Mund, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mund(e)s · Nominativ Plural: Münder
Grammatikdichterisch Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mund(e)s · Nominativ Plural: Munde
Aussprache
Wortbildung mit ›Mund‹ als Erstglied: ↗-mundig · ↗Mundatmung · ↗Mundbakterie · ↗Mundbeatmung · ↗Mundbewegung · ↗Munddusche · ↗Mundfaulheit · ↗Mundfäule · ↗Mundgeruch · ↗Mundgliedmaße · ↗Mundharmonika · ↗Mundhobel · ↗Mundhygiene · ↗Mundhöhle · ↗Mundkosmetik · ↗Mundorgel · ↗Mundpartie · ↗Mundpflege · ↗Mundpropaganda · ↗Mundraub · ↗Mundschenk · ↗Mundschleimhaut · ↗Mundschutz · ↗Mundspeicheldrüse · ↗Mundsperre · ↗Mundstellung · ↗Mundstück · ↗Mundtuch · ↗Mundvoll · ↗Mundvorrat · ↗Mundwasser · ↗Mundwerk · ↗Mundwerkzeuge · ↗Mundwinkel · ↗Mündchen · ↗Mündlein · ↗mundfaul · ↗mundfertig · ↗mundgerecht · ↗mundtot · ↗mündlich
 ·  mit ›Mund‹ als Letztglied: ↗Dichtermund · ↗Frauenmund · ↗Kindermund · ↗Kirschenmund · ↗Korallenmund · ↗Kratermund · ↗Kussmund · ↗Magenmund · ↗Muttermund · ↗Mädchenmund · ↗Schmollmund · ↗Volksmund
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
in der unteren Hälfte des menschlichen Gesichtes befindliche, durch Lippen und Mundhöhle gebildete Öffnung, die zur Nahrungsaufnahme und Bildung der sprachlichen Laute dient
Beispiele:
ein großer, kleiner, schmaler, breiter, schiefer, wulstiger, schöner, geschwungener, blühender, rosiger, sinnlicher, lachender, brutaler, blasser, welker, eingefallener, zahnloser Mund
der lächelnde rote Mund des Kindes
der volle, reife Mund einer jungen Frau
ein schmerzlich, spöttisch verzogener Mund
den Mund (zum Essen, Sprechen) öffnen, schließen
umgangssprachlich den Mund (zum Essen, Sprechen) auf- und zumachen
Mund zu!
Mund auf und Augen zu!
ihm blieb der Mund vor Staunen offenstehen
salopp er riss den Mund auf wie ein Scheunentor
den Mund zusammenpressen
umgangssprachlich den Mund einkneifen, zusammenkneifen
den Mund verächtlich, vergnügt, im Scherz, zum Schmollen, Weinen verziehen
den Mund schelmisch, zum Pfeifen, Kuss spitzen
gehoben jmdm. den Mund zum Kuss bieten
umgangssprachlich er leckte sich [Dativ] vor Appetit den Mund
umgangssprachlich sich, jmdm. den Mund (so richtig, mit Leckerbissen) vollstopfen
umgangssprachlich ich kann nicht sprechen, ich habe gerade den Mund voll!
sich [Dativ] beim Essen den Mund verbrennen
der Wein war so sauer, dass es mir den Mund zusammenzog
jmds. Mund küssen
der liebliche Hauch ihres Mundes
mit Präposition
in Verbindung mit »an«
Beispiele:
er setzte das Glas, die Flasche an den Mund, um zu trinken
sie hingen Mund an Mund (= küssten sich)
in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
er küsste sie auf den Mund
jmdn. auf den Mund schlagen
umgangssprachlich jmdn. auf den Mund hauen
umgangssprachlich jmdm. eins, eine auf den Mund geben (= jmdm. eins, eine auf den M. versetzen)
ich war wie auf den Mund geschlagen (= konnte nichts antworten)
den Finger auf den Mund legen
in Verbindung mit »aus«
Beispiele:
er nahm die Zigarette aus dem Mund
aus dem Mund riechen (= einen unangenehmen Mundgeruch haben)
in Verbindung mit »in«, »im«
Beispiele:
den Daumen, eine Zigarette im Mund haben (= den Daumen, eine Zigarette zwischen den Lippen haben)
vor Schrecken blieb mir der Bissen im Mund stecken
einen Bissen in den Mund nehmen
umgangssprachlich einen Bissen in den Mund schieben, stopfen
in Verbindung mit »mit«
Beispiele:
du sollst nicht mit vollem Mund reden, sprechen!
mit offenem Mund (= staunend)
in Verbindung mit »um«
Beispiel:
ein harter, weicher Zug um den Mund
in Verbindung mit »vor«
Beispiele:
Schaum vor dem Mund haben
sich [Dativ] beim Niesen, Husten die Hand vor den Mund halten
in Verbindung mit »zu«, »zum«
Beispiele:
einen Bissen, das Glas, den Löffel zum Mund führen
die Beatmung von Mund zu Mund
bildlich
Beispiele:
er ist ein Mann des Mundes, nicht der Feder (= ihm fällt das Reden leichter als das Schreiben)
salopp Mund und Augen, Mund und Nase aufreißen, aufsperren (= völlig überrascht sein)
jmd. hat einen losen Mund (= ist ein wenig vorlaut, neckt andere gern)
salopp da kannst du dir den Mund fusselig reden (= intensiv auf jmdn. einreden, um ihn zu überzeugen)
umgangssprachlich ihr Mund steht nie, nicht einen Augenblick still (= sie redet gern und viel)
jmdm. den Mund öffnen (= jmdn. zum Reden bringen)
gehoben jmdm. seinen Mund leihen (= für jmdn. sprechen)
umgangssprachlich er hat den Mund auf dem rechten Fleck (= ist schlagfertig)
umgangssprachlich sich [Dativ] den Mund verbrennen (= unbedacht etw. sagen, was unangenehme Folgen haben kann)
den Mund schließen, verschließen (= still sein, nicht reden)
gehoben sein Mund verstummte (für immer)
umgangssprachlich er kann (einfach) den Mund nicht halten (= still sein)
jmdm. den Mund wässrig machen (= jmdm. Appetit auf etw. machen)
einen schiefen Mund ziehen (= ein mürrisches, verdrießliches Gesicht machen)
landschaftlich sich [Dativ] den Mund (nach etw.) wischen (= leer ausgehen, nichts bekommen)
sprichwörtlich wes das Herz voll ist, des läuft der Mund über
[sie schnitt] den vorübergehenden Herren einen schiefen Mund (= eine Grimasse) [H. Mann1,279]
umgangssprachlich den Mund aufmachen, auftunreden, etw. sagen
Beispiele:
er weiß eine ganze Menge, aber er tut den Mund fast nie auf
mach, tu doch den Mund endlich auf! (= rede doch, sprich deutlich!)
sie wagt (es) nicht, den Mund aufzutun (= wagt nicht zu sprechen)
kannst du den Mund nicht aufkriegen?
umgangssprachlich den Mund voll nehmenprahlen, übertreiben
Beispiel:
Einer von denen, die den Mund nicht voll genug nehmen können mit schönen Worten [WeiskopfAbschied v. Frieden1,604]
jmd. hat den großen Mundjmd. ist vorlaut
Beispiel:
sie hat immer den großen, größten, vorlautesten Mund
reinen Mund haltennichts ausplaudern
Beispiel:
wir haben versucht, ihn zu bestechen, damit er reinen Mund hält [BrechtFurcht u. Elend10]
jmdm. den Mund verbietenjmdm. das Reden untersagen
Beispiel:
ich lasse mir nicht, von niemand den Mund verbieten!
umgangssprachlich jmdm. den Mund stopfenjmdn. durch Bestechung oder Gewalt zum Schweigen bringen
Beispiel:
Stopfen wir ihnen den Mund mit ein paar Aktien [MoloEin Deutscher381]
in Verbindung mit »an«
Beispiel:
an jmds. Mund hängen (= jmdm. gespannt zuhören)
in Verbindung mit »auf«
Beispiel:
umgangssprachlich er ist nicht auf den Mund gefallen (= er ist schlagfertig)
in Verbindung mit »aus«
Beispiele:
etw. aus jmds. Mund erfahren, hören, wissen (= etw. von jmdm. erfahren, hören, wissen)
jmdm. das Wort aus dem Mund nehmen (= etw. sagen, bevor es der andere ausspricht)
Aus seinem Munde weiß ich nichts davon [LessingNathanV 8]
in Verbindung mit »in«, »im«
Beispiele:
umgangssprachlich das Wort blieb mir im Mund stecken (= ich konnte plötzlich nicht weitersprechen)
etw., jmdn. im Mund führen (= etw., jmds. Namen oft wiederholen)
umgangssprachlich jmdm. das Wort im Mund herumdrehen, verdrehen (= den Sinn von jmds. Worten ins Gegenteil verkehren)
umgangssprachlich mir läuft das Wasser im Mund zusammen (= ich bekomme Appetit)
umgangssprachlich in den Mund der Leute kommen (= viel beredet werden)
du sollst diese hässlichen, ordinären Worte, Ausdrücke nicht in den Mund nehmen! (= nicht aussprechen!)
umgangssprachlich jmdm. die Bissen in den Mund zählen (= genau aufpassen, wieviel jmd. isst)
sprichwörtlich Morgenstunde hat Gold im Munde
gehoben in aller Munde seinsehr bekannt sein
Beispiel:
der Name des Siegers war in aller Munde
jmdm. etw. in den Mund legenjmdn. bestimmte Worte sagen lassen; jmdm. die Antwort nahelegen
Beispiele:
man legt mir Dinge in den Mund, die ich nie gesagt habe
er hat mir die Antwort förmlich in den Mund gelegt
von der Hand in den Mund lebennur gerade das Notwendigste zum Leben haben
Beispiel:
der Arbeiter, der so schlecht gestellt ist, daß er von der Hand in den Mund lebt [BebelAus meinem Leben80]
in Verbindung mit »mit«
Beispiele:
mit offenem Mund zuhören (= erstaunt zuhören)
umgangssprachlich sie ist (immer) mit dem Mund vor(ne)weg (= ist vorlaut)
mit hängendem Mund (= niedergeschlagen)
mit offenen Mündern [beobachteten sie] jede Bewegung der merkwürdigen Familie [Th. MannKönigl. Hoheit7,202]
in Verbindung mit »nach«
Beispiel:
jmdm. nach dem Mund reden (= reden, was jmd. gern hört)
in Verbindung mit »über«
Beispiele:
salopp jmdm. über den Mund fahren (= jmds. Worte unhöflich unterbrechen und korrigieren)
salopp sich [Dativ] den Mund über etw., jmdn. zerreißen (= über etw., jmdn. klatschen)
in Verbindung mit »um«
Beispiel:
salopp jmdm. Honig um den Mund schmieren (= jmdm. geschickt schmeicheln)
in Verbindung mit »vom«
Beispiel:
umgangssprachlich sich [Dativ] den letzten Bissen vom Mund absparen (= die Ausgaben auf das Allernötigste beschränken)
in Verbindung mit »zum«
Beispiel:
umgangssprachlich jmdm. zum Mund reden (= reden, was jmd. gern hört)
in Verbindung mit »vor«
(sich) [Dativ] kein Blatt vor den Mund nehmenohne Scheu sprechen, geradeheraus reden
Beispiel:
er nahm in der Diskussion kein Blatt vor den Mund
2.
steht für die ganze Person
Beispiele:
ein berufener Mund (= ein berufener Mensch)
ein beredter, frecher Mund
ein loser Mund hatte diesen Spitznamen geprägt
ein stummer Mund ist kein Zeuge
alle Münder gingen (= alle sprachen gleichzeitig)
Worte, Gerüchte, Witze gehen von Mund zu Mund (= von einem zum andern)
umgangssprachlich sie hat sechs hungrige Münder zu stopfen (= sechs Kinder zu versorgen)
Dergleichen Nachrichten wanderten schnell von Mund zu Mund [BredelEnkel612]
3.
gehoben Öffnung
Beispiele:
der Mund (= Mundloch) eines Schachtes, Stollens
der Mund der Kanonen spie Feuer und Qualm
Einen goldenen Becher werf' ich hinab / Verschlungen schon hat ihn der schwarze Mund [SchillerTaucher]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mund1 · munden · münden · Mündung · mündlich · Mundart · mundfaul · Mundraub · Mundwerk
Mund1 m. die durch die Lippen verschließbare Öffnung in der unteren Gesichtshälfte. Die etymologische Zuordnung von ahd. mund (8. Jh.), mhd. mnd. munt, asächs. mund, mnl. mont, nl. mond, anord. munnr, schwed. mun, got. munþs und (mit Nasalausfall und nachfolgender Dehnung des Stammvokals) asächs. mūð, afries. mūth, aengl. mūþ, engl. mouth (germ. *munþa-) ist nicht sicher bestimmbar. Möglich ist Verwandtschaft mit griech. masā́sthai (μασᾶσθαι, aus *μαθ-) ‘kauen, beißen’ und lat. (nasaliert) mandere ‘kauen’ und Annahme von ie. *menth- bzw. schwundstufig *mṇth- ‘kauen, Gebiß, Mund’, so daß Mund als ‘Kauer, Beißer’ gedeutet werden könnte. Wahrscheinlicher ist jedoch eine Verbindung mit kymr. mant ‘Kinnlade, Mund’ und lat. mentum ‘Kinn, Gebäudevorsprung’; dies würde auf eine Verbalwurzel ie. *men- ‘emporragen’ führen, deren in Nominalableitungen auftretende schwundstufige Erweiterung ie. *mṇt- eine Bedeutungsentwicklung von ‘Kinn’ über ‘Kiefer’ zu ‘Mund’ zeigt. munden Vb. ‘gut schmecken’ (16. Jh.). münden Vb. ‘sich ergießen, hineinfließen, enden’ (19. Jh.), wohl aus Mündung rückgebildet; doch vgl. ahd. munden ‘zusammenfließen’ (um 1000) sowie das Kollektivum ahd. gimundi n. ‘Mund, Flußmündung’ (9./10. Jh.), aengl. gemȳþe n. ‘Flußmündung’, in Ortsnamen ahd. Lechsgimundi, mhd. Gemünde, nhd. Gemünd(en), Schwäbisch Gmünd, Neckargemünd und Travemünde. Mündung f. ‘das Hinein-, Zusammenfließen, der Ort des Zusammenflusses’ (18. Jh.), häufig in technischer Verwendung anschließend an Mund im Sinne von ‘Öffnung’, vgl. Mündung eines Geschützes (18. Jh.). mündlich Adj. ‘durch den Mund geäußert, nicht schriftlich, nur in gesprochener Rede’ (16. Jh.), älter muntliche(n) Adv. (15. Jh.). Mundart f. natürlich entstandene Form der vorwiegend gesprochenen Sprache einer geographisch bestimmbaren Sprachgemeinschaft (17. Jh.), Ersatzwort für ↗Dialekt (s. d.). mundfaul Adj. ‘wortkarg, redefaul’ (19. Jh.), oft für gröberes maulfaul. Mundraub m. ‘Entwendung von Lebensmitteln in kleiner Menge zum sofortigen Verbrauch’ (18. Jh.). Mundwerk n. ‘Rede, gute Redegabe’ (16. Jh.), anschließend an Mund als Organ zur Hervorbringung sprachlicher Laute, besonders großes, flinkes Mundwerk in bezug auf die Neigung zu anhaltendem, unüberlegtem, respektlosem Sprechen.

Mund2 · mündig · entmündigen · Mündel · Vormund · Vormundschaft · bevormunden
Mund2 f. ‘Herrschafts- und Schutzgewalt über Personen und Sachen, Vormundschaft’, ahd. munt f. ‘Hand, Schutz’ (um 800), mhd. munt m. f. ‘Hand, Schutz, Bevormundung, Erlaubnis’, asächs. mund f. ‘Hand’, aengl. mund ‘Hand, Schutz, Vormund(schaft)’, anord. mund f. ‘Hand’ (germ. *mundō f.), anord. mundr m. ‘Brautgeschenk, Mitgift’ (germ. *munda- m.). Verwandt sind außergerm. lat. manus f. ‘Hand’ (wozu lat. mandāre ‘übergeben, anvertrauen, überlassen’), mir. montar, muinter ‘rechtmäßige Gattin’, griech. márē (μάρη) f. ‘Hand’, die als Reste eines alten r/n-Stammes ie. *mər (Genitiv *mənés) ‘schützend über jmdn. gehaltene Hand’ voraussetzen. Einer schwundstufigen Erweiterung ie. *mṇt- folgen die oben genannten germ. Formen. mündig Adj. ‘volljährig, erwachsen, zu Rechtshandlungen berechtigt’, mhd. mündec, (md.) mundic, eigentlich ‘fähig, sich selbst zu schützen und rechtlich zu vertreten’. entmündigen Vb. ‘für unmündig erklären, unter Vormundschaft stellen’ (19. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet Mündel n. m. f. ‘minderjährige oder entmündigte Person’, die gesetzlich der Sorge eines Vormunds unterstellt ist, spätmhd. (md.) mundelin, frühnhd. mundelein (15. Jh.), mnd. mündel, afries. mondele. Im 16. Jh. gilt Mündlin, Mündlein und Mündel; letzteres wird im 18. Jh. geläufig. Älter, aber nur bis ins 18. Jh. bezeugt, ist Mündlin m. ‘wer unter der Gewalt eines anderen steht, Schützling’, mhd. mundelinc. Vgl. (in Urkunden des 10./11. Jhs.) mlat. jamundilingus, das wohl als ein latinisiertes ahd. *(gi)mundiling angesehen werden kann. Vormund m. ‘Vertreter eines Minderjährigen, eines Entmündigten’, ahd. foramunto ‘Rechtsbeistand, Rechtsvertreter’ (10. Jh.), mhd. vormunde, vormünde, vormunt, vürmunt, mnd. vȫrmünde, vȫrmunt, mnl. vōremonde, zusammengesetzt mit ↗vor (s. d.). Die Bedeutungsentwicklung geht aus von ‘(schützend über jmdn. gehaltene) Hand’ zu ‘wer Schutzpflicht und Rechtsvertretung gegenüber einzelnen oder mehreren ausübt’ sowie ‘Rechtsvertreter von Ehefrau, Kindern’, dann ‘Rechtsvertreter und Vermögensverwalter von Minderjährigen und Entmündigten’ (seit 15. Jh.). Im 18. Jh. auch Fürmund, dem damaligen Sprachempfinden folgend an ↗für (s. d.) angeschlossen. Vormundschaft f. ‘amtlich verfügte Wahrnehmung der gesetzlichen Vertretung eines Minderjährigen, Entmündigten’, ahd. foramuntscaf ‘Verteidigung, Rechtsvertretung’ (10. Jh.), mhd. vormuntschaft. bevormunden Vb. ‘nicht selbständig entscheiden lassen, gängeln’ (16. Jh.), für älteres mhd. vormunden ‘beschirmen, schützen, bevormunden, Vormund sein’.

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Mund... · den Mund betreffend · mundwärts · ↗mündlich  ●  ↗oral  fachspr.
Anatomie
Synonymgruppe
Mund  Hauptform · ↗Fresse  derb · Fressluke  ugs. · Gosch  ugs. · ↗Gosche  ugs. · ↗Gusche  ugs. · ↗Klappe  ugs. · ↗Maul  derb · Omme  derb · Pappen  ugs., österr., bair. · ↗Schnauze  derb · ↗Schnute  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • reden · ↗sagen · ↗sprechen
  • halt dich (gefälligst) geschlossen!  ●  du redest zu viel  variabel · Maul halten!  derb · Schnauze!  derb · einfach mal die Fresse halten ...  derb · halt dein Maul!  derb · halt den Mund!  ugs., variabel · halt den Rand!  ugs. · halt den Schnabel!  derb · halt die Backen!  derb · halt die Fresse!  vulg. · halt die Klappe!  derb, variabel · ich würde (an deiner Stelle) jetzt lieber (mal) den Mund halten  ugs., variabel · sag (jetzt) nichts  ugs., variabel · sag einfach nichts  ugs. · sei still!  ugs., variabel · wer hat dich denn gefragt?  ugs., variabel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auge Blatt Finger Hand Mund Nase Pfeife Schaum Zigarette Zigarre Zunge absparen aufgerissen aufmachen aufreißen auftun berufen geöffnet küssen legen nehmen offen schieben spitzen stecken stopfen verziehen zuhalten zusammenlaufen öffnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mund‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann beugt sie sich zu ihm hinunter und flösst ihm Wein Mund zu Mund ein.
Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11
Auch er hatte immer so ein Lächeln um den Mund.
konkret, 1980
Sie stützte das Kinn auf die gefalteten Hände, gelangweilt verzog sie den Mund.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 94
Jetzt hat sie ihn und schon soll er in den Mund.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 12.03.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich küsse Dich auf Deinen Mund und ich halte Dich fest lieb.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 18.04.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Mund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mund>, abgerufen am 16.11.2018.

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