Mutterpartei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mutterpartei · Nominativ Plural: Mutterparteien
WorttrennungMut-ter-par-tei
WortzerlegungMutter1Partei
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutung

eine politische Partei als zentrale Organisation im Hinblick auf andere nach- oder gleichgeordnete politische Organisationen und deren Anhänger
Beispiele:
Als vor einem Jahr, wenige Wochen nach der Bundestagswahl, die Junge Union (JU) zu ihrem »Deutschlandtag« zusammenkam, ging es für den Parteinachwuchs um die Bewältigung des Traumas der Bundestagswahl. Nachdem die Mutterparteien [CDU und CSU] die Koalitionsverhandlungen abgeschlossen und die Kabinettsliste zusammengestellt hatten, forderte die junge Generation eine schonungslose Wahlanalyse […]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2006]
Fischer hat die Grünen regierungsfähig gemacht, er hat ihnen Machtbewusstsein gegeben und sie zum Pragmatismus gezwungen. Das alles ging nur mit den Sozialdemokraten. Mit einer Art Schwesterpartei also. Man könnte auch sagen Mutterpartei. Ohne die SPD und ihre Zentrifugalkräfte hätte es keine Grünen gegeben. [Berliner Zeitung, 24.09.2005]
Abspaltungen von der SPD haben jahrzehntelange Tradition. Nicht selten kehrten die Abweichler in den Schoß der Mutterpartei zurück. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2004]
Die ostdeutschen Bildungspolitiker wurden von ihren westlichen Mutterparteien so intensiv betreut, daß sie gegen die Aufbruchstimmung der Elterninitiativen, gegen das Neue immun wurden. [Die Zeit, 20.05.1998, Nr. 22]
[…]Die Tätigkeit der Fraktionen und Parteistiftungen kommt den jeweiligen Mutterparteien zugute und stärkt ihre Stellung im politischen Wettbewerb. [Die Zeit, 26.02.1993, Nr. 09]
Daß die PDS keine Mutterpartei in der BRD hat, resultiert aus der Geschichte, in der die SED selbst Mutterpartei der DKP war. [o. A.: WIE DIE PDS MIT MARX UMGEHT. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998. Zitiert nach: Marxistische Zeit- und Streitschrift, 01.01.1990.]
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: sich von der Mutterpartei abspalten
als Genitivattribut: im Schoß der Mutterpartei

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gegensatz Schoß abspalten jeweilig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mutterpartei‹.

Zitationshilfe
„Mutterpartei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mutterpartei>, abgerufen am 17.11.2019.

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