Morphologie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Morphologie · Nominativ Plural: Morphologien
Aussprache
WorttrennungMor-pho-lo-gie (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungmorpho--logie
Wortbildung mit ›Morphologie‹ als Letztglied: ↗Geomorphologie · ↗Kulturmorphologie · ↗Sozialmorphologie
 ·  mit ›Morphologie‹ als Grundform: ↗morphologisch
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
(besonders) Philosophie Wissenschaft, Lehre von den Gestalten, Formen
  besonders hinsichtlich ihrer Eigenarten, Entwicklungen, Gesetzlichkeiten
2.
Biologie, Medizin Wissenschaft, Lehre von der äußeren Gestalt, Form der Lebewesen, der Organismen und ihrer Teile
3.
Geomorphologie
4.
Sprachwissenschaft Formenlehre
5.
Soziologie Teilgebiet der Soziologie, das sich mit der Struktur der Gesellschaft befasst
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Morphologie · Morphem
Morphologie f. ‘Lehre von der Gestalt, den Formen und ihrer Entwicklung’, gelehrte Bildung Goethes (1796), danach des Mediziners K. F. Burdach (1800) zu griech. morphḗ (μορφή) ‘Form, äußerliche Gestalt, Ansehen’ und -logia (s. ↗-logie). Der Begriff ist anfangs auf die Naturwissenschaft (Botanik, Zoologie, Geographie) beschränkt, wird aber dann auch in der Sprachwissenschaft auf die Formenlehre und die Wortbildungslehre angewendet. Dazu die Neubildung Morphem n. kleinste Einheit der sprachlichen Form (nach de Courtenay, um 1880).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Morphematik · ↗Morphemik · Morphologie · ↗Plerematik · ↗Pleremik · ↗Wortbildung
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anatomie Biologie Gestalt Luthertum Organismus Pflanze Physiologie Syntax Systematik Typologie Umriß Weltgeschichte experimentell generell idealistisch psychologisch vergleichend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Morphologie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Erforschung dieser Fragen geht in einer anderen Richtung als die zentralen Probleme der Morphologie.
Portmann, Adolf: Einführung in die vergleichende Morphologie der Wirbeltiere, Basel: Schwabe 1959 [1948], S. 320
Doch der Autor hat es als Erster geschafft, die komplexe deutsche Morphologie überzeugend in ein funktionsfähiges Sprachprogramm zu integrieren.
Die Welt, 28.07.1999
Die Lehre von den Gestalten, die Morphologie, gilt heute manchen nur noch als eine Art Vorspiel zur eigentlichen Biologie.
Portmann, Adolf: Neue Wissenschaft - Biologie und Anthropologie. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 19153
Die so entstehenden regionalen Traditionen gestatten in ihrer einmaligen Ausprägung keine zusammenfassende Morphologie.
Avenary, Hanoch u. a.: Jüdische Musik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 31180
Ferner stehen Seminare über Phonologie und Morphologie auf dem Programm.
Süddeutsche Zeitung, 21.08.2001
Zitationshilfe
„Morphologie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Morphologie>, abgerufen am 16.02.2019.

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