Morphium, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Morphiums · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Mor-phi-um
Herkunft Griechisch
Wortbildung  mit ›Morphium‹ als Erstglied: ↗Morphiuminjektion · ↗Morphiumspritze · ↗Morphiumsucht · ↗morphiumsüchtig
eWDG, 1974

Bedeutung

aus Opium gewonnenes, bitter schmeckendes Rauschgift, das in der Medizin zur Schmerzlinderung verwendet wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Morphium · Morphin · Morphinismus · Morphinist
Morphium n. Das im Milchsaft der Samenkapsel des Mohns vorkommende Alkaloid, das als Betäubungsmittel verwendet und auch als Rauschgift gebraucht wird, entdeckt (1804) der deutsche Apotheker F. Sertürner. Er nennt es (in einer Veröffentlichung von 1806) wegen seiner einschläfernden Wirkung Morphium, gebildet zu griech. Morphé͞us (Μορφεύς), lat. Morpheus, dem Namen des Gottes der Träume und des Sohnes des Schlafs, und (in der Endung) zu ↗Opium (s. d.). Der Name des Gottes ist (nach den angeblich von ihm geschaffenen Traumgestalten) abgeleitet von griech. morphḗ (μορφή) ‘äußerliche Gestalt, Form, schöne Gestalt, Anmut’ (s. ↗Morphologie). In der Chemie wird die Bezeichnung (mit der zur Bildung von Substanzbezeichnungen geläufigen Nachsilbe -īn) umgestaltet zu Morphin n. (1818). Dazu Morphinismus m. ‘Morphiumsucht’, Morphinist m. ‘Morphiumsüchtiger’ (Ende 19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Morphium‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Morphium‹.

Verwendungsbeispiele für ›Morphium‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es hat mir beim Überleben geholfen, zusammen mit dem Morphium natürlich.
Die Welt, 20.11.2002
Alleine das Morphium sei umgerechnet rund 17 Millionen Mark wert, hieß es.
Der Tagesspiegel, 03.05.2000
Am Nachmittag hatte ich wie so oft um Morphium gekämpft.
Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 256
Er wird künftig keine bewußte Sekunde ohne Morphium ertragen können.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 286
Es hat ähnliche Eigenschaften wie Morphium, verursacht jedoch keine Abhängigkeit.
Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 97
Zitationshilfe
„Morphium“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Morphium>, abgerufen am 05.12.2020.

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