Morast, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Morastes · Nominativ Plural: Moraste/Moräste
Aussprache
WorttrennungMo-rast
eWDG, 1974

Bedeutung

schlammiger Boden, Sumpfland
Beispiele:
ein zäher, schwarzer, tiefer, grundloser Morast
im Morast steckenbleiben, versinken
durch den anhaltenden Regen hatte sich die Straße in einen Morast verwandelt
Die Straße […] quälte sich durch Moraste [Hausm.Abschied188]
eine Art Urweltwildnis aus Inseln, Morästen und Schlamm führenden Wasserarmen [Th. MannTod in Venedig9,458]
übertragen
Beispiele:
ein (ganzer) Morast von Korruption, Betrug, Lüge
umgangssprachlich im Morast waten (= ein unmoralisches Leben führen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Morast · morastig
Morast m. ‘sumpfiges Gelände, Schlamm’ gelangt um 1600 mit Anfügung eines unorganischen -t aus gleichbed. mnd. mōras ins Hd. Das auch in mnl. maras, marasch, mares (woraus nl. moeras) bezeugte Substantiv ist eine Rückentlehnung des aus westgerm. *marisk- ‘sumpfiges Gebiet’ (s. ↗Marsch f.) stammenden mfrz. frz. marais, afrz. marois ‘Sumpf, Moor’, in merowingischen und karolingischen Urkunden latinisiert zu mlat. mariscus ‘Sumpf’. Unter Einfluß von mnd. mōr (s. ↗Moor) wird der Stammsilbenvokal zu o verdumpft. morastig Adj. ‘sumpfig, schlammig’ (18. Jh.), mnd. morastich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bruch · ↗Feuchtgebiet · ↗Moor · ↗Moorland · Morast  ●  ↗Sumpf  Hauptform
Unterbegriffe
  • Hochmoor · Regenmoor · ombrotrophes Moor
  • Niedermoor · Reichmoor
  • Kleinseggen-Sumpf · Kleinseggenmoor · Kleinseggenried · Wiesenmoor
Assoziationen
Synonymgruppe
Morast · ↗Mulm · ↗Schlamm · Schlammablagerung · ↗Schlick

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dreck Gummistiefel Intrige Karren Knöchel Modder Moor Pfütze Schlamm Schopf Stiefel Sumpf einsinken feststecken grundlos klebrig knöcheltief libanesisch schlammig stapfen steckenbleiben stinkend versacken versickern versinken verwandeln vietnamesisch waten wühlen zäh

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Morast‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann stapfen wir durch den Morast, den die Reifen zu einem fast flüssigen Brei zermahlen haben.
Der Tagesspiegel, 18.04.2004
Aber Weiterwursteln wie bisher führt nur noch tiefer in den Morast.
Die Zeit, 13.04.1990, Nr. 16
Seine Beine versanken in dem Morast rund um das Becken.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 12
Oder wuchs dies alles, eben erst fortgeschwemmt und kaum versunken, schon wieder protzig aus dem Morast empor?
Ransmayr, Christoph: Die letzte Welt, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1990], S. 158
Nicht selten kamen wir bis aus Knie in den Morast.
Brief von Walter Ambroselli vom 19.01.1915. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1915], S. 140
Zitationshilfe
„Morast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Morast>, abgerufen am 22.05.2019.

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