Mond, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mond(e)s · Nominativ Plural: Monde
Aussprache
Wortbildung mit ›Mond‹ als Erstglied: ↗Mondaufgang · ↗Mondbahn · ↗Mondboot · ↗Mondenglanz · ↗Mondenlicht · ↗Mondenschein · ↗Mondesglanz · ↗Mondeslicht · ↗Mondfinsternis · ↗Mondfleck · ↗Mondflug · ↗Mondfähre · ↗Mondgebirge · ↗Mondgesicht · ↗Mondgestein · ↗Mondglanz · ↗Mondgravitation · ↗Mondgöttin · ↗Mondjahr · ↗Mondkalb · ↗Mondkrater · ↗Mondlandefähre · ↗Mondlandschaft · ↗Mondlandung · ↗Mondlicht · ↗Mondnacht · ↗Mondoberfläche · ↗Mondphase · ↗Mondpreis · ↗Mondrakete · ↗Mondscheibe · ↗Mondschein · ↗Mondsichel · ↗Mondsonde · ↗Mondstreif · ↗Mondsucht · ↗Mondsüchtigkeit · ↗Monduntergang · ↗Mondwechsel · ↗Möndchen · ↗mondbeglänzt · ↗mondhell · ↗mondlos · ↗mondsüchtig
 ·  mit ›Mond‹ als Letztglied: ↗Erdmond · ↗Halbmond · ↗Heumond · ↗Honigmond · ↗Jupitermond · ↗Neumond · ↗Silbermond · ↗Tagmond · ↗Vollmond · ↗Wonnemond
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Himmelskörper, der einen größeren Planeten umkreist
a)
Beispiele:
die Monde des Jupiters
ein künstlicher Mond
b)
nur im Singular
besonders am Nachthimmel sichtbarer, das Sonnenlicht reflektierender, natürlicher Erdtrabant
Beispiele:
der helle, rötliche Mond
gehoben der bleiche, silberne Mond
das milde, sanfte, weiße, kalte Licht des Mondes
der helle Schein des Mondes
gehoben der helle Schimmer des Mondes
die volle Scheibe, schmale Sichel, das erste Viertel des Mondes
die Oberfläche, Kraterlandschaft, Rückseite des Mondes
die der Erde abgewandte Seite des Mondes
der Mond scheint, leuchtet hell, ist aufgegangen, steht am Himmel, zieht durch die Wolken
der Mond nimmt zu (= es geht auf Vollmond zu)
der Mond nimmt ab (= es geht auf Neumond zu)
der Mond hat heute einen Hof
der Mond kreist um die Erde
der Flug des Menschen zum Mond
die (weiche) Landung der Rakete, des Raumschiffs auf dem Mond
Guter Mond, du gehst so stille / Durch die Abendwolken hin [Volkslied]
bildlich
Beispiele:
salopp den Mond anbellen (= sich nutzlos ereifern)
sprichwörtlich was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt?
übertragen
Beispiele:
ein Schloss im, auf dem Mond (= etw. nur in der Einbildung Bestehendes, Unerreichbares)
nach dem Mond greifen (= Unmögliches erreichen wollen)
salopp etw. in den Mond schreiben (= etw. als verloren betrachten, abschreiben)
salopp in den Mond gucken (= das Nachsehen haben)
Beispiele:
der Mann im Mond (= aus den Mondflecken gedeutete sagenhafte Gestalt)
Er schien so unbekannt hienieden wie der Mann im Mond [U. BecherMänner160]
auf, (drei Meilen) hinter dem Mond lebenkeine Ahnung von der realen Lage haben, weltfremd, rückständig sein
Beispiele:
ja, leben Sie denn auf dem Mond, dass Sie das nicht wissen?
du kommst wohl vom Mond, bist wohl vom Mond gefallen? (= du weißt aber auch gar nicht Bescheid)
hinter dem Mond (her) sein (= nicht auf dem laufenden, rückständig sein)
meine Uhr geht nach dem Mond (= geht ungenau, falsch)
den Kerl möchte ich am liebsten auf den Mond schießen (= wünsche ich weit weg)
2.
übertragen Dinge, die äußerlich einem Halb- oder Vollmond ähnlich sind
a)
sichtbarer weißer Teil der Nagelwurzel
Beispiel:
beim Lackieren der Fingernägel den Mond freilassen
b)
salopp, scherzhaft Glatze
Beispiel:
einen (mächtigen) Mond haben
3.
dichterisch Monat
Beispiele:
seit vielen, wenigen Monden
bald wußte Jirmijah nicht mehr, ob nur Monde oder Jahre ... vergangen waren [WerfelJeremias294]
An jenem Tag im blauen Mond September [BrechtGedichte35]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mond · mondsüchtig · Mondkalb · Mondfinsternis
Mond m. ‘der die Erde umkreisende Himmelskörper’, dann überhaupt (seit dem 18. Jh.) ‘Trabant eines Planeten’. Die in der Wurzelsilbe miteinander ablautenden n-Stämme (germ. *mēnan-) mit der Bedeutung ‘Mond’ ahd. māno (8. Jh.), mhd. mān(e), mōn(e) ‘Mond, Monat’, asächs. māno, mnd. mnl. māne, nl. maan, afries. aengl. mōna, engl. moon, anord. māni, schwed. måne, got. mēna (germ. *mēnan-) stehen neben den unter ↗Monat (s. d.) aufgeführten Formen. Sie haben sich wohl durch Abfall des Dentals und Übertritt in die Flexion der n-Stämme in gleicher Weise aus der Ausgangsform ie. *mēnōt- (s. ↗Monat) entwickelt wie die unter ↗Neffe (s. d.) angeführten germ. Formen aus ie. *nepōt-. Die vergleichbaren außergerm. Bildungen für ‘Mond, Monat’ weisen ursprünglich fast alle ein -s- auf. Aind. mā́ḥ ‘Mond, Monat’, griech. mḗnē (μήνη) ‘Mond’, eine Ableitung von griech. mḗn (μήν) ‘Monat’, auch ‘Mondsichel’, lat. mēnsis ‘Monat’, air. ‘Monat’, lit. ménesis, (mundartlich) ménas ‘Mond, Monat’, aslaw. mĕsęcь, russ. mésjac (месяц) ‘Mond, Monat’ führen auf ie. *mēnes-, *mēns-, *mēs- ‘Monat, Mond’, das ebenso wie ie. *mēnōt- (s. oben) zur Wurzel ie. *mē- ‘messen’ (s. ↗Mal) gehört, so daß der Mond als ‘Zeitmesser’ zu erklären ist. Die Form nhd. Mond entsteht im 14. Jh. durch Vermischung von mhd. mōn(e) und mhd. mānōt, mōnōt (s. ↗Monat), breitet sich aber (obwohl von Luther verwendet) erst im 17. Jh. aus. Mond im Sinne von ‘Monat’ ist bis in die Gegenwart literarisch bezeugt. mondsüchtig Adj. ‘bei Mondschein schlafwandelnd’ (18. Jh.), älter mon-, mansuchtig (15. Jh.), monsüchtig (Luther) für lat. lūnāticus ‘auf dem Mond lebend, dem Mondwechsel unterworfen’; vgl. ahd. mānōdsioh (s. ↗Monat). Mondkalb n. ‘Mißgeburt’, zunächst einer Kuh (16. Jh.), bedingt durch den Aberglauben, der Mond habe Einfluß auf Geburten; dann allgemein als Schimpfwort. Mondfinsternis f. (17. Jh.).

Thesaurus

Astronomie
Synonymgruppe
Erdbegleiter · ↗Erdmond · ↗Erdtrabant · Mond  ●  ↗Luna  fachspr. · kosmischer Nachbar  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • mondsüchtig · schlafwandelnd · ↗somnambul
  • Lunarkalender · Mondkalender · freier Lunarkalender · ungebundener Lunarkalender
  • Lunisolarkalender · gebundener Lunarkalender
  • Mondkartierung · ↗Selenografie
  • Tellurium  fachspr., lat.
  • Blutmond · Kupfermond
Astronomie
Synonymgruppe
Begleiter · Mond · ↗Satellit · ↗Trabant
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Erdbegleiter · ↗Erdmond · ↗Erdtrabant · Mond  ●  ↗Luna  fachspr. · kosmischer Nachbar  ugs.
  • Galileische Monde · Galileische Satelliten · Galileische Trabanten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anziehungskraft Astronaut Erde Flug Himmelskörper Kernschatten Landung Mars Oberfläche Planet Rückseite Saturn Sichel Sonde Sonne Sonnensystem Stern Umlaufbahn Venus Wettlauf abnehmend anheulen aufgehen aufgehend betreten fliegen leuchten silbern umkreisen verdecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mond‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil sie Arbeit scheuen, beschließen sie, den Mond zu stehlen.
Die Zeit, 13.08.2007, Nr. 34
Demzufolge ist auch der Aufbau einer ständigen Basis auf dem Mond geplant.
Der Tagesspiegel, 10.01.2004
In der sublunaren Welt unterhalb des Mondes dagegen wuselt die Bewegung.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 82
Der Mond bat seine Mutter, ihm einen passenden Mantel anzufertigen.
Röhrich, Lutz: passen. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 7927
Nach dem Stand des Mondes war es etwa ein Uhr.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 279
Zitationshilfe
„Mond“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mond>, abgerufen am 16.11.2018.

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