Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Moos, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mooses · Nominativ Plural: Moose
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Moos‹ als Erstglied: Moosbart · Moosbeere · Moosdecke · Moosflechte · Moosgummi · Mooshütte · Mooskissen · Moospetersilie · Moospflanze · Moospolster · Moosrose · Moosteppich · Moostierchen · moosbedeckt · moosbewachsen · moosgrün
 ·  mit ›Moos‹ als Letztglied: Bartmoos · Torfmoos  ·  formal verwandt mit: vermoosen
eWDG

Bedeutungen

1.
vorzugsweise an schattigen, feuchten Stellen wachsende und dichte, immergrüne Polster bildende Sporenpflanze
Beispiele:
grünes, weiches, kühles Moos
Moose und Flechten
mit Moos bewachsene, von wucherndem Moos überzogene Felsen, Steine, Mauerwände
mit Moos bedeckter Waldboden
sich ins, auf das Moos setzen, legen
über weiches Moos gehen
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich Moos ansetzen (= alt werden)
2.
süddeutsch, österreichisch sumpfiges Wiesengelände
Beispiel:
das Dachauer Moos
3.
salopp Geld
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
(viel, eine Menge) Moos haben
fünftausend Taler sind gar zu viel Moos [ LortzingWildschützII 17]
In zirka acht Tagen / schickt mir der Alte wieder Moos [ A. HolzBuch d. Zeit292]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moos2 · Mäuse
Moos2 n. ‘Geld’ (18. Jh.), Meß (16. Jh.), Mäß (15. Jh.). Der umgangssprachliche Ausdruck entstammt der Gaunersprache und ist über jidd. moo ‘Pfennig’, Plur. moos, mous ‘Geld’ auf hebr. mā‛ōth ‘kleinere Münzen, Geld’ (was in aschkenas. Aussprache schon wie moos klang) zurückzuführen. Wortspielerisch abgewandelt Mäuse Plur. ‘Geld’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Geld  ●  klingende Münze  fig. · Asche  ugs. · Bimbes  ugs. · Chlübis  ugs., schweiz. · Devisen  ugs. · Diridari  ugs., bairisch · Eier  ugs. · Euronen  ugs. · Flöhe  ugs. · Forinthen  ugs. · Heu  ugs. · Kies  ugs. · Klicker  ugs. · Klöpse  ugs. · Knack  ugs. · Knete  ugs. · Kohle  ugs. · Koks  ugs. · Krönchen  ugs. · Kröten  ugs. · Lehm  ugs. · Mammon  geh., abwertend, biblisch · Marie  ugs. · Moneten  ugs. · Moos  ugs. · Murmeln  ugs. · Mäuse  ugs. · Möpse  ugs. · Ocken  ugs. · Patte  ugs. · Penunse  ugs. · Penunze  ugs. · Piepen  ugs. · Pinke  ugs. · Pulver  ugs. · Radatten  ugs. · Rubel  ugs. · Rubelchen  ugs. · Räppli  ugs., schweiz. · Scheinchen  ugs. · Scheine  ugs. · Schlotten  ugs. · Schotter  ugs. · Steine  ugs. · Zaster  ugs. · Öcken  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Moos [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Moos‹ (berechnet)

Rand ansetzen dachauer dunkel entfernen erdinger eschenrieder feucht frisch gelegen graßlfinger grosse grossen große grün hängen inhauser isländisch kratzen kriechen leuchtend murnauer naß sammeln spanisch wachsen weich weichser wuchern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moos‹.

Verwendungsbeispiele für ›Moos‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es riecht nach Moos, so intensiv wie sonst nie im Wald. [Bild, 30.03.2000]
Die Moose kommen, ohne daß wir etwas dazu tun müssen. [Die Zeit, 19.12.1997, Nr. 52]
Natürlich, neulich wollte ich mich ins Moos setzen, dabei habe ich mich auf einen ausgewachsenen Igel gesetzt. [Brief von Helmut an Hildegard vom 08.05.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Dann gehen wir wieder über Moos, weich und feucht, nur gelegentlich ein spitzes Stück Holz. [Woelk, Ulrich: Freigang. Verlag S. Fischer, Frankfurt 1990, S. 219]
Ohne Moos ist in den neuen Shows nicht mehr viel los. [Bild, 05.09.1998]
Zitationshilfe
„Moos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moos>.

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