Monumentalkunst, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Monumentalkunst · wird nur im Singular verwendet
Aussprache [monumɛnˈtaːlkʊnst]
Worttrennung Mo-nu-men-tal-kunst
Wortzerlegung monumentalKunst
Wahrig und ZDL, 2020

Bedeutung

Stilrichtung in der Kunst, die großformatige, monumentale Bau- oder Kunstwerke (Gebäude, Denkmäler, Gemälde, Kompositionen u. A.) schafft
siehe auch Monumentalismus
Beispiele:
Auf dem Treppengiebel des Seitenflügels [des Gerichtsgebäudes] ist ein Mosaik des Feldkircher Malers Josef Huber zu sehen, der von 1909 bis 1923 als Professor für kirchliche Monumentalkunst in Düsseldorf wirkte. [vol.at, 11.05.2011, aufgerufen am 27.02.2019]
Als […] Mitarbeiter des Kunstgeschichtlichen Seminars der Humboldt‑Universität das Bauwerk in die Dokumentation antiker Monumentalkunst, wie sie während der Renaissance rezipiert wurde, aufnehmen wollten, stellte sich heraus, dass das Pantheon noch nie systematisch fotografiert worden ist. [Der Tagesspiegel, 01.02.2000]
Als ästhetische Wahrzeichen bilden sie [die Kirchtürme] eine frühe Form plastischer Monumentalkunst, die im urbanen Gefüge der Städte auch heute noch Orientierung in Zeit und Raum gewährt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.1999]
Sie bevorzugen als Maler das große Format. Sie haben mehrere Tryptichen geschaffen. Befassen Sie sich auch mit dem Wandbild, das in der Monumentalkunst eine besondere Rolle spielt? [Berliner Zeitung, 21.01.1969]
[…] außerhalb Hamburgs mußte des Kantors [Thomas Selle, 1599–1663] barocke Monumentalkunst in der Epoche des großen Krieges gewissermaßen »unzeitgemäß« erscheinen. [Braun, Werner: Selle. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 22176]
Als angewandte, expressive Monumentalkunst ist die G. (= Glasmalerei) nie in Extreme verfallen, wie sie für die Malerei des 20. Jh.s charakteristisch sind. [Frenzel, G.: Glasmalerei. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 9810]
(von totalitären Regimen geförderter) Kunststil, welcher mit einer gewaltigen, ins Übermächtige gesteigerten Größe und einer betonten Einfachheit in der Gestaltung die Macht des Staates und dessen Volksnähe repräsentiert
Beispiele:
Der Lenin‑Tempel stößt bei Besuchern[…] nur noch als kitschiges Beispiel für die totalitäre Monumentalkunst des sozialistischen Realismus auf Interesse. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.1996]
Die aus der Kunstgeschichte oft verbannten Gespenster der faschistischen und stalinistischen Monumentalkunst sind überraschend höchstens in ihrer Banalität. [die tageszeitung, 05.09.1995]
Das […] 1922 veröffentlichte[…] Manifest wandte sich an alle Unterdrückten, es rief zum Kampf gegen das kapitalist. System auf und sagte dem bürgerl. Individualismus [in Mexiko] den Kampf an, der »künstler. Ausdruck« sollte »sozialisiert« werden, gefordert wurde Monumentalkunst als »Eigentum der Öffentlichkeit«, »eine Kunst für alle, eine Kunst der Erziehung und des Kampfes«. [o. A.: Lexikon der Kunst – S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 33887]
So wirkt Wera Muchinas »Arbeiter und Kolchosbäuerin«, für die Brüsseler Weltausstellung 1937 geschaffen, heute noch so lebendig und aufregend wie damals. Dieses Denkmal weist auf einen bestimmenden Zug sowjetischer Monumentalkunst: […] Das Bild vom neuen Menschen soll erfaßt werden. [Neues Deutschland, 19.05.1969]
Zitationshilfe
„Monumentalkunst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Monumentalkunst>, abgerufen am 05.06.2020.

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