Moschee, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Moschee · Nominativ Plural: Moscheen
Aussprache
WorttrennungMo-schee
HerkunftArabisch → Italienisch
eWDG, 1974

Bedeutung

islamisches Gotteshaus
Beispiele:
eine gewaltige Moschee mit Kuppel und Minarett
vom Turm der Moschee rief man die Gläubigen zum Gebet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moschee f. ‘islamisches Gebetshaus’. Die Bezeichnung arab. masǧid ‘Gebetshaus’ (vom Verb arab. saǧada ‘sich niederwerfen, anbeten’, also eigentlich ‘Ort, wo man sich niederwirft’; oder nach gleichbed. syr. masgedā?) gelangt zur Zeit der Kreuzzüge nach Europa, wo sie zuerst in der Form span. mezquita (um 1100) nachweisbar ist (lautliche Gründe sprechen für Vermittlung durch gleichbed. armen. mzkiṭ oder byzant.-griech. masgídion, μασγίδιον); vgl. ferner port. mesquita (13. Jh.), afrz. mesquite, aital. meschita (Anfang 14. Jh.). Daneben erscheinen roman. Formen mit Vokalwechsel wie mfrz. musquette, ital. moscheta (14. Jh., vorher bereits mlat. muscheta, muschea, moscheda u. ä.), mfrz. mousquaie (15. Jh.), mosquet (16. Jh.) und die sich schließlich durchsetzenden Varianten ital. moschea (15. Jh.), frz. mosquée (16. Jh.). Sie beruhen vermutlich auf Angleichung an mlat. muscum, muscus, afrz. frz. musc, ital. muschio ‘Moschus’ (aus spätlat. muscus, s. ↗Moschus), offenbar veranlaßt durch den das islamische Gotteshaus erfüllenden fremdartigen Duft. Die ältesten Belege im Dt., niederrhein. misschida (Mitte 14. Jh.), frühnhd. meesgitt (um 1400), schließen sich an span. mezquita (oder aital. meschita?) an; so noch misßquit, Mesquita, Meschit in frühnhd. Texten des 16. Jhs. Dagegen deuten frühnhd. Muschea, Mus(ch)kea, Müschke (Ende 15. Jh.), Moschea (16. Jh.) auf Übernahme von ital. moschea. Die seit der 2. Hälfte des 16. Jhs. geläufige moderne Form Moschee zeigt in ihrer Endung Einfluß von frz. mosquée.

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Moschee [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Basar Bau Brandanschlag Erstürmung Freitagsgebet Gebet Gebetsraum Imam Kirche Koranschule Kulturzentrum Kuppel Lautsprecher Mausoleum Minarett Palast Prediger Predigt Rektor Synagoge Tempel Tempelberg Vorbeter Zerstörung beten blau predigen schiitisch sunnitisch zerstört

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Moschee‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es gibt wirklich ganz wenige Moscheen, wo die Stellung des Imam mißbraucht wird.
Die Welt, 17.12.2004
Fast jeden Tag ging er um 4 Uhr 30 in eine Moschee in der Nähe.
Der Tagesspiegel, 05.10.2002
Der Begriff »jüdisch« war damit einbezogen, genau wie bei der Moschee der Begriff »mohammedanisch« davon untrennbar ist.
o. A.: Zweihundertdritter Tag. Mittwoch, 14. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 544
Bei großen Moscheen handelt es sich um Personen, die von staatlichen Stellen ernannt sind und eine theologische Ausbildung vorweisen können.
Heine, Peter: Moschee. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 6154
Als er niedersank, ertönte gerade vielstimmig, in hellen und in krächzenden Tönen, der Gesang der Imame von den Moscheen.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 431
Zitationshilfe
„Moschee“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Moschee>, abgerufen am 18.10.2019.

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