Mut, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mut(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Mut‹ als Erstglied: ↗Mutmacher · ↗Mutmaßung · ↗Mutprobe · ↗Mutwille · ↗Mütchen · ↗muterfüllt · ↗mutlos · ↗mutmaßlich
 ·  mit ›Mut‹ als Letztglied: ↗Bekennermut · ↗Edelmut · ↗Freimut · ↗Frevelmut · ↗Gleichmut · ↗Heldenmut · ↗Hochmut · ↗Kampfesmut · ↗Kampfmut · ↗Kleinmut · ↗Lebensmut · ↗Löwenmut · ↗Mannesmut · ↗Missmut · ↗Opfermut · ↗Reumut · ↗Unmut · ↗Wagemut · ↗Wahrheitsmut · ↗Wankelmut · ↗Übermut
 ·  formal verwandt mit: ↗einmütig · ↗frohgemut · ↗gutmütig · ↗schwachmütig · ↗weichmütig · ↗wohlgemut · ↗zumute
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Unerschrockenheit in Gefahr, Kühnheit
Beispiele:
ein fester, starker, unbezwinglicher, standhafter, trotziger, kecker, kühner Mut
ihr geringer, schwacher Mut
sein Mut wächst, fällt, schwindet
dazu fehlt mir der Mut
Mut fassen, gewinnen, finden, aufbringen, besitzen
neuen Mut schöpfen
das gibt, macht mir wieder Mut
du darfst (deshalb) nicht allen, jeglichen Mut verlieren, sinken lassen
jmds. Mut stärken
sich [Dativ] Mut machen
umgangssprachlich sich [Dativ] Mut antrinken
jmdm. Mut geben, machen, zusprechen, einflößen
ohne voll(er) Mut sein
mit dem Mut der Verzweiflung
nur Mut! (= aufmunternder Zuspruch)
umgangssprachlich, scherzhaft nur Mut, die Sache wird schon schiefgehen! (= es wird schon gelingen!)
2.
Gemütsstimmung, Sinnesart
siehe auch Mütchen
Beispiele:
ein frischer, leichter Mut
guten Mutes sein, bleiben
mit frohem Mut begab er sich auf die Reise
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mut · Unmut · mutig · muten · vermuten · vermutlich · Vermutung · zumuten · Zumutung · mutmaßen · mutmaßlich · Mutwille · mutwillig · Übermut · übermütig
Mut m. ‘Kühnheit, Unerschrockenheit’, ahd. muot ‘Kraft des Denkens, Seele, Herz, Gemütszustand, Gesinnung, Gefühl, Absicht, Neigung’ (8. Jh.), mhd. muot, asächs. mōd, mnd. mōt, můt, mnl. moet, nl. moed, afries. aengl. mōd, engl. mood ‘Stimmung, Laune’, anord. mōðr ‘Zorn, aufgeregter Sinn’, schwed. mod ‘Mut, Beherztheit’, got. mōþs ‘Zorn’ (germ. *mōþa-). Vielleicht sind vergleichbar griech. mṓsthai (μῶσθαι) ‘streben, trachten, verlangen’, lat. mōs ‘zur Regel gewordener Wille, Sitte, Brauch’ (s. ↗Moral), so daß auf eine Wurzel ie. *mē-, *mō-, *mə- ‘heftigen und kräftigen Willens sein, heftig streben’ zurückgegangen werden kann. Mut bezeichnet ursprünglich die inneren Triebkräfte, Gemütszustände, Erregungen und Empfindungen des Gefühls im Gegensatz zum Verstand. Vom 16. Jh. an setzt sich die verengte Bedeutung ‘kühne und unerschrockene Haltung gegenüber Wagnis und Gefahr’ durch. Dazu mit negierendem ↗un- (s. d.) Unmut m. ‘Ärger, Mißstimmung’, ahd. unmuot n. ‘Betrübnis’ (um 1000), mhd. unmuot m. ‘Mißstimmung, Zorn’, mnd. unmōt n. m., aengl. unmōd n. mutig Adj. ‘tapfer, kühn’, mhd. muotec, muotic ‘beherzt, kühn’, asächs. mōdag ‘zornig, aufgeregt’, aengl. mōdig ‘aufgeregt, mutig’, got. mōdags ‘zornig’. muten Vb. ‘etw. begehren, verlangen, seinen Sinn auf etw. richten’, ahd. muoten (9. Jh.), muotōn (um 1000), mhd. muoten; seit etwa 1800 als Simplex ungebräuchlich. vermuten Vb. ‘annehmen, für wahrscheinlich halten’ (16. Jh.), mnd. vormōden; vermutlich Adj. ‘wahrscheinlich’ (16. Jh.); Vermutung f. ‘Annahme’ (16. Jh.). zumuten Vb. ‘unbilligerweise etw. von jmdm. verlangen’, mhd. zuomuoten; Zumutung f. (15. Jh.). mutmaßen Vb. ‘annehmen, für wahrscheinlich halten’, spätmhd. muotmāʒen ‘abschätzen’, zu spätmhd. muotmāʒe ‘Teilung nach Angemessenheit, Abschätzung’; mutmaßlich Adj. ‘der Annahme gemäß’ (18. Jh.). Mutwille m. ‘Absicht’, ahd. muotwillo ‘eigener freier Entschluß’ (8. Jh.), mhd. muotwille; mutwillig Adj. ‘absichtlich, leichtfertig’, mhd. muotwillec ‘dem eigenen (guten oder bösen) Willen folgend’. Übermut m. ‘Ausgelassenheit, Anmaßung, Überheblichkeit’, ahd. ubarmuot (um 1000), mhd. übermuot ‘stolzer, hochfahrender Sinn’; übermütig Adj. ‘ausgelassen, leichtsinnig, fröhlich’, ahd. ubarmuotīg (8. Jh.), mhd. übermüetec ‘stolz, hochfahrend gesinnt, heldenmütig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Courage · ↗Engagement · ↗Herzhaftigkeit · ↗Kühnheit · ↗Mannhaftigkeit  ●  Mut  Hauptform · ↗Bravour  geh. · ↗Bravur  geh., alte Schreibung bis 2017 · ↗Mumm  ugs. · ↗Traute  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Beherztheit · Mut · ↗Risikobereitschaft · ↗Wagemut · Waghalsigkeit
Assoziationen
Synonymgruppe
Kühnheit · Mut · ↗Verwegenheit  ●  ↗Schneid  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausdauer Beharrlichkeit Ehrlichkeit Entschlossenheit Kraft Lücke Phantasie Risiko Selbstvertrauen Tapferkeit Tatkraft Verzweiflung Wahrheit Weitsicht Zivilcourage Zuversicht aufbringen belohnen beweisen bewundern dazugehören erfordern fehlen fehlend froh gehaben loben mangelnd zusammennehmen zusprechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mut‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn er hat nicht den Mut, die Folgen einer Tat auf sich zu nehmen.
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 142
Warum hat kein bedeutender Politiker den Mut, einmal gegen diesen Muff aufzustehen?
Tucholsky, Kurt: Bettschnüffler. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1930]
Ja, den Glauben hätten sie wohl, aber am Mut des Glaubens fehlt es.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 92
Sie hob ihren Mut, ihren Glauben an ein logisches Geschick, das auch ihr bestimmt sei.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Was von der Politik getan werden kann, hängt zumeist vom politischen System und auch vom Mut in den betreffenden Ländern ab.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 170
Zitationshilfe
„Mut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mut>, abgerufen am 16.11.2018.

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