Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Mond, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mond(e)s · Nominativ Plural: Monde
Aussprache  [moːnt]
eWDG

Bedeutungen

1.
Himmelskörper, der einen größeren Planeten umkreist
a)
Beispiele:
die Monde des Jupiters
ein künstlicher Mond
b)
besonders am Nachthimmel sichtbarer, das Sonnenlicht reflektierender, natürlicher Erdtrabant
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
der helle, rötliche Mond
gehobender bleiche, silberne Mond
das milde, sanfte, weiße, kalte Licht des Mondes
der helle Schein des Mondes
gehobender helle Schimmer des Mondes
die volle Scheibe, schmale Sichel, das erste Viertel des Mondes
die Oberfläche, Kraterlandschaft, Rückseite des Mondes
die der Erde abgewandte Seite des Mondes
der Mond scheint, leuchtet hell, ist aufgegangen, steht am Himmel, zieht durch die Wolken
Guter Mond, du gehst so stille / Durch die Abendwolken hin [Volkslied]
der Mond nimmt zu (= es geht auf Vollmond zu)
der Mond nimmt ab (= es geht auf Neumond zu)
der Mond hat heute einen Hof
der Mond kreist um die Erde
der Flug des Menschen zum Mond
die (weiche) Landung der Rakete, des Raumschiffs auf dem Mond
bildlich
Beispiele:
saloppden Mond anbellen (= sich nutzlos ereifern)
sprichwörtlichwas kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt?
übertragen
Beispiele:
ein Schloss im, auf dem Mond (= etw. nur in der Einbildung Bestehendes, Unerreichbares)
nach dem Mond greifen (= Unmögliches erreichen wollen)
saloppetw. in den Mond schreiben (= etw. als verloren betrachten, abschreiben)
saloppin den Mond gucken (= das Nachsehen haben)
Beispiele:
der Mann im Mond (= aus den Mondflecken gedeutete sagenhafte Gestalt)
Er schien so unbekannt hienieden wie der Mann im Mond [ U. BecherMänner160]
auf, (drei Meilen) hinter dem Mond lebenkeine Ahnung von der realen Lage haben, weltfremd, rückständig sein
Beispiele:
ja, leben Sie denn auf dem Mond, dass Sie das nicht wissen?
du kommst wohl vom Mond, bist wohl vom Mond gefallen? (= du weißt aber auch gar nicht Bescheid)
hinter dem Mond (her) sein (= nicht auf dem laufenden, rückständig sein)
meine Uhr geht nach dem Mond (= geht ungenau, falsch)
den Kerl möchte ich am liebsten auf den Mond schießen (= wünsche ich weit weg)
2.
übertragen Dinge, die äußerlich einem Halb- oder Vollmond ähnlich sind
a)
sichtbarer weißer Teil der Nagelwurzel
Beispiel:
beim Lackieren der Fingernägel den Mond freilassen
b)
salopp, scherzhaft Glatze
Beispiel:
einen (mächtigen) Mond haben
3.
dichterisch Monat
Beispiele:
seit vielen, wenigen Monden
bald wußte Jirmijah nicht mehr, ob nur Monde oder Jahre … vergangen waren [ WerfelJeremias294]
An jenem Tag im blauen Mond September [ BrechtGedichte35]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mond · mondsüchtig · Mondkalb · Mondfinsternis
Mond m. ‘der die Erde umkreisende Himmelskörper’, dann überhaupt (seit dem 18. Jh.) ‘Trabant eines Planeten’. Die in der Wurzelsilbe miteinander ablautenden n-Stämme (germ. *mēnan-) mit der Bedeutung ‘Mond’ ahd. māno (8. Jh.), mhd. mān(e), mōn(e) ‘Mond, Monat’, asächs. māno, mnd. mnl. māne, nl. maan, afries. aengl. mōna, engl. moon, anord. māni, schwed. måne, got. mēna (germ. *mēnan-) stehen neben den unter Monat (s. d.) aufgeführten Formen. Sie haben sich wohl durch Abfall des Dentals und Übertritt in die Flexion der n-Stämme in gleicher Weise aus der Ausgangsform ie. *mēnōt- (s. Monat) entwickelt wie die unter Neffe (s. d.) angeführten germ. Formen aus ie. *nepōt-. Die vergleichbaren außergerm. Bildungen für ‘Mond, Monat’ weisen ursprünglich fast alle ein -s- auf. Aind. mā́ḥ ‘Mond, Monat’, griech. mḗnē (μήνη) ‘Mond’, eine Ableitung von griech. mḗn (μήν) ‘Monat’, auch ‘Mondsichel’, lat. mēnsis ‘Monat’, air. ‘Monat’, lit. ménesis, (mundartlich) ménas ‘Mond, Monat’, aslaw. mĕsęcь, russ. mésjac (месяц) ‘Mond, Monat’ führen auf ie. *mēnes-, *mēns-, *mēs- ‘Monat, Mond’, das ebenso wie ie. *mēnōt- (s. oben) zur Wurzel ie. *mē- ‘messen’ (s. Mal1) gehört, so daß der Mond als ‘Zeitmesser’ zu erklären ist. Die Form nhd. Mond entsteht im 14. Jh. durch Vermischung von mhd. mōn(e) und mhd. mānōt, mōnōt (s. Monat), breitet sich aber (obwohl von Luther verwendet) erst im 17. Jh. aus. Mond im Sinne von ‘Monat’ ist bis in die Gegenwart literarisch bezeugt. mondsüchtig Adj. ‘bei Mondschein schlafwandelnd’ (18. Jh.), älter mon-, mansuchtig (15. Jh.), monsüchtig (Luther) für lat. lūnāticus ‘auf dem Mond lebend, dem Mondwechsel unterworfen’; vgl. ahd. mānōdsioh (s. Monat). Mondkalb n. ‘Mißgeburt’, zunächst einer Kuh (16. Jh.), bedingt durch den Aberglauben, der Mond habe Einfluß auf Geburten; dann allgemein als Schimpfwort. Mondfinsternis f. (17. Jh.).

Thesaurus

Astronomie
Synonymgruppe
Erdbegleiter · Erdmond · Erdtrabant · Mond  ●  Luna  fachspr. · kosmischer Nachbar  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Astronomie
Synonymgruppe
Begleiter · Mond · Satellit · Trabant
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Mond‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mond‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mond‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der sublunaren Welt unterhalb des Mondes dagegen wuselt die Bewegung. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 82]
Und den Mond ließ er in 28 Tagen um die Erde kreisen. [Kracke, Helmut: Aus eins mach zehn und zehn ist keins, Tübingen: Wunderlich Verl. Leins 1968, S. 20]
Der Mond bat seine Mutter, ihm einen passenden Mantel anzufertigen. [Röhrich, Lutz: passen. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 7927]
Es wurde eine beträchtliche Zahl von Aufnahmen des Mondes gemacht. [Tappolet, Willy: Maurice. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 42556]
Ich musste den Mond angrinsen, so grauenhaft komisch fand ich das. [Die Zeit, 12.08.1999, Nr. 33]
Zitationshilfe
„Mond“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mond>.

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