Motette, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Motette · Nominativ Plural: Motetten
Aussprache
WorttrennungMo-tet-te (computergeneriert)
HerkunftItalienisch
eWDG, 1974

Bedeutung

mehrstimmiges geistliches Chorwerk, oft ohne Instrumentalbegleitung
Beispiel:
eine Motette von Bach, Händel aufführen, singen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Motette f. ‘mehrstimmiges geistliches Chorstück, Gesangsstück mit Instrumentalbegleitung’, auch ‘Instrumentalstück’ (z. B. für Orgel), dem eine Bibelstelle zugrunde liegt. Mhd. motet ‘mehrstimmiges kirchliches Lied’ ist eine Entlehnung (1. Hälfte 14. Jh.) von gleichbed. afrz. (frz.) motet, gebildet zu afrz. (frz.) mot ‘Wort’. Gleicher Herkunft wie afrz. mot oder aus diesem entlehnt ist ital. motto ‘Denkspruch, geistreicher Ausspruch’ (s. ↗Motto), dessen Deminutivum ital. mottetto im 14. Jh. (unter frz. Einfluß?) auch die Bedeutung ‘religiöses Chor- bzw. Gesangsstück’ annimmt. Es gelangt daraufhin (auch in der damaligen Schreibung muteto) zusammen mit mfrz. frz. motet bzw. latinisiertem mlat. motetum ‘Kirchengesang’ ins Dt. und ergibt Moteta, Plur. Muteten, Moteten (16. und 17. Jh.), Motette (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anthem Antiphon Chanson Choral Conductus Hymne Hymnus Johannes-Passion Kantate Lasso Litanei Madrigal Messe Messensatz Missa Offertorium Oratorium Organum Orgelwerk Psalm achtstimmig doppelchörig erklingen fünfstimmig isorhythmisch konzertierend mehrchörig sechsstimmig vierstimmig vierzigstimmig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Motette‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und doch begleiten ihn die Motetten seit mittlerweile 30 Jahren.
Süddeutsche Zeitung, 11.03.2000
Dafür ist die Zahl dieser Motetten, so wertvoll sie auch nach ihrer künstlerischen Gestaltung sind, zu begrenzt.
Osthoff, Helmuth: Cleve. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 14824
Die höchst komplizierte Motette erklang in allen ihren Teilen deutlich in den Raum der Kirche herab.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 01.03.1905
Nur mehr 14 Motetten können mit einiger Sicherheit belegt werden.
o. A.: V. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 15789
Auch die Motette gehörte dem aristokratischen Lebensumkreis zu; sie lebte von den Ereignissen des Tages.
Robijns, Jozef u. a.: Niederländische Musik. In: Blume, Friedrich (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 40083
Zitationshilfe
„Motette“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Motette>, abgerufen am 22.07.2019.

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