gefahrenmoment · Gefühlsmoment · Handlungsmoment · Hauptmoment · Spannungsmoment · Strukturmoment · Trägheitsmoment · Verdachtsmoment · Vergleichsmoment · Zeitmoment · Überraschungsmoment
Herkunft zu mōmentumlat ‘Bewegungskraft, -dauer, Beweggrund, Gewicht, Bedeutung’
eWDG

Bedeutungen

1.
wichtiger, entscheidender Umstand, Faktor
Beispiele:
das auslösende, treibende, entscheidende, ausschlaggebende, bestimmende Moment
ein historisches Moment
subjektive, objektive Momente
die Bedeutung des retardierenden Moments im Epos, Roman
die verschiedenen Momente der Entwicklung analysieren
sich [Dativ] das (psychologische) Moment der Überraschung zunutze machen
das wichtigste Moment (= Beweisstück) für die Verurteilung des Verbrechers waren die Fingerabdrücke
Element
Beispiele:
ein Moment der Spannung, Unversöhnlichkeit, Unduldsamkeit in die Auseinandersetzung tragen
Erotische Momente oder auch nur Andeutungen fehlen in den Tänzen völlig [ UhseTagebuch66]
Gesichtspunkt
Beispiele:
bei einer Beurteilung der Sache sind verschiedene Momente zu berücksichtigen
wir lassen uns bei unseren Entscheidungen von folgenden Momenten leiten
die Verhandlung gegen den Angeklagten erbrachte keine (wesentlich) neuen Momente
Es gibt immer entlastende Momente [ NollHolt2,428]
2.
Physik Produktbetrag, der aus Kraft und senkrechtem Abstand zwischen Kraftrichtung und Drehachse besteht, Drehmoment
Beispiel:
das magnetische Moment (= Produkt aus Polstärke und Abstand der Pole eines Magneten)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moment2 n. ‘Beweggrund, Gesichtspunkt, Merkmal, Umstand’, Entlehnung der Rechts- und philosophischen Wissenschaftssprache (17. Jh.) aus lat. mōmentum n. ‘Bewegungskraft, -dauer, Beweggrund, Gewicht, Bedeutung’, auch ‘(kritischer) Augenblick’ (s. Moment1 m.), eigentlich ‘das Übergewicht, das bei gleichschwebenden Waagebalken den Ausschlag gibt’. Das lat. Substantiv ist (über *movimentum) zu lat. movēre ‘bewegen’ gebildet.

Typische Verbindungen zu ›Moment‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moment‹.

Verwendungsbeispiele für ›Moment‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es sei ein besonderes Moment proletarischer Solidarität gegenüber uns bürgerlichen Studenten betont. [o. A.[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt: Fischer Bücherei 1971, S. 115]
Wichtiger jedoch ist die ungewöhnliche Wahl des dargestellten Momentes bei dieser Gruppe. [Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 144]
Und ebenso fraglos haben wir uns dem eigentlichen Gehalt dieses großen Moments unserer Literatur noch nicht gestellt. [Kant, Hermann: Eingangsreferat auf dem X. Kongreß des Schriftstellerverbandes der DDR am 04.11.1998. In: Barthel, Henner (Hg.) Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig 1998 [1987], S. 169]
Hoffentlich, findet der aufgeklärte Rest, denn das Musical hat entschieden große Momente. [Die Zeit, 13.04.2000, Nr. 16]
Aber auch das ist ein Moment seiner Freiheit, mit anderen Worten, ein Moment seiner privilegierten Situation. [Kursbuch, 1970, Bd. 22]
Zitationshilfe
„Moment“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moment#2>.

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