Monster, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Monsters · Nominativ Plural: Monster
Aussprache
WorttrennungMons-ter
Wortbildung mit ›Monster‹ als Letztglied: ↗Bürokratiemonster · ↗Spagettimonster · ↗Spaghettimonster
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
furchterregendes, hässliches Fabelwesen, Ungeheuer von fantastischer, meist riesenhafter Gestalt
Beispiele:
Das ganze Spektakel hatte etwas von einem Schwarzweißhorrorfilm aus den dreißiger Jahren, in dem ein böser Wissenschaftler und seine Assistentin Monster züchten, die bei Nacht in die ländliche Umgebung losgelassen werden, wo sie unschuldige Opfer überfallen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2000]
Was macht man, wenn ein Kind nachts nicht schlafen kann, weil es denkt, es wären Monster unter seinem Bett? [Der Tagesspiegel, 04.05.1999]
[…] was ist das Besondere an den Vampiren, die »Das Buch ohne Namen« und das »Buch ohne Staben« bevölkern? […] Sie sehen aus, wie ganz normale Menschen, zumindest tagsüber […]. Wenn sie jedoch als Vampire tätig werden wollen, dann nehmen sie eine andere Gestalt an: Die von blutrünstigen Monstern mit riesigen, mit spitzen Zähnen gespickten Mäulern und langen Krallen. [Weltenschmiede, 25.11.2012, aufgerufen am 07.02.2018]
Die Zeiten, in denen sich Computerspiele mehrheitlich darauf konzentrierten, dem Spieler Gelegenheit zu geben, fiese Monster zu killen […], sind bald vorbei […]. [Spiegel, 07.04.2006 (online)]
[…] die freie Fläche auf diesem Felsplateau war bereits von den Vampir-Skeletten in Beschlag genommen worden. Die Monster hatten sich jetzt zu voller Größe aufgerichtet[…]. Ich mußte meinen Blick heben, um in die schrecklichen Knochengesichter mit den tiefen, leeren, schwarzen Augenhöhlen zu schauen. [Dark, Jason [d.i. Rellergrad, Helmut]: Die Skelett-Vampire, Bergisch Gladbach: Bastei 1992 [1978], S. 55]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein blutrünstiges Monster
als Akkusativobjekt: ein Monster züchten
Lebewesen, das als furchterregend, grausam und hässlich giltQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Ein großer blonder Mann erklärt Norwegen den Krieg. Am Ende sind 77 Menschen tot, und eine ganze Nation ist verstört. Anders Breivik kam aus der Mitte der Gesellschaft. Hat ein freies Land versagt, wenn es solche Monster gebiert? [Spiegel, 21.12.2011 (online)]
scherzhaftBauermann hofft, dass die übrigen Spieler ihre Freiräume nutzen, die sich durch die Fokussierung der Gegner auf das »zweiköpfige Monster«, wie der Coach seine beiden Stars nennt, zwangsläufig ergeben. [Spiegel, 31.08.2011 (online)]
[…] die Frau weicht weiter aus und läßt sich eher völlig erniedrigen, als einen Konflikt zu riskieren. Dann wird er sie latent verachten und wie einen Putzlappen behandeln. […] Für die Frau ist ihr Mann zu einem Monster geworden. Dies Monster hat sich zu einem gruseligen Typ ausgewachsen[…]. [Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 290]
[…] der Biologe Newman ist keineswegs ein moderner Doktor Frankenstein, der von bizarren Mensch-Tier-Wesen träumt. Im Gegenteil: Mit dem Schutzrecht, das er in Kürze wohl auch beim Europäischen Patentamt in München beantragen wird, will er vor allem eines: daß kein anderer Gentechniker das Recht erhält, solche Monster zu züchten. [Die Zeit, 16.04.1998, Nr. 17]
Kollokation:
als Akkusativobjekt: ein Monster erschaffen
2.
übertragen etwas furchterregend Großes, Unübersichtliches, ein gefährliches UngetümQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Dafür bedürfte es eines europäischen Sozialstaates und einer gemeinsamen Wirtschaftsregierung, auch wenn [der italienische Philosoph] Agamben dies nicht gefallen wird, weil er die EU schon jetzt für ein bürokratisches Monster hält. [Die Zeit, 12.03.2015, Nr. 11]
»Dieser Markt ist ein sich wild drehender Kreisel, der schlecht enden wird«, prophezeit S&P-Direktor David Tesher […]. Trotz Teshers Einschätzung gibt S&P diesen Kunstprodukten der Banken weiter Bestnoten. »Rating-Agenturen erschaffen weiter ein noch größeres Monster – den CDO-Markt« [Markt für eine bestimmte Art von Schuldverschreibung], schreibt ein S&P-Mitarbeiter im selben Monat. [Spiegel, 06.02.2013 (online)]
Ein Blender und Zocker, dessen gesamtes Sein und Fühlen längst ausschließlich um verschwendetes Geld kreist[…]. Sein Leben an der Seite seiner luxussüchtigen, verschwenderischen Frau Arabella hat sich unter der Hand in ein gefräßiges, nimmersattes Monster verwandelt. [Die Zeit, 20.11.2012, Nr. 47]
Weniger als Tatort, sondern mehr als Manifestation des gefräßigen Monsters Popkultur können die John Henry Days [Ehrung des Helden John Henry] J. [einen Journalisten] das richtige Leben kosten. Denn wie John Henry ist auch J. auf einen Wettstreit aus: Über Monate hinweg will er täglich an einem der sinnfreien Events der Popkultur teilnehmen […]. [Die Welt, 14.02.2004]
Im bei Düsseldorf gelegenen Neuss soll Anfang nächsten Jahres mit dem Bau eines 270 Meter langen und 50 Meter breiten gewaltigen Kühlschranks begonnen werden, in dem das ganze Jahr über bis zu 2000 Menschen täglich die Pisten hinunterrutschen können. Siebeneinhalb Millionen Mark für das energiefressende Monster spendiert allein die Tourismuswirtschaft […] – für den Bau der drei Lifte und der Kunstschneeanlage. [Die Zeit, 02.12.1999, Nr. 49]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: ein bürokratisches, gefräßiges Monster
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Monstrum · Monster · Monsterfilm · monströs
Monstrum n. ‘Ungeheuer, Ungetüm, Mißbildung, großer unförmiger Gegenstand’, Übernahme (16. Jh.) von lat. mōnstrum ‘Ungeheuer, Scheusal’, eigentlich ‘Mahnzeichen, Weisung der Götter durch ein widernatürliches Ereignis’. Der Ausdruck entstammt der römischen religiösen Terminologie und ist abgeleitet von lat. monēre ‘an etw. denken lassen, erinnern, mahnen, warnen’ (s. ↗monieren und wurzelverwandtes ↗mahnen). Daneben im Dt. seit Anfang des 18. Jhs. Monster n. ‘Ungetüm’ unter dem Einfluß von engl. monster (das über afrz. monstre ebenfalls auf lat. mōnstrum zurückgeht) und wohl auch von frz. monstre. Im 19. Jh. wird Monster-, Monstre- mit verstärkendem Sinn ‘riesig, von ungeheuren Ausmaßen’ in Zusammensetzungen üblich, vgl. noch Monsterfilm m. ‘Gruselfilm mit Ungetümen oder Scheusalen’, aber auch ‘überlanger Film mit großem Aufwand an Darstellern und Ausstattung’ (Mitte 20. Jh., engl. monster film). monströs Adj. ‘ungeheuerlich, mißgebildet’ (17. Jh.), aus frz. monstrueux (lat. mōnstruōsus ‘widernatürlich, unnatürlich, scheußlich’); auch monstros oder monstrosisch (Anfang 17. Jh.), aus lat. mōnstrōsus.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bestie · Bestie in Menschengestalt · ↗Bluthund · ↗Scheusal · ↗Ungeheuer · ↗Unmensch  ●  ↗Satan  fig. · ↗Teufel  fig. · Monster  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen
Synonymgruppe
Bestie · ↗Biest · ↗Chimäre · ↗Kreatur · Monster · ↗Monstrum · ↗Scheusal · ↗Schimäre · ↗Ungeheuer · ↗Ungetüm · ↗Untier
Unterbegriffe
  • Cetus · Keto · Ketos
Synonymgruppe
(ein) Trumm (von) · ↗Brocken · ↗Kaventsmann · Monster... · ↗Monstrum · Riesen... · großes Ding  ●  dicker Brummer  fig. · (ein) Ungetüm (von)  ugs. · ↗Apparillo  ugs., rheinisch · Mordsteil  ugs. · Oschi  ugs. · ↗Riesending  ugs. · ↗Riesenteil  ugs. · dickes Ding  ugs. · fettes Teil  ugs., jugendsprachlich · Ömmel  ugs. · Ömmes  ugs. · Öschi  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Monster · ↗Monstrum  ●  ↗Missgeburt  abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alien Außerirdischer Bestie Drache Dämon Fabelwesen Gespenst Hexe Jobpilot Monster Mumie Mutant Stepston Ungeheuer Vampir Zombie außerirdisch blutrünstig bürokratisch erschaffen fies gefräßig gräßlich haarig häßlich liebenswert mutieren schleimig unberechenbar zweiköpfig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Monster‹.

Zitationshilfe
„Monster“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Monster>, abgerufen am 18.11.2019.

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