Morgen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Morgens · Nominativ Plural: Morgen
Aussprache
WorttrennungMor-gen
Wortbildung mit ›Morgen‹ als Erstglied: ↗Morgenausgabe · ↗Morgenblatt · ↗Morgenduft · ↗Morgendunst · ↗Morgendämmerung · ↗Morgenfrühe · ↗Morgengabe · ↗Morgenglanz · ↗Morgengruß · ↗Morgengymnastik · ↗Morgenhabit · ↗Morgenhimmel · ↗Morgenkaffee · ↗Morgenkühle · ↗Morgenland · ↗Morgenlicht · ↗Morgenlied · ↗Morgenluft · ↗Morgenmantel · ↗Morgenmesse · ↗Morgennebel · ↗Morgenpost · ↗Morgenprogramm · ↗Morgenreif · ↗Morgenrock · ↗Morgenrundgang · ↗Morgenröte · ↗Morgenschein · ↗Morgenschlaf · ↗Morgenseite · ↗Morgenshow · ↗Morgensonne · ↗Morgensonnenschein · ↗Morgenspaziergang · ↗Morgenspitze · ↗Morgenstern · ↗Morgenstille · ↗Morgenstrahl · ↗Morgenstunde · ↗Morgensuppe · ↗Morgentau · ↗Morgentoilette · ↗Morgenwind · ↗Morgenzeitung · ↗Morgenzug · ↗morgenfrisch · ↗morgenschön
 ·  mit ›Morgen‹ als Letztglied: ↗Alltagsmorgen · ↗Donnerstagmorgen · ↗Festmorgen · ↗Hochzeitsmorgen · ↗Lebensmorgen · ↗Maimorgen · ↗Neujahrsmorgen · ↗Ostermorgen · ↗Schicksalsmorgen · ↗Völkermorgen · ↗Wintermorgen
 ·  mit ›Morgen‹ als Binnenglied: ↗Gutenmorgengruß
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Tageszeit
a)
Tagesbeginn, Vormittag
Gegenwort zu Abend
Beispiele:
ein herrlicher, strahlender, heiterer, klarer, lichter, neuer, frischer, kühler, winterlicher, fahler, trüber, bedeckter, grauer Morgen
gehoben schön wie der junge Morgen
gestern, heute, Sonntag Morgen (= früh am Tage, vormittags)
es ist, wird Morgen
wenn es doch erst Morgen wäre!
gehoben der Morgen dämmert, graut, kündigt sich an, kommt, zieht herauf, bricht an, tagt, leuchtet
eines Morgens
umgangssprachlich eines schönen Morgens (= an irgendeinem Morgen)
gehoben des Morgens (= morgens)
gehoben im ersten Grau, bei Anbruch des Morgens
gehoben die Nacht weicht dem Morgen
diesen, jeden, alle Morgen
den nächsten, folgenden Morgen erwarten, verschlafen
guten Morgen!
umgangssprachlich Morgen!
vertraulich einen schönen guten Morgen allerseits!
guten Morgen sagen, (einen) guten Morgen wünschen
Der Morgen, das ist meine Freude! [Eichendorff1,42]
gehoben Der Morgen gähnte schon durch die Scheiben, der bleierne, verdammte Morgen eines Winterregentages [HesseSteppenw.4,256]
umgangssprachlich Morgen, Kollegin, Morgen, Kollege [F. WolfMamlockI]
mit Präposition
in Verbindung mit »am«
Beispiele:
am frühen, zeitigen, späten Morgen
es war noch früh am Morgen
am anderen Morgen
in Verbindung mit »gegen«
Beispiel:
gegen Morgen (= vor Tagesbeginn)
in Verbindung mit »in«
Beispiele:
in den hellen Morgen hinein schlafen, arbeiten
Wir wandern ohne Sorgen singend in den Morgen [VolksliedIm Frühtau zu Berge]
Ich reite jetzt in den Morgen hinaus [FrischDon JuanIII]
in Verbindung mit »mit«
Beispiel:
mit dem frühesten Morgen brachen wir auf
in Verbindung mit »vom«
Beispiel:
vom Morgen bis zum Abend
in Verbindung mit »zum«
Beispiel:
Meist wurde bei den Zigeunern bis zum lichten Morgen durchgetobt [G. Hauptm.4,435]
b)
gehoben, übertragen Beginn
Beispiele:
der Morgen des Lebens, eines neuen Zeitalters
In diesem Jüngling / Ging mir ein neuer, schönrer Morgen auf [SchillerCarlosV 9]
2.
meist im Singular
dichterisch Osten
Beispiele:
gen, gegen Morgen
von Abend nach Morgen
alle Fenster gingen gegen Morgen hinaus
3.
veraltend Feldmaß von landschaftlich verschiedener Größe
Beispiele:
er besaß zwei Morgen Land
der Betrieb baute zweihundert Morgen Rüben an
jenes frischgepflügte Feld ... das neben den fünf Morgen Kartoffeln zum Hohlweg hinfurchte [GrassBlechtrommel14]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Morgen · morgen · Morgengabe · Morgenland · morgig · Morgenrot · Morgenröte · Morgenstern
Morgen m. ‘Tageszeit um den Sonnenaufgang, Tagesbeginn’, ahd. morgan (8. Jh.), mhd. mnd. morgen, asächs. morgan, mnl. morghen, nl. morgen, afries. morn, mern, aengl. morgen, engl. (in der Dichtersprache) morn, sonst morning (in Anlehnung an evening ‘Abend’), anord. myrginn (mit Palatalumlaut), morginn, morgunn, schwed. morgon, got. maúrgins, daneben ablautend mnl. marghen, maerghen, merghen, nl. (mundartlich) margen, mergen, aengl. mergen, anord. merginn. Die germ. Formen (germ. *murgina-, *margina-, mit unterschiedlich ablautenden n-Suffixen) sind (ursprünglich wohl im Sinne von ‘Dämmerung’) möglicherweise verwandt mit aind. markáh ‘Verfinsterung der Sonne’ (?), dann ‘Vernichtung, Tod’, aslaw. mrakъ ‘Finsternis, Dunkel’, russ. (landschaftlich) mórok (морок) ‘Finsternis, Nebel’, lit. markstýtis ‘blinzeln’ und führen dann auf ie. *mer(ə)k-, *mṛk- ‘flimmern (vor den Augen), sich verdunkeln’, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *mer ‘flimmern, funkeln’. Seit dem 15. Jh. (häufiger seit dem 16. Jh., Luther) steht Morgen auch für ‘Osten’, also für die Himmelsrichtung, wo die Sonne aufgeht. Im Dt. und Nl. entwickelt sich das Substantiv bereits früh (ahd. 10. Jh.) zum Ackermaß, ausgehend von der Vorstellung ‘soviel Land, wie ein Gespann Ochsen an einem Morgen pflügen kann’. morgen Adv. ‘am folgenden Tag’, aus dem Dativ Sing. ahd. morgane, überliefert nur in ahd. ubarmorgane (9. Jh.), mhd. morgen(e), eigentlich ‘am Morgen’, dann ‘am folgenden Morgen’ (nach der voraufgehenden Nacht), schließlich ‘am ganzen folgenden Tag’. Morgengabe f. Geschenk des Ehemanns an die Frau am Morgen nach der Hochzeitsnacht, anfrk. morginegiva, morganegiba (6. Jh.), langobard. morgingap (7. Jh.), ahd. morgangeba (Hs. 11. Jh.), mhd. (mit Dehnstufe beim Grundwort) morgengābe, aengl. morgengifu, anord. morgungjǫf. Morgenland n. ‘im Osten gelegenes Land, Orient’, zu Morgen ‘Osten’ gebildet (16. Jh.), zuerst bei Luther als Übersetzung von griech. anatolḗ (ἀνατολή) ‘Aufgang (der Sonne), Osten’. morgig Adj. ‘den folgenden Tag betreffend’ (15. Jh.), verkürzt aus morgenig, morgenic (15. Jh.). Morgenrot, n. Morgenröte f. ‘rötliche Färbung des Himmels bei Sonnenaufgang’, ahd. morganrōto (um 1000), morganrōt (11. Jh.), morganrōta (Hs. 12. Jh.), mhd. morgenrōt, morgenrœte; s. ↗Abendrot. Morgenstern m. Bezeichnung für den Planeten Venus, wenn er vor Sonnenaufgang sichtbar ist, ahd. morganstern (Hs. 12. Jh.), mhd. morgenstern; in übertragenem Sinne eine keulenförmige Waffe, deren Kopf strahlenartig mit spitzen Nägeln besetzt ist (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Früh(e) · Morgen · ↗Morgenstunde · ↗Tagesanbruch  ●  Morgenstund  literarisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Joch · Juchert · Morgen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abend Frühstück Gestern Morgen Nacht abholen anrufen aufbrechen aufstehen aufwachen beginnen betreten dämmern eintreffen entdecken ereignen erwachen fahren folgend früh grauen gut klingeln lesen nah nächst sonnig starten versammeln wecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Morgen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was ist da besser, als sich einen gemütlichen Morgen mit einem French Toast zu versüßen?
Die Zeit, 06.01.2014, Nr. 01
Er sah sie, noch einmal, bei Licht, am nächsten Morgen, nackt.
Der Spiegel, 16.06.1986
Schon am nächsten Morgen, nach unruhiger Nacht, begannen die Störungen von neuem.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21861
Am nächsten Morgen ging er zu seinem Opfer ins Haus.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung des Grafen Komarowski vor dem Schwurgericht zu Venedig. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 823
Ihr Vater hat ein Vermögen von 1300000 Mark, sein Besitz beträgt 30000 Morgen?
Friedländer, Hugo: Prozeß wider das Grafen-Ehepaar Kwilecki wegen Kindesunterschiebung. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 42
Zitationshilfe
„Morgen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Morgen>, abgerufen am 21.03.2019.

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