Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Moschee, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Moschee · Nominativ Plural: Moscheen
Aussprache  [mɔˈʃeː]
Worttrennung Mo-schee
Wortbildung  mit ›Moschee‹ als Erstglied: Moscheeverein
Herkunft zu masǧidarab (مسجد) ‘Gebetshaus’, eigentlich ‘Ort, wo man sich niederwirft’, vgl. mosquéefrz ‘Moschee’
eWDG

Bedeutung

islamisches Gotteshaus
Beispiele:
eine gewaltige Moschee mit Kuppel und Minarett
vom Turm der Moschee rief man die Gläubigen zum Gebet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moschee f. ‘islamisches Gebetshaus’. Die Bezeichnung arab. masǧid ‘Gebetshaus’ (vom Verb arab. saǧada ‘sich niederwerfen, anbeten’, also eigentlich ‘Ort, wo man sich niederwirft’; oder nach gleichbed. syr. masgedā?) gelangt zur Zeit der Kreuzzüge nach Europa, wo sie zuerst in der Form span. mezquita (um 1100) nachweisbar ist (lautliche Gründe sprechen für Vermittlung durch gleichbed. armen. mzkiṭ oder byzant.-griech. masgídion, μασγίδιον); vgl. ferner port. mesquita (13. Jh.), afrz. mesquite, aital. meschita (Anfang 14. Jh.). Daneben erscheinen roman. Formen mit Vokalwechsel wie mfrz. musquette, ital. moscheta (14. Jh., vorher bereits mlat. muscheta, muschea, moscheda u. ä.), mfrz. mousquaie (15. Jh.), mosquet (16. Jh.) und die sich schließlich durchsetzenden Varianten ital. moschea (15. Jh.), frz. mosquée (16. Jh.). Sie beruhen vermutlich auf Angleichung an mlat. muscum, muscus, afrz. frz. musc, ital. muschio ‘Moschus’ (aus spätlat. muscus, s. Moschus), offenbar veranlaßt durch den das islamische Gotteshaus erfüllenden fremdartigen Duft. Die ältesten Belege im Dt., niederrhein. misschida (Mitte 14. Jh.), frühnhd. meesgitt (um 1400), schließen sich an span. mezquita (oder aital. meschita?) an; so noch misßquit, Mesquita, Meschit in frühnhd. Texten des 16. Jhs. Dagegen deuten frühnhd. Muschea, Mus(ch)kea, Müschke (Ende 15. Jh.), Moschea (16. Jh.) auf Übernahme von ital. moschea. Die seit der 2. Hälfte des 16. Jhs. geläufige moderne Form Moschee zeigt in ihrer Endung Einfluß von frz. mosquée.

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Moschee[Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Moschee‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moschee‹.

Ahmadiyya-gemeinde Bau Erstürmung Imam Islamkreis Kaserne Kuppel Lautsprecher Minarett Nähe Rektor Tag Zerstörung bauen besuchen blau errichten freimanner große hausener neuköllner pasinger repräsentativ schiitisch stürmen sunnitisch zerstört

Verwendungsbeispiele für ›Moschee‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Begriff »jüdisch« war damit einbezogen, genau wie bei der Moschee der Begriff »mohammedanisch« davon untrennbar ist. [o. A.: Zweihundertdritter Tag. Mittwoch, 14. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 544]
Mitten in der Nacht hält der Bus vor einer aus dem Nichts auftauchenden großen Moschee. [Die Zeit, 25.11.1999, Nr. 48]
Zugleich sei dort die Zahl der Moscheen seit 1967 von 40 auf 162 gewachsen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1988]]
Ich habe die Moschee verlassen, ohne daß ich zu Ende gebetet hätte. [Der Spiegel, 18.07.1983]
Es wäre die erste sichtbare Moschee in den neuen Ländern. [Die Zeit, 23.12.2013, Nr. 51]
Zitationshilfe
„Moschee“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moschee>.

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