Mulde, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mulde · Nominativ Plural: Mulden
Aussprache 
Worttrennung Mul-de (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Mulde‹ als Letztglied: ↗Backmulde · ↗Bodenmulde · ↗Erdmulde · ↗Fleischmulde · ↗Grasmulde · ↗Griffmulde · ↗Schlächtermulde · ↗Talmulde · ↗Teigmulde · ↗Tragmulde
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
größere, flache Bodenvertiefung, Bodensenke, Talsenke
Beispiele:
das Dorf, der Bauernhof liegt in einer (flachen, leichten) Mulde
in den Mulden hatten sich Moore gebildet
Aber der Weg dahin führt durch eine weite flache Mulde, offen der Einsicht und den Granaten [ A. ZweigErziehung278]
flache Vertiefung
Beispiel:
die Steinstufen waren zu kleinen Mulden ausgetreten [ KoeppenTod52]
2.
landschaftlich, umgangssprachlich längliches, ausgehöhltes, aus einem Stück angefertigtes Gefäß (aus Holz), das besonders beim Backen oder Schlachten verwendet wird, Trog
Beispiele:
Mehl, Futter in die Mulde schütten
ein Schlächtergeselle, die Mulde mit roten Fleischstücken auf der Schulter [ G. Hauptm.4,71]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mulde · Molle
Mulde f. ‘längliches, abgerundetes Gefäß’, ahd. muolt(e)ra, muolter, multer (10. Jh.), mulda, molda (mfrk., nfrk. 11. Jh.), mhd. multer, muolter, mulde ‘halbrundes, ausgehöhltes Gefäß zum Reinigen des Getreides, Mehl-, Backtrog’, mnd. molde, molle, mnl. moude, mouwe, molde ‘Milch- und Butterkübel, Backtrog’ sind entlehnt aus lat. mulctra ‘Melkfaß, Melkkübel’ (zu lat. mulgēre ‘melken’). Die Herkunft läßt sich am deutlichsten an einer Form wie ahd. mulhtra (Hs. 12. Jh.) erkennen, die die auf der Lautverschiebung beruhende Entwicklung des lat. k-(c-)Lauts zu h zeigt. Seit dem 18. Jh. gilt Mulde auch für ‘Vertiefung des Erdreichs, wellenförmige Senkung eines Flözes’, vgl. Talmulde. In Berlin übliches Molle f. ‘Glas Bier, Bierglas’ setzt mnd. molle (s. oben) fort.

Thesaurus

Synonymgruppe
Falte · ↗Furche · ↗Graben · Mulde · ↗Riefe · ↗Spur · ↗Vertiefung
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Grube · ↗Loch · Mulde · ↗Nische · ↗Senke · ↗Senkung · ↗Vertiefung  ●  ↗Kuhle  fachspr., Jägersprache
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Mulde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mulde‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mulde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Moment allerdings verbreitet sie sich in einer ausgedehnten Mulde.
Die Welt, 24.07.2001
Daher habe er seine Ausrüstung abgelegt und sich in die damals noch eisfreie Mulde gelegt.
Süddeutsche Zeitung, 24.01.1998
Hinter seiner rechten Hand erschien im Holz des Niedergangs plötzlich eine helle Mulde.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 133
Hier türmte sich ein Berg auf und dort wurde eine tiefe Mulde.
Welt und Wissen, 1927, Nr. 2, Bd. 16
Wenn die Rede aufs Essen kam, fühlte Frau Mulde sich angesprochen.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 16
Zitationshilfe
„Mulde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mulde>, abgerufen am 29.10.2020.

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