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Morgenröte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Morgenröte · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungMor-gen-rö-te
WortzerlegungMorgenRöte
eWDG, 1974 und DWDS, 2016

Bedeutung

rot leuchtender Himmel in der MorgendämmerungQuelle: DWDS, 2016
Beispiele:
die Morgenröte kündigt den neuen Tag anQuelle: WDG, 1974
Im Osten kriecht zwar schon die Morgenröte über den Horizont, doch noch sind weite Teile des Himmels wolkenbedeckt. [Neue Zürcher Zeitung, 25.12.2015]
Das grelle, pralle Licht der gleißenden, glühenden Tage fiel blendend und gnadenlos von den wolkenlosen Himmeln herab, ohne nennenswerte Übergänge, ohne Morgenröte und ohne Abenddämmerung. [Die Zeit, 02.12.1994, Nr. 49]
Für immer – das ist das Vorrecht der ersten Erinnerungen -werde ich den Berg vor mir sehen, wie er plötzlich über der Höhe einer Moräne im safrangelben Licht einer aussergewöhnlichen Morgenröte erschien[…]. [Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Schweizer Alpen-Club, Zürich 1961]
gehoben, übertragen Vorschein einer glänzenden ZukunftQuelle: DWDS, 2016
Beispiele:
die Morgenröte (= der Beginn) der Menschheit, einer neuen ZeitQuelle: WDG, 1974
Das alles ist erst der Anfang, aber die Zukunft hat begonnen, und ihre Morgenröte leuchtet über uns. [Süddeutsche Zeitung, 09.06.2001]
[…] wenn man weiß, daß in der Villa Aurora Lion Feuchtwanger und seine Frau Martha sehnsüchtig die Morgenröte einer besseren Zeit und eines neuen Deutschlands erwarteten, scheint der Name nicht ganz unpassend. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2001]

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Morgen · morgen · Morgengabe · Morgenland · morgig · Morgenrot · Morgenröte · Morgenstern
Morgen m. ‘Tageszeit um den Sonnenaufgang, Tagesbeginn’, ahd. morgan (8. Jh.), mhd. mnd. morgen, asächs. morgan, mnl. morghen, nl. morgen, afries. morn, mern, aengl. morgen, engl. (in der Dichtersprache) morn, sonst morning (in Anlehnung an evening ‘Abend’), anord. myrginn (mit Palatalumlaut), morginn, morgunn, schwed. morgon, got. maúrgins, daneben ablautend mnl. marghen, maerghen, merghen, nl. (mundartlich) margen, mergen, aengl. mergen, anord. merginn. Die germ. Formen (germ. *murgina-, *margina-, mit unterschiedlich ablautenden n-Suffixen) sind (ursprünglich wohl im Sinne von ‘Dämmerung’) möglicherweise verwandt mit aind. markáh ‘Verfinsterung der Sonne’ (?), dann ‘Vernichtung, Tod’, aslaw. mrakъ ‘Finsternis, Dunkel’, russ. (landschaftlich) mórok (морок) ‘Finsternis, Nebel’, lit. markstýtis ‘blinzeln’ und führen dann auf ie. *mer(ə)k-, *mṛk- ‘flimmern (vor den Augen), sich verdunkeln’, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *mer ‘flimmern, funkeln’. Seit dem 15. Jh. (häufiger seit dem 16. Jh., Luther) steht Morgen auch für ‘Osten’, also für die Himmelsrichtung, wo die Sonne aufgeht. Im Dt. und Nl. entwickelt sich das Substantiv bereits früh (ahd. 10. Jh.) zum Ackermaß, ausgehend von der Vorstellung ‘soviel Land, wie ein Gespann Ochsen an einem Morgen pflügen kann’. morgen Adv. ‘am folgenden Tag’, aus dem Dativ Sing. ahd. morgane, überliefert nur in ahd. ubarmorgane (9. Jh.), mhd. morgen(e), eigentlich ‘am Morgen’, dann ‘am folgenden Morgen’ (nach der voraufgehenden Nacht), schließlich ‘am ganzen folgenden Tag’. Morgengabe f. Geschenk des Ehemanns an die Frau am Morgen nach der Hochzeitsnacht, anfrk. morginegiva, morganegiba (6. Jh.), langobard. morgingap (7. Jh.), ahd. morgangeba (Hs. 11. Jh.), mhd. (mit Dehnstufe beim Grundwort) morgengābe, aengl. morgengifu, anord. morgungjǫf. Morgenland n. ‘im Osten gelegenes Land, Orient’, zu Morgen ‘Osten’ gebildet (16. Jh.), zuerst bei Luther als Übersetzung von griech. anatolḗ (ἀνατολή) ‘Aufgang (der Sonne), Osten’. morgig Adj. ‘den folgenden Tag betreffend’ (15. Jh.), verkürzt aus morgenig, morgenic (15. Jh.). Morgenrot, n. Morgenröte f. ‘rötliche Färbung des Himmels bei Sonnenaufgang’, ahd. morganrōto (um 1000), morganrōt (11. Jh.), morganrōta (Hs. 12. Jh.), mhd. morgenrōt, morgenrœte; s. ↗Abendrot. Morgenstern m. Bezeichnung für den Planeten Venus, wenn er vor Sonnenaufgang sichtbar ist, ahd. morganstern (Hs. 12. Jh.), mhd. morgenstern; in übertragenem Sinne eine keulenförmige Waffe, deren Kopf strahlenartig mit spitzen Nägeln besetzt ist (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Morgenrot · Morgenröte
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abenddämmerung Abendröte Anbruch Anhänger Aufgang Flügel Freiheit Göttin Himmel Horizont Moderne Morgenröte Neonazi-Partei Neuzeit Palast Revolution Schimmer Schlucht Tal Tempel Zeitalter anbrechen aufsteigen aufziehen dämmern golden leuchten rosenfingrig zart Ära

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Morgenröte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit wird der Druck auf die Goldene Morgenröte immer stärker.
Die Zeit, 23.10.2013 (online)
Sie war neu damals und nicht die eines Landes, sondern der allgemeinen Morgenröte.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 287
Das zwölfjährige Hinarbeiten auf die Morgenröte einer neuen Nachkriegszeit war vergeblich.
Süddeutsche Zeitung, 23.06.1997
Die Morgenröte lockt jenseits des feuchten Meeres die Sonne herauf;
Gennrich, Friedrich: Alba. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 28551
Zu derselben Zeit stieg mir die Morgenröte der Lyrik auf.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 397
Zitationshilfe
„Morgenröte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Morgenröte>, abgerufen am 05.12.2019.

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