Mops, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mopses · Nominativ Plural: Möpse
Aussprache  [mɔps]
Wortbildung  mit ›Mops‹ als Erstglied: ↗Moppel1 · ↗Mopsgesicht · ↗Möpschen · ↗Möpslein · ↗mopsfidel
 ·  mit ›Mops‹ als Letztglied: ↗Fettmops · ↗Rollmops · ↗Zahlmops
Herkunft aus gleichbedeutend mopsnd, vielleicht zu mopperennd ‘brummen, murren’
eWDG und ZDL

Bedeutungen

Beiger Mops
Beiger Mops
(Martinweicker, CC BY 3.0)
1.
ursprünglich aus China stammende kleine, kurzbeinige doggenartige Hunderasse mit (silber)beigem Fell und schwarzer Schnauze und Ohren, seltener mit gänzlich schwarzem Fell   von der Fédération Cynologique Internationale anerkannte englische Hunderasse (Gruppe 9, Sektion 11, Standard Nr. 253)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein dicker, fetter, kleiner, schwarzer Mops
als Akkusativobjekt: einen Mops streicheln
Beispiele:
die alte Dame führte ihren Mops spazieren, hatte ihren Mops auf dem SchoßWDG
saloppkeuchen wie ein asthmatischer MopsWDG
Sie ist ein großer Fan der Hunderasse und lebt getreu dem Loriot‑Motto »Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos«. [Die Welt, 05.08.2019]
Ist die Nase eines Hundes rassebedingt jedoch stark verkürzt wie beim Mops oder Boxer, so funktioniert damit auch sein Riech‑Navi nur noch eingeschränkt. [Süddeutsche Zeitung, 17.11.2018]
Möpse sind gutmütig und liebenswert, sie beißen selten, bellen kaum, brauchen wenig Auslauf. [Die Zeit, 23.09.2017]
bildlich dicker MenschWDG
Beispiele:
Moderator Achim Mentzel ist als Scherzartikel beliebt: »Ich bin eben ihr dicker Mops [Der Spiegel, 15.05.2000]
»Ja«, erwiderte der feiste Mops und schätzte mich dabei mitleidig durch seine goldgefaßte Brille ab […] [ H. Hauserin: Hammer und Feder139]WDG
2.
veraltend, salopp GeldWDG
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
dazu fehlen mir die MöpseWDG
Der Scheich Nasser al‑Khelaifi aus Katar weiß das, und damit seine Pariser [Fußballklub Paris Saint-Germain] nicht vor die Hunde gehen, hat er seine 222 Millionen Möpse lockergemacht und lachend gesagt: »Das ist nicht teuer. Wir werden mehr Geld verdienen, als wir bezahlt haben.« [Die Welt, 07.08.2017]
»Een paar Möpse hat er ja mitjebracht!« d. h. etwas Geld hat er ja bei sich. [Berliner Zeitung, 19.01.1947]
3.
salopp, oft scherzhaft, gelegentlich abwertend Brüste
Grammatik: nur im Plural
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: dicke Möpse
Beispiele:
Greift eine Kandidatin zu einem Outfit mit viel zu tiefem Ausschnitt, sprudeln die witzigen Worte nur so aus Guidos Mund: »Lass die Möpse raus, die wollen auch mal was erleben!« [Guido Maria Kretschmer, 02.02.2018, aufgerufen am 16.10.2019]
Die Gage für das BILD‑Girl‑Shooting … investiere ich in meine Möpse und damit meine ich nicht meine zwei Hunde[.] [Bild, 22.10.2018]
Ansonsten haben sie sich damals entweder zwischen die Beine gegriffen, einen Balljungen mit dem nassen Handtuch erschlagen, den Schiedsrichter vom Stuhl gezerrt oder, wie McEnroe, eine Linienrichterin mit der Frage behelligt: »Hast du den Job wegen deiner dicken Möpse bekommen?« [Die Welt, 09.04.2018]
Wegen der erotischen Ratespiel‑Show »Tutti Frutti«, die ich 1990 moderierte, bekam ich viel Häme ab, wurde in den Medien »Herr der Möpse« genannt oder lieferte alberne Schlagzeilen wie »Hat [Hugo Egon] Balder Busen‑Allergie?« [Süddeutsche Zeitung, 26.08.2017]
Ist das keine Verstümmelung, wenn mann die Brüste/den Busen einer Frau als »Möpse« bezeichnet? [die tageszeitung, 05.11.1990]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mops · mopsen · Moppel
Mops m. Hund einer kleinen, dick wirkenden, wohl aus den Niederlanden eingeführten Rasse mit kurzen Beinen (Zwergform der Dogge), deren verdrießlich-verzogen scheinender Gesichtsausdruck das Benennungsmotiv abgibt, übertragen auch ‘dicker Kerl’, Übernahme (Anfang 18. Jh.) von nl. mops (neben mop), das zu nl. moppen ‘verdrießlich sein, brummen, knurren’ gebildet ist. Daneben begegnet bereits gegen Ende des 16. Jhs. nhd. Mops ‘träger, unfreundlicher, verdrießlicher Mensch’, das zu (mit nl. moppen verwandten) Verben wie nd. (westfäl.) möpen ‘Gesichter schneiden’ (engl. to mop), nhd. muffen ‘das Maul hängen lassen, finster blicken, knurren, murren’ zu stellen ist. Vgl. auch mengl. moppe, engl. mope ‘trübsinniger Mensch, Griesgram’. Zu Herkunft und weiterer Verwandtschaft s. ↗muffeln. mopsen Vb. ‘Kleinigkeiten stehlen’, reflexiv ‘sich langweilen, sich ärgern’, also eigentlich ‘sich verhalten bzw. aussehen wie ein Mops’ (19. Jh.). Deminutiv Moppel m. ‘kleiner Hund’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dicke · Dicker  ●  dicker Mensch  Hauptform · ↗Brecher  ugs. · ↗Brocken  ugs. · ↗Brummer  ugs. · ↗Dampfwalze  ugs. · ↗Dickerchen  ugs. · ↗Dickmadam  ugs. · ↗Dickwanst  derb · ↗Elefantenküken  ugs. · ↗Fass  derb · ↗Fettbauch  derb · ↗Fettkloß  derb · ↗Fettmops  ugs. · ↗Fettsack  derb · ↗Fettwanst  derb · ↗Fleischberg  derb · ↗Koloss  ugs. · ↗Kugel  ugs. · ↗Moppel  ugs. · Mops  ugs. · Person von Gewicht  ugs., ironisch · ↗Prachtexemplar  ugs., ironisch · ↗Pummelchen  ugs. · Quetschwurst  derb · ↗Rollmops  ugs. · ↗Schwergewicht  ugs., ironisch · ↗Tonne  derb · fette Sau  derb · fettes Schwein  derb
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Mops‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mops‹.

Zitationshilfe
„Mops“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mops>, abgerufen am 15.06.2021.

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