Motte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Motte · Nominativ Plural: Motten
Aussprache 
Worttrennung Mot-te (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Motte‹ als Erstglied: ↗Mottenfraß · ↗Mottenkiste · ↗Mottenkugel · ↗Mottenloch · ↗Mottenpulver · ↗Mottensack · ↗mottenecht · ↗mottenfest · ↗mottensicher
eWDG, 1974

Bedeutung

kleiner, gelblich-weißer Schmetterling, dessen Larven sich besonders von Wollstoffen und Tierhaaren ernähren
Beispiele:
die Motten zerfressen die Wollsachen, haben Löcher in die Kleidung gefressen, sind in den Pelz gekommen
Motten bekämpfen, jagen, fangen, ausklopfen
die Wintersachen müssen im Sommer vor, gegen Motten geschützt werden
da fliegt eine Motte!
eine Motte umschwirrt das Licht
von etw. angezogen werden wie die Motten vom Licht
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlichjmd. hat Motten im Kopf (= hat wunderliche Gedanken, Grillen)
saloppach, du kriegst die Motten! (= Ausruf der Verwunderung, Bestürzung)
saloppjmd. hat die Motten (= jmd. leidet an Lungentuberkulose)
umgangssprachlich, scherzhaftdas ist eine Motte, so eine Motte! (= das ist ein lebenslustiger, findiger Mensch)
umgangssprachlich, scherzhafteine kleine, freche Motte (= ein vorwitziges, übermütiges Kind)
landschaftlich, besonders berlinisch, saloppeine kesse Motte (= ein vorwitziges, übermütiges Kind)
saloppDen haben die Motten innerlich aufgefressen [ R. BartschGeliebt348]
umgangssprachlich, scherzhaftJa, dieser Theologe, das war eine Motte! [ Borchert43]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Motte · einmotten
Motte f. Der Name für Kleinschmetterlinge, besonders für den durch Larvenfraß Textilgewebe zerstörenden Falter, ist etymologisch ungeklärt. Frühnhd. mott, mothe (15. Jh.), aus mnd. mnl. motte, mutte (nl. mot), dringt (befördert durch Luthers Bibelübersetzung) in die Literatursprache ein und tritt neben obd.Schabe2 (s. d.). Verwandt sind aengl. moþþe, engl. moth, anord. motti, schwed. mott. Alle weiteren Anknüpfungen (z. B. an ↗Made, s. d.) sind fraglich. einmotten Vb. (Kleidung, Pelze) ‘vor Mottenfraß geschützt aufbewahren’ (19. Jh.), übertragen ‘geschützt einlagern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Erdhügelburg · Erdkegelburg · Motte · Turmhügelburg
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Flocke  ugs., scherzhaft-ironisch · ↗Held  ugs., scherzhaft-ironisch · ↗Herzchen  ugs., Hauptform, scherzhaft-ironisch · ↗Marke  ugs. · Motte  ugs., scherzhaft-ironisch, veraltet
Assoziationen
  • Du bist gut!  ugs. · Du bist lustig!  ugs. · Du bist vielleicht ein Herzchen!  ugs. · Du bist witzig!  ugs., ironisch · Du hast Nerven!  ugs. · Du hast gut reden!  ugs. · Du kannst gut (daher)reden.  ugs. · Du machst mir Spaß!  ugs. · Wie kannst du (nur) so etwas sagen!  ugs.
  • Figuren  abwertend · (schräge) Typen  ugs., abwertend · Brüder  ugs., abwertend · Fuzzis  ugs., abwertend · Gestalten  ugs., abwertend · Hanseln  ugs., süddt., herablassend · Männekes  ugs., regional, herablassend · Volks  ugs., regional, abwertend · Vögel  derb, abwertend
  • (na) du bist mir (aber) eine!  ugs., weibl. · (na) du bist mir (aber) einer!  ugs., männl. · (na) du bist mir vielleicht 'ne Marke!  ugs. · du bist mir ein Herzchen!  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Motte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Motte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Motte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn ein wirksames wissenschaftlich fundiertes Mittel gegen die Motte gibt es bislang nicht.
Der Tagesspiegel, 10.08.2002
Die Motte ist ein bescheidenes Tier, denn sie frißt nur Löcher.
Tucholsky, Kurt: Herr und Frau Wichtig lassen zu Tisch bitten! In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929]
Den Rest des Abends spiele ich für sie in derselben Kategorie wie ihre Männer und Motten.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 129
Feine Gazebeutel sind gleichfalls geeignet, bieten allerdings nicht immer Schutz gegen Motten.
Ulbrich, Eberhard: Essbar oder giftig?, Berlin: Grüne Post 1937, S. 39
Ein Stück im Zimmer soll nach Volksglauben durch seinen - nicht unangenehmen - Geruch alle Motten vertreiben, doch ist die Wirkung meist nicht so stark.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 209
Zitationshilfe
„Motte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Motte>, abgerufen am 24.09.2020.

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