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Morgengrauen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Morgengrauens · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Mor-gen-grau-en
formal verwandt mitgrauen1
eWDG

Bedeutung

Morgendämmerung
Beispiele:
im Morgengrauen aufstehen, zur Arbeit gehen, nach Hause kommen
seit dem Morgengrauen unterwegs sein
beim, im ersten Morgengrauen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grau · grauen1 · ergrauen · graulich · gräulich · Morgengrau · Morgengrauen
grau Adj. Bezeichnung des Farbtons zwischen schwarz und weiß, ahd. grāo, Genitiv grāwes (9. Jh.), mhd. grā, asächs. grāo, grē, mnd. grā, grāwe, mnl. grā, grau, nl. grauw, aengl. grǣg, engl. grey, anord. grār, schwed. grå, germ. *grēwa- gehört als wa-Stamm (darin den Farbbezeichnungen blau, gelb, s. d., vergleichbar) bzw. (im Aengl.) als Weiterbildung eines wa-Stammes mit lit. žėrė́ti ‘im Glanze strahlen, funkeln, glänzen’, žarà ‘Röte am Himmel, Lichtschein’, aslaw. zaŕa, zoŕa, russ. zarjá (заря) ‘Glanz, Röte am Himmel’ und wohl auch lat. rāvus (mit r aus *ghr- und unerklärtem ā) ‘grau, graugelb’ zur Wurzel ie. *g̑her(ə)-, *g̑hrē- ‘strahlen, glänzen, schimmern’. Ähnlich wie blau (s. d.) entwickelt sich auch grau aus einer Ausgangsbedeutung ‘glänzend, strahlend, hell’. Zur genaueren Bezeichnung des Farbtons dienen mehrere Zusammensetzungen wie tauben-, maus-, schiefergrau. grauen1 Vb. ‘dämmern, hell werden’, ahd. grāwēn, grāwōn ‘grau sein, werden’ (11. Jh.), mhd. grāwen, auch ‘altern, dämmern’. Die Bedeutung ‘grau werden’ übernimmt im 18. Jh. ergrauen Vb. graulich, gräulich Adj. ‘ins Graue spielend, ein wenig grau’ (17. Jh.), zuvor graulicht (16. Jh.). Im substantivierten Kompositum mit Adjektiv Morgengrau n. mit Verb Morgengrauen n. ‘Morgendämmerung’ (beide Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Morgendämmerung · Morgengrauen · Sonnenaufgang · Tagesanbruch · erstes Licht
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (sehr) früh · beim ersten Hahnenschrei · beim ersten Sonnenstrahl · in aller Frühe · mit dem ersten Hahnenschrei · mit dem ersten Sonnenstrahl  ●  in aller Herrgottsfrühe  ugs.
  • (noch) keine acht · (noch) keine acht Uhr · (sehr) früh am Morgen · am frühen Morgen · früh am Tag · frühmorgens · in der Früh(e) · sehr früh  ●  (schon) in der ersten Frühe  geh., veraltend, literarisch, variabel · zu früher Stunde  geh., veraltend, literarisch
  • Morgenrot · Morgenröte

Typische Verbindungen zu ›Morgengrauen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Morgengrauen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Morgengrauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei Metz holte er im Morgengrauen die erste Kamera ab. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 357]
Im Morgengrauen schwammen die Wälder wie dunkle Seen zwischen den helleren Feldern. [Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 49]
Die Frauen hätten im Morgengrauen nach Holz gesucht, als sie angegriffen worden seien. [Die Zeit, 16.09.2012, Nr. 38]
Und selbst zum Morgengrauen kann der Staub sich nicht setzen: kann der Staub nur gebrochen werden. [Die Zeit, 07.01.2008, Nr. 01]
Wir gruben die ganze Nacht hindurch, bis zum Morgengrauen, und dann starb er. [Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 288]
Zitationshilfe
„Morgengrauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Morgengrauen>.

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