Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Moralismus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Moralismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Mo-ra-lis-mus
Wortbildung  mit ›Moralismus‹ als Letztglied: Amoralismus · Immoralismus
Herkunft Latein
eWDG

Bedeutungen

a)
Ansicht von der Moral als bindendem Sittengesetz
Beispiel:
Nicht ein wirklicher Moralismus also wird gefordert, ein Sittlichsein, sondern bloß ein Sichmoralischverhalten [ St. ZweigHeilung249]
b)
abwertend Ansicht von der Moral als alleinigem Maßstab und einzigem Ziel des Lebens
Beispiel:
der Blick der Kunst, will sagen der Blick höchster Freiheit, Ruhe und einer von keinem Moralismus getrübten Sachlichkeit [ Th. Mann11,462]

Typische Verbindungen zu ›Moralismus‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moralismus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Moralismus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Zeit des Moralismus, für die er stand, ist lange vorbei. [Die Zeit, 20.06.2013, Nr. 25]
Da steht ihm dann doch sein rigoroser Moralismus im Wege. [Die Zeit, 06.12.1991, Nr. 50]
Lesenswert ist es in Zeiten eines manchmal aufdringlichen Moralismus allemal. [Süddeutsche Zeitung, 29.01.2001]
Sie wurden dabei zu Stars, die keine Stars sein wollten und vor allem nach dem gestrengen linken Moralismus keine sein durften. [Die Zeit, 13.04.1984, Nr. 16]
Diese Überrüstung bestätigte dem amerikanischen Moralismus die Überzeugung vom bösen Willen der Sowjetunion. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 80]
Zitationshilfe
„Moralismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moralismus>.

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