Muße, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Muße · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungMu-ße (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Muße‹ als Erstglied: ↗Mußestunde
eWDG, 1974

Bedeutung

arbeitsfreie Zeit, die der Entspannung, Erholung, Beschaulichkeit dient
Beispiele:
Zeit und Muße für etw. haben, brauchen, finden
dazu fehlt mir leider die nötige Muße
etw. in, mit (aller) Muße tun, verrichten
etw. mit Muße betrachten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Muße · müßig · Müßiggang · Müßiggänger
Muße f. ‘beschauliche Freizeit’. Das nur im Dt. und Nl. nachweisbare Wort ahd. muoʒa (um 800), mhd. muoʒe ‘freie Zeit zu etw., Bequemlichkeit, Untätigkeit’, asächs. mōta, mnd. mōte, mnl. moet(e), muete, mote gehört etymologisch zum Modalverb ↗müssen (s. d.) und bezeichnet eigentlich einen ‘Zustand, der einem die Möglichkeit bietet, etw. zu tun’. müßig Adj. ‘untätig’, auch ‘überflüssig, unnötig’, ahd. muoʒīg (8. Jh.), mhd. müeʒec, müeʒic. Häufig müßig gehen ‘Zeit haben, unbeschäftigt sein’, mhd. müeʒec gān. Müßiggang m. ‘Freizeit, Unbeschäftigtheit, Untätigkeit, Faulheit’, mhd. müeʒecganc. Müßiggänger m. ‘wer Muße hat, unbeschäftigt ist, nichts tut’, mhd. müeʒecgenger ‘wer durch ein standesgemäßes Vermögen berechtigt ist, kein Handwerk oder Gewerbe zu treiben’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(süßes) Nichtstun · Muße · ↗Müßiggang  ●  (das) dolce far niente  geh., ital. · ↗Dolcefarniente  geh., ital.
Assoziationen
  • in den Tag hinein leben · keiner geregelten Arbeit nachgehen  ●  von Luft und Liebe leben  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beschaulichkeit Besinnung Betrachten Einkehr Entspannung Freizeit Geduld Gelassenheit Genuß Kult Langeweile Lesen Luxus Meditation Muse Muss Muße Müßiggang Nachdenken Nichtstun Plausch Ruhe Zurückgezogenheit erfüllt ersehnt erzwungen gönnen hingeben schöpferisch unfreiwillig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Muße‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber natürlich habe ich dennoch keine Muße, einen Film in Ruhe anzuschauen.
Süddeutsche Zeitung, 29.10.2004
Doch an Muße hat es damals im bürgerlichen Leben nicht gefehlt.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 436
Ein breiter Rand Muße ist im Leben genauso schön wie in einem Buch.
Tange, Ernst Günter: Zitatenschatz für Lebenskünstler, Frankfurt a. M.: Eichborn 2000, S. 47
Nur fehle es für derart symbiotische Lektüre meist an Muße.
Der Tagesspiegel, 02.11.1996
Die Stunden seiner Muße verbrachte er nun außerhalb des Hauses, am liebsten an den dunkelsten Stellen des Waldes.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 296
Zitationshilfe
„Muße“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Muße>, abgerufen am 21.10.2019.

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