Mondfinsternis, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungMond-fins-ter-nis (computergeneriert)
WortzerlegungMondFinsternis
eWDG, 1974

Bedeutung

Verfinsterung des Vollmonds durch den Erdschatten
Beispiele:
eine partielle, totale Mondfinsternis
das Eintreten der Mondfinsternis beobachten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mond · mondsüchtig · Mondkalb · Mondfinsternis
Mond m. ‘der die Erde umkreisende Himmelskörper’, dann überhaupt (seit dem 18. Jh.) ‘Trabant eines Planeten’. Die in der Wurzelsilbe miteinander ablautenden n-Stämme (germ. *mēnan-) mit der Bedeutung ‘Mond’ ahd. māno (8. Jh.), mhd. mān(e), mōn(e) ‘Mond, Monat’, asächs. māno, mnd. mnl. māne, nl. maan, afries. aengl. mōna, engl. moon, anord. māni, schwed. måne, got. mēna (germ. *mēnan-) stehen neben den unter ↗Monat (s. d.) aufgeführten Formen. Sie haben sich wohl durch Abfall des Dentals und Übertritt in die Flexion der n-Stämme in gleicher Weise aus der Ausgangsform ie. *mēnōt- (s. ↗Monat) entwickelt wie die unter ↗Neffe (s. d.) angeführten germ. Formen aus ie. *nepōt-. Die vergleichbaren außergerm. Bildungen für ‘Mond, Monat’ weisen ursprünglich fast alle ein -s- auf. Aind. mā́ḥ ‘Mond, Monat’, griech. mḗnē (μήνη) ‘Mond’, eine Ableitung von griech. mḗn (μήν) ‘Monat’, auch ‘Mondsichel’, lat. mēnsis ‘Monat’, air. ‘Monat’, lit. ménesis, (mundartlich) ménas ‘Mond, Monat’, aslaw. mĕsęcь, russ. mésjac (месяц) ‘Mond, Monat’ führen auf ie. *mēnes-, *mēns-, *mēs- ‘Monat, Mond’, das ebenso wie ie. *mēnōt- (s. oben) zur Wurzel ie. *mē- ‘messen’ (s. ↗Mal) gehört, so daß der Mond als ‘Zeitmesser’ zu erklären ist. Die Form nhd. Mond entsteht im 14. Jh. durch Vermischung von mhd. mōn(e) und mhd. mānōt, mōnōt (s. ↗Monat), breitet sich aber (obwohl von Luther verwendet) erst im 17. Jh. aus. Mond im Sinne von ‘Monat’ ist bis in die Gegenwart literarisch bezeugt. mondsüchtig Adj. ‘bei Mondschein schlafwandelnd’ (18. Jh.), älter mon-, mansuchtig (15. Jh.), monsüchtig (Luther) für lat. lūnāticus ‘auf dem Mond lebend, dem Mondwechsel unterworfen’; vgl. ahd. mānōdsioh (s. ↗Monat). Mondkalb n. ‘Mißgeburt’, zunächst einer Kuh (16. Jh.), bedingt durch den Aberglauben, der Mond habe Einfluß auf Geburten; dann allgemein als Schimpfwort. Mondfinsternis f. (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beobachtung Jahrtausend Jupitersystem Mond Nacht Phase abspielen beobachten einzig ereignen nah partiell sichtbar total voraussagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mondfinsternis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Beginn der totalen Mondfinsternis war dieses Mal um 15.06 Uhr.
Die Zeit, 10.12.2011 (online)
Aber immerhin war es eine helle Mondfinsternis, mit relativ viel atmosphärischem Licht.
Der Tagesspiegel, 21.01.2000
Im Morgendunst liegt das Land schwarz, wie bei einer Mondfinsternis.
Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 198
Ein Nachtigall entspricht ungefähr einer sternenlosen Nacht, in der Mondfinsternis herrscht.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 153
Das Datum von Dions Ausfahrt ergibt sich aus der Mondfinsternis Plut.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 12676
Zitationshilfe
„Mondfinsternis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mondfinsternis>, abgerufen am 19.03.2019.

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