Monopol, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Monopols · Nominativ Plural: Monopole
Aussprache
WorttrennungMo-no-pol (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Singular selten
Zusammenschluss von Unternehmen in Form von Kartellen, Syndikaten, Konzernen, Trusts zur Beherrschung der Produktion und des Marktes, Monopolorganisation, Monopolverband
Beispiele:
ein Monopol bilden
die Herrschaft, das Macht-, Profitstreben der Monopole
der Kampf der westdeutschen und französischen Monopole um die Ausbeutung der Ruhrkohle
die Konzentration der Produktion und des Kapitals in den Monopolen
die Beherrschung des Staates, Ausschaltung der freien Konkurrenz durch die Monopole
die Zerschlagung der Monopole
2.
Beherrschung der Produktion und des Marktes durch 1, Monopolstellung
Beispiele:
in einer bestimmten Branche das Monopol haben, besitzen, ausüben
der Kampf um die Wahrung, Erhaltung des Monopols
das Monopol brechen
3.
etw., das von jmdm. allein produziert, beherrscht wird
Beispiele:
etw. zum, zu seinem Monopol machen
die Herstellung dieses Erzeugnisses ist ein Monopol dieses Konzerns
4.
Recht eines Staates, gewisse Verbrauchsgüter zum Zwecke der Besteuerung allein herzustellen und zu vertreiben
Beispiele:
ein staatliches, gesetzliches Monopol
das Monopol auf, für eine Ware haben
der Staat besitzt das Monopol für die Herstellung und den Vertrieb von Zündhölzern
das Monopol (des Staates) für die Ausfuhr von Kaffee
5.
übertragen ausschließliches Recht
Beispiel:
Nach wie vor betrachtet die Bourgeoisie das Monopol auf Bildung und Kultur als eines der wichtigsten Mittel, um ihre Macht zu erhalten [Urania1966]
etw., das nur einem bestimmten Personenkreis vorbehalten ist
Beispiel:
die Leitungstätigkeit in Staat und Wirtschaft ist kein Monopol der Männer
Alleinbesitz
Beispiel:
für kurze Zeit schien die Wasserstoffbombe ein Monopol der USA zu sein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Monopol · monopolisieren
Monopol n. ‘alleiniges Recht auf den Verkauf von Waren’, übertragen ‘ausschließliches Recht, alleiniger Anspruch, Vorrangstellung’, besonders ‘Zusammenschluß wirtschaftlicher Unternehmen zur Beherrschung der Produktion und des Marktes bei weitgehender Ausschaltung der Konkurrenz’. In die Kaufmannssprache wird im 15. Jh. lat. monopōlium, griech. monopṓlion (μονοπώλιον) ‘Recht des Alleinhandels, des Alleinverkaufs’ entlehnt; vgl. griech. pōlé͞in (πωλεῖν) ‘verkaufen’ und s. ↗mono-. Die griech.-lat. Form gilt im Dt. bis ins 18. Jh. mit dem Plural Monopolia (neben vereinzelt Monopolien, Monopolen 16. Jh.), danach (wohl befördert durch frz. monopole) allgemein der Sing. Monopol (mit dem Plur. Monopole). monopolisieren Vb. ‘den Alleinhandel aufbauen, haben, der Herrschaft eines Monopolverbandes unterwerfen’ (18. Jh.); vgl. frz. monopoliser.

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Alleinstellung am Markt · Monopol · Wirtschaftsmonopol
Unterbegriffe
  • Briefmonopol · ↗Postmonopol
  • Kollektivmonopol · vertragliches Monopol
  • Kehrmonopol · Schornsteinfeger-Monopol
Assoziationen
  • Angebotsoligopol · ↗Oligopol
  • Inhaber eines Monopols · ↗Monopolist · einziger Anbieter · einziger Nachfrager

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschaffung Aufbrechen Aufhebung Beförderung Betriebssystem Glücksspiel Kartell Monopol Oligopol Sportwette Wegfall Zerschlagung aufbrechen beanspruchen besitzen brechen faktisch gebrechen imperialistisch innehaben kapitalistisch knacken magnetisch mißbrauchen natürlich regional staatlich zementieren zerschlagen öffentlich-rechtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Monopol‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem sprach er sich dafür aus, das Monopol der kassenärztlichen Vereinigungen zu brechen.
Die Welt, 27.01.2003
Doch mit dieser Interpretation eines Monopols blieb Gates ziemlich einsam.
Der Tagesspiegel, 04.03.1998
Auch nennenswerte echte private Monopole gibt es auf ihm nicht.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 90
Hier, in der ersten Phase des vollendeten Monopols, verhält es sich anders.
Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 294
Aber es darf sich hier im Ort kein anderer auftun - er hat das Monopol.
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 09.11.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16583
Zitationshilfe
„Monopol“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Monopol>, abgerufen am 17.06.2019.

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