Motiv, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Motivs · Nominativ Plural: Motive
Aussprache
WorttrennungMo-tiv (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Motiv‹ als Erstglied: ↗Motivforschung  ·  mit ›Motiv‹ als Letztglied: ↗Bildmotiv · ↗Blattmotiv · ↗Filmmotiv · ↗Fotomotiv · ↗Grundmotiv · ↗Handlungsmotiv · ↗Hauptmotiv · ↗Jagdmotiv · ↗Landschaftsmotiv · ↗Leitmotiv · ↗Märchenmotiv · ↗Nebenmotiv · ↗Tatmotiv · ↗Volkskunstmotiv
 ·  mit ›Motiv‹ als Grundform: ↗motivisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Beweggrund
Beispiele:
aus persönlichen, eigennützigen, politischen, sittlichen, niedrigen Motiven (heraus) handeln
sich von edlen Motiven leiten lassen
ein Motiv für etw. haben
der Verdächtige hatte kein Motiv
welches sind seine Motive?
jmds. Motive, die Motive einer Handlung, Straftat durchschauen, aufdecken, rechtfertigen
jmdm. unlautere Motive unterstellen, vorwerfen
die Polizei suchte nach einem Motiv für den Mord
2.
Gegenstand, Thema einer (künstlerischen) Darstellung
Beispiele:
ein literarisches Motiv aufgreifen, abwandeln, verwenden
das Motiv der bösen Stiefmutter im Märchen
die Maler des flämischen Barock bevorzugten Motive aus der griechischen Mythologie
der Fotograf war ständig auf der Jagd nach Motiven
ein beliebtes, dankbares, malerisches Motiv für Filmamateure
Das Motiv dieses Romans begleitete mich Jahrzehnte [FusseneggerAntlitz215]
3.
Musik kleinste und charakteristische melodische Einheit in einer Komposition
Beispiele:
ein Motiv anschlagen
eine Fantasie über Motive aus ›Don Giovanni‹
die Verwendung der Motive als charakteristisches künstlerisches Element in den Opern Richard Wagners
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Motiv · Leitmotiv · motivieren · Motivation · Motivierung
Motiv n. ‘Beweggrund, Anlaß, Antrieb’, Entlehnung (16. Jh.) aus gleichbed. mlat. motivum, substantiviertem Neutrum des Adjektivs spätlat. mōtīvus ‘Bewegung bewirkend, zur Bewegung geeignet, beweglich’ (vgl. nlat. causa motiva); zu lat. movēre (mōtum) ‘bewegen’. Im ausgehenden 18. Jh. entwickelt das (vielfach mit Beweggrund, Bewegungsgrund verdeutschte) Substantiv unter dem Einfluß von gleichfalls auf spätlat. mōtīvus zurückgehendem ital. motivo ‘charakteristische melodische Einheit eines Musikstücks, für den Gesamtaufbau wichtige Passage eines literarischen Werkes’ und dem als Musikausdruck aus dem Ital. übernommenen frz. motif die Bedeutung ‘(künstlerisches) Thema, Leitgedanke, charakteristischer inhaltlicher Bestandteil (eines künstlerischen Werkes)’. Vgl. dazu Leitmotiv n. ‘wiederkehrendes, eine Person oder Situation begleitendes musikalisches Motiv’ (in Opern, sinfonischen Dichtungen), in bezug auf C. M. v. Weber (Jähns 1871) und auf R. Wagner (Wolzogen 1876). Danach auch allgemein ‘leitender Gedanke’. motivieren Vb. ‘begründen’ (18. Jh.), wohl nach frz. motiver. Motivation f. Motivierung f. (beide 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ansporn · ↗Antrieb · ↗Beweggrund · ↗Grund · ↗Leitgedanke · Motiv
Synonymgruppe
Motiv · ↗Thema · Tonfigur · musikalisches Thema  ●  ↗Bildmotiv  ugs. · Bildthema  fachspr.
Synonymgruppe
Anlass · ↗Anregung · ↗Anreiz · ↗Anstoß · ↗Auslöser · ↗Beweggrund · ↗Grund · ↗Hintergrund · ↗Impuls · ↗Initialzündung · Motiv · ↗Quelle · Stein des Anstoßes · ↗Stimulans · ↗Ursache · ↗Veranlassung · ↗Wirkursache · der tiefere Sinn · im Hintergrund stehen
Assoziationen
  • Fehler im System · ↗Störquelle · systematischer Fehler  ●  ↗Konstruktionsfehler  fig. · ↗Webfehler  fig. · ↗Erbsünde  geh., fig. · ↗Geburtsfehler  geh., fig. · Quelle allen Übels  geh. · da liegt der Hase im Pfeffer  ugs., fig. · da liegt der Hund begraben  ugs., fig.
  • (Krankheit) ohne bekannte Ursache  ●  ↗idiopathisch  fachspr.
  • Entlastung · ↗Rechtfertigung · Schuldbefreiung  ●  ↗Exkulpation  fachspr., lat.
  • (auf etwas) zurückgehen · (auf etwas) zurückzuführen sein · (die) Gründe (dafür) sind in (...) zu suchen · (durch etwas / jemanden) verursacht sein · (einer Sache) geschuldet sein · (einer Sache) zuzuschreiben sein · (in etwas / jemandem) begründet sein · (seine) Ursache haben in · (seinen) Ursprung haben in · ↗(sich einer Sache) verdanken · (sich) erklären (aus / durch) · (sich) herleiten von · Grund dafür ist · Ursache dafür ist · ausgehen von · basieren auf · beruhen auf · die Ursachen (dafür) sind in (...) zu sehen · ↗entstammen · herrühren von · kommen von · liegen an · resultieren aus
Synonymgruppe
Aufnahmeort · ↗Drehort · ↗Filmset  ●  ↗Set  Hauptform · Motiv  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bluttat Handeln Mord Tat Täter angeben aufgreifen ausländerfeindlich beliebt biblisch edel egoistisch ehrenwert eigennützig eigentlich fremdenfeindlich persönlich politisch rassistisch religiös rätseln sexuell spekulieren unklar unterschiedlich unterstellen vermuten wahr wiederkehrend zentral

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Motiv‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte gestanden, wollte zu seinem Motiv aber nichts sagen.
Die Zeit, 30.03.2013 (online)
Und sie ist gerechtfertigt im Hinblick auf die angeführten Motive.
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 77
Er ist dabei so leichtsinnig wie demagogisch, seine Methoden sind so fragwürdig wie seine Motive.
konkret, 1981
Seine Motive waren politisch; nur auf diesem Wege konnte die staatliche Einheit Frankreichs gerettet werden.
Lutz, Heinrich: Der politische und religiöse Aufbruch Europas im 16. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1520
Die Motive, die ihn dazu gebracht haben, sind un klar.
Welles, C. Bradford: Die hellenistische Welt. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 4265
Zitationshilfe
„Motiv“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Motiv>, abgerufen am 20.06.2019.

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