Morgenland, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungMor-gen-land
WortzerlegungMorgenLand
Wortbildung mit ›Morgenland‹ als Grundform: ↗morgenländisch
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltet Orient
Beispiel:
biblisch die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Morgen · morgen · Morgengabe · Morgenland · morgig · Morgenrot · Morgenröte · Morgenstern
Morgen m. ‘Tageszeit um den Sonnenaufgang, Tagesbeginn’, ahd. morgan (8. Jh.), mhd. mnd. morgen, asächs. morgan, mnl. morghen, nl. morgen, afries. morn, mern, aengl. morgen, engl. (in der Dichtersprache) morn, sonst morning (in Anlehnung an evening ‘Abend’), anord. myrginn (mit Palatalumlaut), morginn, morgunn, schwed. morgon, got. maúrgins, daneben ablautend mnl. marghen, maerghen, merghen, nl. (mundartlich) margen, mergen, aengl. mergen, anord. merginn. Die germ. Formen (germ. *murgina-, *margina-, mit unterschiedlich ablautenden n-Suffixen) sind (ursprünglich wohl im Sinne von ‘Dämmerung’) möglicherweise verwandt mit aind. markáh ‘Verfinsterung der Sonne’ (?), dann ‘Vernichtung, Tod’, aslaw. mrakъ ‘Finsternis, Dunkel’, russ. (landschaftlich) mórok (морок) ‘Finsternis, Nebel’, lit. markstýtis ‘blinzeln’ und führen dann auf ie. *mer(ə)k-, *mṛk- ‘flimmern (vor den Augen), sich verdunkeln’, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *mer ‘flimmern, funkeln’. Seit dem 15. Jh. (häufiger seit dem 16. Jh., Luther) steht Morgen auch für ‘Osten’, also für die Himmelsrichtung, wo die Sonne aufgeht. Im Dt. und Nl. entwickelt sich das Substantiv bereits früh (ahd. 10. Jh.) zum Ackermaß, ausgehend von der Vorstellung ‘soviel Land, wie ein Gespann Ochsen an einem Morgen pflügen kann’. morgen Adv. ‘am folgenden Tag’, aus dem Dativ Sing. ahd. morgane, überliefert nur in ahd. ubarmorgane (9. Jh.), mhd. morgen(e), eigentlich ‘am Morgen’, dann ‘am folgenden Morgen’ (nach der voraufgehenden Nacht), schließlich ‘am ganzen folgenden Tag’. Morgengabe f. Geschenk des Ehemanns an die Frau am Morgen nach der Hochzeitsnacht, anfrk. morginegiva, morganegiba (6. Jh.), langobard. morgingap (7. Jh.), ahd. morgangeba (Hs. 11. Jh.), mhd. (mit Dehnstufe beim Grundwort) morgengābe, aengl. morgengifu, anord. morgungjǫf. Morgenland n. ‘im Osten gelegenes Land, Orient’, zu Morgen ‘Osten’ gebildet (16. Jh.), zuerst bei Luther als Übersetzung von griech. anatolḗ (ἀνατολή) ‘Aufgang (der Sonne), Osten’. morgig Adj. ‘den folgenden Tag betreffend’ (15. Jh.), verkürzt aus morgenig, morgenic (15. Jh.). Morgenrot, n. Morgenröte f. ‘rötliche Färbung des Himmels bei Sonnenaufgang’, ahd. morganrōto (um 1000), morganrōt (11. Jh.), morganrōta (Hs. 12. Jh.), mhd. morgenrōt, morgenrœte; s. ↗Abendrot. Morgenstern m. Bezeichnung für den Planeten Venus, wenn er vor Sonnenaufgang sichtbar ist, ahd. morganstern (Hs. 12. Jh.), mhd. morgenstern; in übertragenem Sinne eine keulenförmige Waffe, deren Kopf strahlenartig mit spitzen Nägeln besetzt ist (16. Jh.).

Thesaurus

Geografie
Synonymgruppe
Morgenland · Naher Osten · ↗Nahost · Vorderer Orient
Assoziationen
Geografie
Synonymgruppe
Levante · Morgenland · ↗Orient · ↗Osten
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abendland Gabe Heiliger Herrscher Islam König Magier Märchen Nachtstücke Prinz Prinzessin Reiche Reise Schatz Scheich Schöne Traum Untergang Weise Weiser fern islamisch mitbringen reisen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Morgenland‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei den biblischen Weisen aus dem Morgenland kann es sich auch um Frauen gehandelt haben.
Die Welt, 11.02.2004
Und viele waren bezaubert von den Geschichten aus dem Morgenland.
Der Tagesspiegel, 02.11.2001
Unterdessen hatte sich längst auch im Morgenlande selbst eine theosophische Richtung aus verschiedenen.
Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 7096
In gewaltiger Leibesfülle kehrt der Graf aus dem Morgenland zurück.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 887
Im Morgenlande gilt diese eben erwähnte innere öffentliche Meinung nicht.
Schultze-Pfaelzer, Gerhard: Propaganda, Agitation, Reklame, Berlin: Stilke 1923, S. 3
Zitationshilfe
„Morgenland“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Morgenland>, abgerufen am 16.02.2019.

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